Schwelm bekennt Farbe: Orangene Bank als Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen auf dem Märkischen Platz enthüllt

Mittwoch, 29. November 2023

Am Samstag waren Schwelmer Bürgerinnen und Bürger der Einladung von Akteurinnen gefolgt, ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu setzen. Orangene Fußspuren in der Stadt, orangene Banner, Tische und schließlich eine orangene Sitzbank und Informationsschilder auf dem Märkischen Platz machten Passantinnen und Passanten neugierig.

Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November eines jeden Jahres thematisiert die massiven Menschenrechtsverletzungen an Frauen, seit 2008 mit der öffentlichkeitswirksamen Kampagne „Orange your world“. Die Farbe Orange steht für eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen.

Eine Zukunft ohne Gewalt an Frauen und Mädchen, das sei bislang leider nur eine Vision, so Anke Steger, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Schwelm, bei ihrer Eröffnung der Veranstaltung am Samstag auf dem Märkischen Platz.

Knapp 93 Prozent der Betroffenen von Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung in der Europäischen Union seien Frauen und Mädchen. Von den Minderjährigen darunter sei ein Viertel jünger als 14 Jahre.

In fast allen Kriegen und bewaffneten Konflikten komme es zu sexualisierter Gewalt. Dazu gehörten Vergewaltigungen, sexuelle Versklavung oder auch Zwangsverheiratung. Frauen und Mädchen würden als Kriegswaffe benutzt, aber die allgegenwärtige Kriegsgewalt verstärke auch in der Gesellschaft und in Familien Spannungen und vorhandene Gewaltdynamiken.

Massive Menschenrechtsverletzungen passierten aber auch vor Ort. So würden bundesweit jede Stunde 14 Frauen Opfer von Partnerschaftsgewalt, beinahe jeden Tag versuche ein Partner oder Expartner, eine Frau zu töten, an jedem dritten Tag gelänge es ihm.

Geschlechtsspezifische Gewalt ist tief in unseren patriarchalen Gesellschaften verwurzelt und beginnt mit Alltagssexismus, so Anke Steger.

Bürgermeister Stephan Langhard griff die schockierenden Zahlen auf und machte deutlich, dass Schwelm sich bereits in der Vergangenheit aktiv an den Aktionen um den 25. November beteiligt habe. In diesem Jahr wolle man einen Schritt weitergehen und mit der orangenen Sitzbank ein unübersehbares und unmissverständliches Zeichen in der Stadt setzen: „Schwelm sagt Nein zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen!“

Das Sitzen auf dieser Bank verstehe er als klares Statement „Gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ und er wünsche sich, dass zukünftig viele Bürgerinnen und Bürger hier bewusst verweilen und damit ein starkes Zeichen der Stadtgesellschaft setzen.

Ekaterini Delikoura, Gleichstellungsbeauftragte des EN-Kreises, verwies auf die Buskampagne des Runden Tisches gegen Gewalt an Frauen und Häusliche Gewalt des EN-Kreises. In diesem Jahr konnte die VER als Werbebeträger für eine kreisweite  Bus-Kampagne gewonnen werden. Bis Januar verlassen nacheinander drei Busse ihr Depot und bringen die Botschaft „Gewalt an Frauen ist keine Privatsache“ buchstäblich auf die Straße.

Sie lud zu einer Fotoaktion des AtelierSieben, zur Malaktion des Elfriede-Voss-Kollektivs und zum Stand von Amnesty International ein und machte auf die Initiative „PRO Frauenhaus Uschi Beckenhusen“ aufmerksam mit der Möglichkeit sich zu informieren und zu beteiligen.

Ursula Beckenhusen bedankte sich bei Ralf Stoffels (Firma BIW), der Schwelmer Druck + Design, der Sparkasse Schwelm-Sprockhövel und dem Schwelmer Höhenservice GmbH für deren Unterstützung bei der Beschaffung von bedruckten Armbändern mit der Aufschrift „Stopp – Gewalt gegen Frauen und Kinder!“ und Bannern sowie das kostenlose Anbringen der Banner.

Ihr Dank gilt allen Freunden und Bekannten, die ihr bei der Aktion geholfen haben und allen bisherigen Spendern zur Unterstützung des Frauenhauses, für das sie auf dem Märkischen Platz Spenden in Höhe von 260,60 Cent gesammelt hat. Wer Interesse an einem der Bekenner-Armbänder hat, kann sich an die Friedhofsgärtnerei Beckenhusen, Barmer Straße 56, wenden. „Und gern“, so Uschi Beckenhusen, „kann auch für das Frauenhaus im Ennepe-Ruhr-Kreis direkt an den Fördervererein gespendet werden: Frauen helfen Frauen e.V., IBAN-Nummer DE 05452500350012600557“.

Schwelm, den 29. November 2023