„Ach, wie gut, dass niemand weiß…“ / 200 Jahre Grimms Märchen: Entstehung und Bedeutung

Weltbekannter Märchenforscher Prof. Heinz Rölleke am 18. Oktober zu Gast im Schloss Martfeld

Von aller Welt verlassen, wie das Sterntaler-Kind – Um seine Brüder besorgt, wie das Mädchen, das den sieben Raben folgt – Blind vor Stolz, wie die Prinzessin, die durch König Drosselbart zur Vernunft und zur Liebe findet – Wie man als Igel gegen den scheinbar überlegenen Hasen gewinnen kann: Grimms Märchen sind keine possierlichen Geschichten. Oft geht es für die Heldinnen und Helden um alles. Und meist müssen sie selber etwas dafür tun, dass sich ihre Lage zum Guten wendet. In den einfach erzählten Geschichten steckt viel existenzieller Gehalt. Wer mit Märchen groß wurde, der hat verinnerlicht, dass es immer eine Hoffnung, immer einen Ausweg geben kann, wenn man Gottvertrauen besitzt oder gewitzt ist oder lebensmutig über sich hinauswächst.

200 Jahre sind die in der ganzen Welt berühmten Grimmschen Märchen nun alt, ein Jubiläum, das im In- und Ausland gebührend gefeiert wird. Erste Adresse in Sachen Grimm ist der Germanist Professor Dr. Heinz Rölleke. Der weltweit renommierte und vielfach ausgezeichnete Wissenschaftler (Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für seine Verdienste um die Literatur) ist am Freitag, dem 18. Oktober zu Gast in Schwelm. Um 18 Uhr spricht er im Schloss Martfeld zu dem Thema „,Ach, wie gut, dass niemand weiß…‘ / 200 Jahre Grimms Märchen: Entstehung und Bedeutung“.

Wer Heinz Rölleke schon einmal erlebt hat, darf auf einen unvergesslichen Abend hoffen. Seine beeindruckende Fachkenntnis, sein Wissen um die menschliche Natur, sein Humor und seine angenehme Weise, sich mit dem Publikum zu verständigen, machen den Wissenschaftler zu einem begehrten Gast. Zum Abend im Schloss laden die Informations- und Pressestelle der Stadt Schwelm und die Erfurt-Stiftung für Kultur und Natur, Schwelm, ein. Eintrittskarten für 5 € gibt es an der Abendkasse (Einlass ab 17:30 Uhr).

Heinz Rölleke, 1936 in Düsseldorf geboren, besuchte Volksschulen und das Gymnasium im Sauerland und in seiner Heimatstadt, absolvierte eine kaufmännische Lehre und war drei Jahre beim Zeitungsverlag W. Girardet tätig. Während dieser Zeit besuchte er das Abendgymnasium. Nach dem Abitur studierte er Germanistik, Geschichte und Philosophie an den Universitäten Köln und Zürich.

Heinz Rölleke war von 1974 bis 2001 Professor für Deutsche Philologie einschließlich Volkskunde an der Bergischen Universität Wuppertal, hielt Gastvorträge an über 90 Universitäten in aller Welt, legte über 60 Buchpublikationen vor (in zahlreiche Sprachen übersetzt) sowie weit über 300 Aufsätze aus dem Gesamtbereich der deutschen Literaturgeschichte und der literarischen Volkskunde.

1985 erhielt Professor Rölleke den Preis der Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Volkach und den Staatspreis des Landes Hessen; 1999 wurde ihm der Brüder Grimm-Preis der Philipps-Universität Marburg verliehen, 2006 der Reichelsheimer Märchenpreis. Seit September 2002 ist Professor Rölleke Präsident der Hugo von Hofmannsthal-Gesellschaft.

Schwelm, den 10. Oktober 2013

 

 

Professor Dr. Heinz Rölleke kommt nach Schwelm. Er wird im Schloss Martfeld über 200 Jahre Grimmsche Märchen sprechen. Foto: Andreas Fischer
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