1. Spatenstich für den Umbau des neuen „Zentralen Omnibus-Bahnhofs“ Schwelm

Barrierefreiheit, Elektromobilität, mehr Platz für Busse

„Unserem Umfeld kann man schon jetzt ansehen, dass sich seine Gestalt wesentlich verändern wird. Aber es geht hier nicht um Äußerlichkeiten. Der neue Zentrale Omnibus-Bahnhof geht mit grundsätzlich neuen und zudem deutlich erweiterten Nutzungen einher“. Mit diesen Worten begrüßte Bürgermeister Jochen Stobbe die Anwesenden zum „1. Spatenstich“ für den neuen „ZOB“. Stobbe: „Wir können ohne Übertreibung sagen, dass hier, in diesem für Schwelm so wichtigen Bereich, ein sehr großer und wichtiger Schritt in die Zukunft getan wird.“

 

Nachdem Anfang Juni 2013 die Bürgerinnen und Bürger sich in einer Informationsveranstaltung vor Ort ein Bild von den Plänen für einen neuen Zentralen Omnibus-Bahnhof machen konnten, hat der Rat der Stadt Schwelm Ende Juni 2013 dem Vorhaben zugestimmt. Damit war der Weg bereitet für ein Projekt, an dem seitens der Stadt das Stadtentwicklungsbüro, das Immobilienmanagement und der Bürgerservice beteiligt sind sowie die Technischen Betriebe Schwelm als ÄöR.

 

Der neue ZOB bietet Barrierefreiheit und viele Vorteile gerade auch für behinderte Menschen: z.B. ein Leitsystem für sehbehinderte und blinde Bürger sowie eine akustische Sprecheinrichtung. Und: Er steht für Elektromobilität.

 

„Wir gewinnen“, so der Bürgermeister, „mehr Platz für Busse. Zudem gewinnen wir spürbar an Aufenthaltsqualität durch verbesserten Wind- und Wetterschutz an den Haltestellen. Und: Wir erhöhen die Verkehrssicherheit! Das erwarten die Bürgerinnen und Bürger von einem Zentralen Omnibusbahnhof, der mit 5000 bis 6000 Nutzern pro Tag längst zur Drehscheibe der Mobilität in unserer Stadt geworden ist.“

 

Die Gesamtkosten betragen 1 065 800 €: die Zuwendungen des VRR liegen bei 881 900 €. Die Stadt zahlt 183 900 € für den Umbau.

 

Jochen Stobbe: „Zuweilen wurde in Schwelm leidenschaftlich darüber diskutiert, ob es sich beim neuen ZOB und dem Bahnhofsgebäude um das Spiel von der Henne und dem Ei handeln könnte. So wurde gefragt: Brauchen wir nicht zunächst ein umgestaltetes Bahnhofsgebäude, bevor ein neuer ZOB folgt? Nicht zwangsläufig! Wir erleben nun eine Unternehmung, die auch dem ganzen Viertel gut tut und die das große Bemühen anderer Kräfte am Ort (wie der Vermögensverwaltung Vits mit dem Ibach-Haus) unterstützt, wenn es darum geht, aus einem einstmals durchindustrialisierten Quartier eine attraktive Stadtregion zu machen.“

 

Er dankte dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr sehr herzlich für die großzügige finanzielle Unterstützung, ohne die die Stadt das Vorhaben nicht verwirklichen könnte. Andreas Runge vom VRR: “Wir freuen uns, dass die Stadt

Schwelm unser Angebot zur Förderung des Projekts angenommen hat und nun ein

moderner ZOB als erster Baustein des gemeinsam abgestimmten Gesamtkonzepts

entsteht. Der ZOB am Bahnhof Schwelm ist von besonderer Bedeutung, da hier zehn

Buslinien verkehren und die Verknüpfung zum Schienenverkehr mit drei

RegionalExpresslinien und einer S-Bahn-Linie geschaffen wird.“

 

BEG-(Bahnflächenentwicklungsgesellschaft)-Geschäftsführer Thomas Lennertz: „Mit Bekanntwerden der Modernisierung des ZOB ist auch das Interesse am Empfangsgebäude gestiegen. Drei ernsthafte Interessenten haben sich bei uns gemeldet. Es fanden mit allen Interessenten Besichtigungen statt, in die jeweils direkt Architekten eingebunden wurden. Die BEG verkauft das Gebäude in Abstimmung mit der Stadt nur bei Vorlage eines realistischen Sanierungskonzepts oder auch Neubaukonzepts. Wir haben allen Interessenten mit ihren Architekten bis Ende April 2014 Zeit gegeben, ihre Konzepte auszuarbeiten“.

 

Für die AVU ergriff Thorsten Coß, Geschäftsführer AVU Serviceplus GmbH, das Wort: „20. Juni 2011: einstimmiger Kreistagsbeschluss, Energiewende jetzt‘. Der Kreistag fordert die Kreisverwaltung u. a. auf, die Realisierung regenerativer Energieerzeugung vor Ort zu forcieren und die Nutzung von Erdwärme, Wind, Wasserkraft, Holz, Sonne und Blockheizkraftwerkstechnik voran zu treiben

 

Hier und heute leistet die AVU wieder einen Beitrag, um diesen Auftrag zu erfüllen. Die Technik hierfür sind: Verbaute Module: 256; installierte Leistung: 64 kWp; Stromproduktion: 54.329 kWh p.a. (ausreichend für 15 Haushalte à 3.500 kWh). CO2-Einsparung: bis zu 48.000 kg/a. Diese Anlage wird bezahlt durch die Grünstrom-Kunden der AVU.“

 

Coß: „Zum 1.1.2014 sind dies über 3000 Kunden, die jetzt mit einem Zusatzbeitrag von 2 € im Monat zu ihrem Strompreis den Bau solcher Anlagen ermöglich, darunter auch die AVU, die 2013 rund 20.000 € selber in den Fördertopf eingezahlt hat“.

 

Seit 1999 wurden aus diesem Fördertopf über 300 EEG-Anlagen z. B. auf Schulen und Kindergärten bezuschusst und  hier entsteht jetzt ab Juni die vierte eigene AVU-PV Anlage, die mit über 50.000 kWh genauso viel Strom erzeugen wird, wie die bisherigen Anlage zusammen. Unabhängig vom Grünstrom-Fördertopf gewährt die AVU AG einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 40.000 € für die Nutzung der Flächen. Außerdem werden je zwei Ladeboxen für Elektrofahrräder und zwei  Ladepunkte für E-Autos zur Verfügung gestellt.

 

„Schon in 2013 wurde eine Elektroladestation am Märkischen Platz hier in Schwelm errichtet. Und zum Jahresbeginn 2013 hat die AVU Netz in einer großen Maßnahme durch die Verlegung vieler vorhandener 10.000 Volt Kabel Richtung Park erst das Baufeld geräumt und so den heutigen Spatenstich ermöglicht. Trotz mancher Unkenrufe: PV lohnt sich, jetzt vor allem für die Eigennutzung“.

 

Der AVU-Fachmann: „Investitionen im öffentlichen Raum sind nötig. Nur wenn Bürger sich positiv identifizierten, wollen sie gerne aktiv das Leben ihrer  Stadt mitgestalten. Wir, die AVU als Partner der Region, leisten daher gerne hier und heute unseren Beitrag. Und möchten dies, wie unsere PV-Anlage, auch in den nächsten 20 Jahren für Schwelm und den Ennepe- Ruhr Kreis tun.“

 

Stobbe dankte den Schwelmer Ratsfraktionen, dem Behindertenbeirat, der Kreispolizeibehörde und der Schwelmer Feuerwehr sowie den Anrainern Finanzamt, AOK, Ibach-Haus und den Besitzern des Grundstücks „ehemals Kaiser-Supermarkt“, die vorübergehend 50 Ersatzparkplätze zur Verfügung stellen. Für die Straßenbau- und Tiefbaufirma Gustav Marsch begrüßte er den Geschäftsführer Joachim Blömeke sowie die Herren Eversberg und Diederich.

 

Sein Dank gilt ebenso den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Verständnis. „Sie werden in den nächsten Monaten einige Geduld aufbringen müssen. Sie sehen aber auch als erste jeden Tag die Baufortschritte. Und noch vor dem Heimatfest, so sieht es die Planung vor, kann der neue ZOB in Dienst genommen werden. Ein schöneres Entree – auch für unsere zahlreichen Gäste – kann ich mir kaum vorstellen“.

 

 Schwelm, den 7. März 2014

Jetzt wird in die Hände gespuckt: v.l. Thomas Schulte (VER), Andreas Runge (VRR), Thomas Lennertz (BEG), Thorsten Coß (AVU), Ralf Schweinsberg (Beigeordneter), Bürgermeister Jochen Stobbe und Oliver Flüshöh (CDU).
Vieltrödler können den Frühjahrs- und den Herbst-Trödelmarkt im Kombipaket buchen. Foto: Stadtverwaltung Schwelm / Tilo Kramer
Anneliese Döinghaus ist seit 1968 Sozialpflegerin in Schwelm. Für ihr Wirken dankten ihr Bürgermeister Jochen Stobbe und Andreas Koch vom städtischen Fachbereich Familie und Bildung sehr herzlich. Zur Ehrung wurde die bekannte und geschätzte Frau von Karl Hohagen (l.) begleitet, der seit 40 Jahren Sozialpfleger im selben Sozialbezirk wie Frau Döinghaus ist. Foto: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph
Kommunalpolitiker/innen und Bürger/innen waren zum großen Ereignis auf den Bahnhofsvorplatz gekommen.
Die Umbauarbeiten für den neuen ZOB sollen vor dem Heimatfest abgeschlossen sein. Foto: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph
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