Grußwort von Schwelms Bürgermeister Stephan Langhard zu Weihnachten und zum Neuen Jahr

Freitag, 22. Dezember 2023

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

angesichts der Krisen unserer Zeit wie Russlands Krieg gegen die Ukraine, die Unruhen im Nahen Osten und der Klimawandel, scheint es mir besonders wichtig zu betonen, was unsere Stadt zusammenhält und was wir gemeinsam in diesem Jahr geschafft haben. Denn stärker als alle Sorgen und Krisen ist unsere Überzeugung, vor der eigenen Haustür mit unserer eigenen Kraft auch viel Gutes leisten zu können.

Ein Symbol für das Gelingen der Stadtgesellschaft ist unser Kulturhaus, das uns vom Land NRW fast vollständig finanziert wurde und das durchweg gelobt wird; die Stadtbücherei verzeichnet einen enormen Anstieg an neuen Nutzern. Vor dem Gebäude hat durch den „Place de Fourqueux“ unsere Städtepartnerschaft einen sichtbaren öffentlichen Ort gefunden.

Wir haben dank gemeinsamer Anstrengungen von Stadt, Privaten und Land das attraktive Beachvolleyballfeld des Schwelmer Sport Clubs an der Rennbahn eröffnen können – zweifelsohne ein neuer sportlicher Stützpunkt in unserer Stadt.

Die lange unbefriedigende Raumsituation auf dem ehemaligen Gelände der Firma Zassenhaus ist vorteilhaft durch die Ansiedlung von zwei hochmodernen Discountern gelöst worden. Und der neue Kreisverkehr hat eine zuvor unübersichtliche verkehrliche Lage deutlich verbessert.

Feierlich eingeweiht wurde die neue Moschee an der Hattinger Straße als Zeichen des gelebten islamischen Glaubens in unserer vielfältigen Stadtgesellschaft.  

Nicht nur mit Freizeitvergnügen, sondern auch mit Klimaschutz und Zukunftsmobilität ist das Radfahren belegt. Durch die glanzvolle Eröffnung des gelungenen „Radweges unter dem Karst“ und der Arbeit der Radwegekommission erhält diese Verkehrsart starken Rückenwind bei uns.

Außerdem haben die Arbeiten für den Jugendsportpark an der Wilhelmshöhe begonnen, der das Freizeitangebot für junge Leute in unserer Stadt deutlich ausweitet.

Besonders freue ich mich über namhafte Jubiläen wie „40 Jahre Jugendzentrum und Kinderhort“, „175 Jahre TG Rote Erde Schwelm“, „100 Jahre Skiclub Schwelm“ und – im Handel – z. B. „100 Fleischerei Ranft“ sowie „50 Jahre Einrichtungshäuser Hüls“.

Vor allem ist dieses Jahr für mich das Jahr der bürgerschaftlichen Aktivitäten. Ihre Stimme ist stark und wird gehört. Und wenn es auch mal im System geknirscht hat, wissen wir doch, was wir aneinander haben und finden Wege, um Konflikte zu lösen.

Viele Menschen haben sich ins Klimaschutz- und Mobilitätskonzept der Stadt und in das Projekt „Schwelm besser machen“ eingebracht.

Ausdruck dieses Engagements sind auch die Gewinner des Schwelmer Heimatpreises und des Integrationspreises 2023, die für ungleich mehr aktive Bürger in Schwelm stehen als man glaubt. In der Kultur und bei sozialen Aufgaben, im Naturbereich oder im Sport, als Schülerlotse, Sozialpflegerin und bei der Feuerwehr: Wir brauchen Sie und sagen „DANKE!“

Dieser Einsatz passt ins Bild unserer Stadt, die Schlagseite bekäme ohne das ehrenamtliche Engagement auf diesen und so vielen Ebenen mehr.

Unsere starke Stadtgesellschaft weiß, auch mit Krisen umzugehen. Der Integrationsrat und die Stadt haben das Denkmal „10+1“-Bäume auf der Wilhelmshöhe eingeweiht, das an die Opfer des Nationalsozialistischen Untergrundes erinnert und uns damit auffordert, uns unmissverständlich gegen Rechtsextremismus zu positionieren.

Ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen setzen künftig alle, die die orangefarbene Bank auf dem Märkischen Platz nutzen.

Auch das kommende Jahr wird von Dynamik gekennzeichnet sein, denn dann werden wir unser neues Schwelmer Rathaus im Herzen der Stadt eröffnen, und damit, im Erdgeschoss, auch ein renommiertes Bäckereigeschäft. In der Belebung der Innenstadt nehme ich eine starke Dynamik wahr. Immobilienbesitzer, Einzelhändler und Gastronomen trotzen den schwierigen Zeiten. Und wir sollten alle Akteure darin auch nach Kräften unterstützen.

Wir werden ein gutes Stück vorankommen mit unseren baulichen Maßnahmen für die drei Feuerwehrstandorte.

Und nun setze ich ein Ausrufezeichen: Wie Sie wissen, ist unsere Finanzlage extrem angespannt. Wir haben, wie andere Städte auch, seit langem nicht nur die Bürde der sogenannten Altschulden zu tragen, sondern auch viele zusätzliche Aufgaben zu schultern, die unser städtischer Haushalt trotz eng geschnallten Gürtels nicht mehr kompensieren kann. Ich habe daher einen Brandbrief an den NRW Ministerpräsidenten mitunterzeichnet, in dem wir als NRW-Kommunen um Hilfe bitten; das Land hat für das Frühjahr 2024 Zeichen für eine mögliche Entlastung in Aussicht gestellt, doch Näheres ist derzeit nicht bekannt, sodass wir unsere Haushaltseinbringung zunächst verschoben haben.

Daher halte ich es für meine Pflicht, auch eine mögliche Erhöhung der kommunalen Steuern zum Thema zu machen. Verlassen Sie sich darauf, dass wir auch im kommenden Jahr unseren Sparkurs fortsetzen. Wir drehen jeden Cent dreimal um und unternehmen alles Erdenkliche, um mit den knappen Mitteln so zu wirtschaften, dass zumindest die notwendigen Entwicklungen in unserer Stadt auch weiterhin möglich sein werden. Gemeinsam als Stadtgesellschaft werden wir uns im Schulterschluss auf das Machbare konzentrieren. Ich bin sicher, dass wir diesen Weg zusammen entschlossen gehen werden.

Ich danke Ihnen für das Vertrauen, das Sie Politik und Verwaltung entgegenbringen und für Ihre vielfältige Unterstützung und wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein friedliches Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr!

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Langhard

Bürgermeister