Gutes tun und dabei unterstützt werden: Jüngste „Stadtteilkonferenz“ des Bürgermeisters brachte Ehrenamtler und Förderer zusammen

Donnerstag, 08. Februar 2024

Die jüngste Veranstaltung seiner Reihe „Stadtteilkonferenzen“ hatte Bürgermeister Stephan Langhard der Förderung und Unterstützung des Ehrenamtes gewidmet. Zu diesem Zweck hatte er Vertreterinnen und Vertreter lokal und regional fördernder Einrichtungen eingeladen, die sich in und für Schwelm stark machen. In den bis auf den letzten Platz besetzten Räumlichkeiten der Sparkasse Schwelm-Sprockhövel trafen sie auf Ehrenamtler aus den Bereichen Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Kultur und Umwelt, die für ihre Ideen, Konzepte und Projekte Unterstützung benötigen.

Gemeinsam mit Oliver Flüshöh, dem Generalbevollmächtigten der Sparkasse, bekräftigte das Stadtoberhaupt die „Unverzichtbarkeit ehrenamtlicher Arbeit für die Stadtgesellschaft“. „Aber die Rahmenbedingungen“, so Flüshöh, “werden nicht einfacher. Es wird auch schwieriger, noch genug Leute zu finden, und dann braucht es für deren Arbeit ja auch Mittel“.

Die Sparkasse selbst, so betonte der Bürgermeister, sei auch nach der Fusion ein sehr starker Partner für das Ehrenamt geblieben. Die 2021 erfolgte Jubiläumsspende der Sparkasse an die Stadt Schwelm in Höhe von 175.000 €, aus der die Stadt ehrenamtliche Projekte unterstützt, sei noch nicht vollends aufgebraucht. Die Stadt könne zudem mit Mitteln aus dem Bürgerbudget unterstützen und fördere das Ehrenamt jährlich durch die Vergabe von Heimatpreis und Integrationspreis.

Als Stiftungen, Sponsoren und Spender stellten sich u.a. vor:

  • Die NRW-Stiftung, die vom Geschäftsführer Stefan Ast vorgestellt wurde, ist seit bald 40 Jahren Partnerin des Ehrenamtes. Sie fördert Vereine und Bürgerinitiativen, die Natur, Heimat und Kultur in NRW schützen und erlebbar machen. Seit September letzten Jahres ist auch Schwelm Teil dieser Gemeinschaft, die die kulturelle Vielfalt erhält und die Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen schützt, und das mit über 9 Millionen Euro im Jahr, die aus Landesmitteln stammen.
  • Die Berning Stiftung „Mehr Glück für Kinder“ wurde durch Dr. Klaus Berning vertreten, der u.a. die seit Jahrzehnten währende Unterstützung des Kinderschutzbundes Schwelm anführte und hier insbesondere das von der Stiftung zur Verfügung gestellte Kinderhaus „Blauer Elefant“. Ein Schwerpunkt ist dort seit 35 Jahren die unverzichtbare Schul- und Lernhilfe, um Kindern einen guten Bildungsstart zu geben. „Denn“, so Dr. Berning, „viele Kinder haben in ihrem Leben keine andere Chance, als durch Bildung voranzukommen“.
  • Klaren Förderzweckenhat sich auch die Wilhelm Erfurt Stiftung für Kultur und Umwelt, Schwelm, verschrieben, wie der Vorstand – Lothar Feldmann und Cornelia Eggert – erläuterten. Als Beispiele aus dem bald 30jährigen breiten Stiftungswirken führten sie zahlreiche Projekte an, vom Kinderstadtplan, dem Buch „Geschichten für große und kleine Schwelmer“ und Grundschulprojekten über die Schriften des Schwelmer Schulreformers Fritz Helling bis hin zur Arbeit der AG „Lokalgeschichte/Stolpersteine“ des Märkischen Gymnasiums und dem weit über die Region hinausweisenden Leitfaden „Zukunft Stadtbaum“.
  • Die Reifenberger Stiftung wurde von Dr. Heino Bickenbach (Vorstandsmitglied) und Susanne Konrads repräsentiert. Der Stiftungsgründer Herr Reifenberger hatte als Ziele die Hilfe für Jugendliche und für Altenpflege vorgegeben und in der Tat hat diese Stiftung schon sehr viel Gutes in Schwelm bewirkt. Anträge können an die Stadt, die Caritas und die Diakonie gestellt werden, die die Vorschläge auf Stiftungswürdigkeit hin prüfen.
  • Die Bürgerstiftung Lebendiges Schwelm hat sich, so Vorstandsmitglied Gerd Philipp und Prof.i.R. Dr. Bärbel Diehr vom Kuratorium, „die Förderung der Kinder- und Jugendhilfe, der Bildung und Erziehung, der Kultur, des Naturschutzes und der Denkmalpflege“ auf die Fahnen geschrieben. Die Arbeit besteht aus den drei Säulen „Leselust statt Lesefrust“, „Lernen durch Engagement“ (siehe das abgeschlossene Projekt „Renaturierung der Schwelme“ und „Schutz der Martfeld-Gräfte“) und natürlich „Färbergärten“.
  • Der Schwelmer Bürger und Unternehmer Ralf Stoffels hat nach eigenen Worten „mit 50 Jahren über den Tellerrand hinausschauen wollen und daher die Ralf Stoffels-Stiftung für Jugend, Soziales, Kultur und Stadtentwicklung in Schwelm“ begründet. In den letzten 12 Jahren habe man 250.000 € für die guten Zwecke ausgeben können, freut sich der eigenen Worten zufolge „leidenschaftliche Schwelmer“.
  • Regionalmanager Ann-Kathrin Heck und Raphael Heynen von „Ennepe-Zukunft-Ruhr e.V.“ erläuterten, dass man Bürger und Unternehmen bei der Teilnahme am Förderprogramm der Europäischen Union zur Entwicklung des ländlichen Raumes im Ortsteil Linderhausen unterstütze: „Wir helfen Ihnen, den Antrag bei der Bezirksregierung zu stellen!“
  • „Wir sind ohne Satzungszweck und daher frei in der Richtung unserer Unterstützung“, unterstrich die Präsidentin des Rotary Clubs Gevelsberg, Dr. Monika Steinrücke, und weiter: „Unser Schwerpunkt sind regionale Projekte der Bildung, Sozialarbeit, Kultur und Natur. Es wäre schön, wenn Ideen an uns herangetragen werden, die wir dann prüfen. Seit langem fördern die Rotarier das ZwergEN-Projekt in Kindergärten“.
  • Für den Förderverein des Lions-Club Ennepe-Ruhr betonte Schriftführer Dr. Jörg Stöber das Motto „We serve- wir dienen“. Man unterstütze u.a. die Schul- und Lernhilfe des Kinderschutzbundes und die Arbeit der Lesementoren. Gerne stellte auch Dr. Stöber sich an diesem Abend dem Austausch mit den engagierten Ehrenamtlern.
  • Die AVU Gevelsberg wurde durch Anna Zimmermann aus der Marketingabteilung vertreten. Bekanntlich unterstützt die AVU regionale Vereine und Verbände, Institutionen und die regionalen Stadtmarketing-Organisationen mit Kooperationen, Spenden und Sponsoring in den Bereichen Sport, Kultur und Soziales.

Der Abend war nicht als Wunschkonzert gedacht, sondern sollte konkrete Möglichkeiten einer passenden Unterstützung ausloten. Damit Engagierte und Unterstützer, die ja einander brauchen, um Gutes für die Stadtgesellschaft bewirken zu können, auch besser zueinander finden können, ist es wichtig, dass man z.B. den Förderzweck von Stiftungen kennt, der die Fördernden an ihre Richtlinien bindet. Ganz offensichtlich kamen im Verlauf der „Stadtteilkonferenz“ viele intensive Gespräche zustande und mancher Förderantrag wurde im Anschluss bereits passgenau auf den Weg gebracht.

Bildtext: Eindrücke von der jüngsten Stadtteilkonferenz: Blick in die große Runde zu Beginn der Veranstaltung – Bürgermeister Stephan Langhard im Gespräch mit Mitgliedern des Kinderschutzbundes – Im Gespräch für die Reifenberger Stiftung: Dr. Heino Bickenbach (r.) – Lothar Feldmann und Cornelia Eggert vertraten die Wilhelm Erfurt-Stiftung für Kultur und Umwelt, Schwelm.  Fotos: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph

Schwelm, den 8. Januar 2024