Gaskrise

Bürgermeister: „Energiesparen ist das Gebot der Zeit!“

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

die Gaskrise wird uns als Privatmenschen ebenso wie Kommunen oder Wirtschaft, Handel, Gewerbe, Gastronomie und Vereinsleben sicher auf lange Sicht beschäftigen. Es ist ohne Frage eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, eine Aufgabe jedes einzelnen von uns, Energie einzusparen. Zum einen, um weniger zu verbrauchen, damit die Ressourcen für alle reichen. Zum anderen, weil der Verbrauch von Gas uns alle finanziell sehr fordert, in Teilen auch überfordert. Auch die städtischen Finanzen werden dadurch erheblich belastet.

Wir werden liebgewonnene Gewohnheiten aufgeben müssen. Ich danke Ihnen schon jetzt herzlich für Ihre Bemühungen zur Energieeinsparung.

Bitte, bitte sparen Sie weiterhin Energie, wo immer dies möglich ist!

Dazu fordert uns auch die Kampagne „#besserbereit“ des Regionalverbandes Ruhr, der wir uns als Stadt anschließen, so eindrücklich wie nachdrücklich auf.

Auch wenn wir als Stadtverwaltung schon lange ein effizientes Energiemanagement betreiben, leisten wir selbstverständlich unseren Beitrag zu den aktuellen Einsparungen. Ich habe daher schon Mitte Juli den Stab außergewöhnliche Ereignisse „Energie“ eingesetzt, der unter Leitung unseres Beigeordneten Marcus Kauke in engem Takt tagt und fachbereichsübergreifend Energiesparmaßnahmen z.B. in unseren städtischen Gebäuden und Anlagen prüft. Wir befassen uns mit der Heizenergie, der Warmwasserversorgung und den Stromkosten.

Dabei geht es nicht nur um Effizienz, sondern auch um Verkehrssicherungspflichten, technische Umsetzbarkeit und soziale Zumutbarkeit für Sie als Bürger*innen, sofern Sie z.B. das Hallenbad oder städtische Turnhallen nutzen, aber auch für die Mitarbeitenden der Verwaltung.

Lassen Sie uns gemeinsam das Machbare tun, um im kommenden Winter die Grundversorgung mit Gas und Strom für alle zu sichern!

Stephan Langhard

Bürgermeister

„Im Rahmen unserer intensiven Stabsarbeit“, so SAE-Leiter Marcus Kauke, „haben wir bereits konkrete Maßnahmen umgesetzt und prüfen weitere Einsparvorhaben. Mir persönlich ist es wichtig, mit einem klaren Kopf den Herausforderungen zu begegnen und nicht durch übereilte Entscheidungen neue Probleme zu schaffen. Insbesondere die vielseitigen technischen Anforderungen galt es abzuklären. Die beabsichtigten Maßnahmen wurden und werden im Vorfeld mit den betroffenen Nutzern besprochen.

Wir müssen uns aber auch darauf einstellen, dass trotz aller Sparmaßnahmen mit Ausfällen der Energieversorgung zu rechnen ist. Daher befasst sich der Stab für außergewöhnliche Ereignisse auch bereits mit diesen Szenarien. Umso bedeutender ist es, durch sparsamen Umgang mit Energie die Ressourcen für den Winter zu sichern.“

Unsere Einsparmaßnahmen:

  • Hallenbad
  • Die Wassertemperatur im Schwelmer Hallenbad wurde schon im Juli von 28 Grad um ein bis 2 Grad abgesenkt.
  • Brunnenanlagen
  • Die Winterpause der städtischen Brunnenanlagen am Haus Martfeld und in der Innenstadt wurde mit dem Ende des Heimatfestes vorgezogen.
  • Gebäude der Stadtverwaltung
  • In den Büros der Stadtverwaltung beträgt die Temperatur in der Heizperiode auf Grundlage der Energieeinsparverordnungen des Bundes nur noch maximal 19 Grad.
  • Die dezentrale Warmwasserversorgung an Handwaschbecken und in Teeküchen wurde gemäß Bundesvorgabe abgeschaltet.
  • Die Klimatisierung der IT-Serverräume wurde reduziert. Wir informieren unsere Mitarbeitenden über die jeweils mit den Personalräten abgestimmten Maßnahmen, werben um Verständnis und regen zum Unterbreiten eigener Einsparvorschläge an. In „Grünen Briefen“ zeigen einzelne Abteilungen der Stadtverwaltung allen Kolleg*innen Stromspartipps auf, so z.B. die IT, die auf den Nutzen des Herunterfahrens von Rechnern und Monitoren bei absehbarer Nichtpräsenz im Büro verweist.
  • Schulen
  • Die Temperatur in den Klassenräumen beträgt gemäß Bundesvorgabe maximal 20 Grad.
  • Kitas
  • Bei den Kitas sind keine Maßnahmen vorgesehen.
  • Turnhallen
  • In den Sporthallen beträgt die Temperatur gemäß Bundesvorgabe nur noch maximal 17 Grad. Stadtverwaltung, Stadtsportverband und die Sportpolitik haben sich darauf verständigt, nur noch das Duschen mit kaltem Wasser zu ermöglichen.
  • Aktuell:
  • Am 24. Oktober fand auf Einladung des Bürgermeisters und gemeinsam mit der SAE-Stabsleitung im Rathaus ein Abstimmungsgespräch mit Vertreter*innen der Kreispolizeibehörde, der Kirchengemeinden, der AVU, des Stadtmarketings, der Werbegemeinschaft, der Technischen Betriebe und der Wirtschaftsförderung zum Thema „Beleuchtung im öffentlichen Raum“ statt.
  • Die Ergebnisse:
  • Weihnachtsbeleuchtung
  • Die auf LED ausgelegte Weihnachtsbeleuchtung wird wieder sechs Wochen lang leuchten, aber zu eingeschränkten Zeiten, nämlich von 17 bis 21 Uhr statt wie bisher bis 23.30 Uhr. Damit ist auch der Weihnachtsmarkt auskömmlich in den Abendstunden erhellt.
  • Straßenbeleuchtung
  • Die Straßenbeleuchtung wird nicht reduziert. Hier folgt man der Einschätzung von Kriminalrat Andre Pieper, Leiter der EN-Kriminalpolizei, der zufolge die Verkehrssicherheit eine maßgebliche Rolle spielt. Und: „Das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger würde leiden und es könnten Angsträume entstehen“. Licht stehe auch für soziale Kontrolle. Mit Blick auf Einbruchsdiebstähle senke wenig Licht das Risiko für Täter und fördere somit die Tatgelegenheit.
  • Schwelms Einzelhandel:
  • Schwelms Einzelhandel hat sich nach den Ausführungen von Daniela Weithe, Vorsitzende der Werbegemeinschaft, schon vor Inkrafttreten der Bundesvorgaben auf die neue Situation eingestellt, denn: „Wir leisten solidarisch unseren Beitrag beim Sparen von Energie. Außerdem liegt dies auch im Eigeninteresse unserer Händlerinnen und Händler“. Viele von ihnen hätten die Schaufensterbeleuchtung gedimmt oder würden sie abends zeitig ausschalten.
  • Beleuchten von Denkmälern, Sehenswürdigkeiten usw.
  • Beim Anstrahlen von Denkmälern prüft die Stadtverwaltung das Herunterfahren der Beleuchtung am Haus Martfeld. Der Verschönerungsverein hat die Beleuchtung der Martfeld-Kapelle bereits ausgeschaltet.
  • Kirchengemeinden:
  • Pfarrer Frank Bracklo, Präses der Evangelischen Kirchengemeinde Schwelm, wird zur Thematik der Beleuchtung von Kirchtürmen das Gespräch mit Propst Norbert Dudek von der Katholischen Kirchengemeinde St. Marien suchen.

Wichtige Hinweise zum Energiesparen bzw. zur angemessenen Bevorratung in Notfällen geben

 

Schwelm, den 12. Oktober 2022

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