„Ja, es gefällt uns hier“: Viele Gründe führen nach Schwelm

Erstellt von Heike Rudolph |

Empfang im Rathaus für Schwelmer Neubürger

„Auf diese Antwort haben wir jetzt zehn Minuten gewartet!“: Mit gespieltem Vorwurf reagierte Bürgermeister Jochen Stobbe auf die Antwort eines Neubürgers, die Liebe habe ihn nach Schwelm geführt, ja, endlich mal die Liebe. Zuvor hatten viele der Schwelmer Neubürger, die der Einladung zum Willkommensempfang im Rathaus gefolgt waren, zahlreiche andere gute Gründe für den Zuzug in die Kreisstadt angeführt.

Da ist die junge Frau aus der Mongolei, die in Leipzig studiert und promoviert hat und sich nun in Schwelm sehr wohl fühlt. Da sind Menschen, die vor dem Krieg aus dem Irak flüchten mussten; da ist das nigerianische Paar mit Kleinkind, das hier ein ganz normales Leben führen möchte. Oder das junge deutsche Paar, das „wegen Oma“ nach Schwelm gezogen ist, die Pflege braucht, und zwar von Menschen, die ihr nahe stehen. Oder das Wuppertaler Ehepaar, das ein paar hundert Meter über die Stadtgrenze gezogen ist.

Die Stadt Schwelm führt den Neubürger-Empfang einmal im Jahr durch. Sie hat über 1300 Bürger angeschrieben, die vom 2. März 2009 bis zum 1. März 2010 zugezogen sind. Ins Rathaus kamen Neuschwelmer im Kindes- wie im Seniorenalter – alle Generationen, und sie erlebten einen heiteren Nachmittag. Dazu passte, dass Anita Stiepermann und Irmgard Weinreich den „Neuen“ in launiger Weise mal eben „mit links“ die Schwelmer Stadt-Sprache, das „Platt“ beibrachten.

Hier die Herkunftsländer der Neubürger: Deutschland, Ägypten und Griechenland, Türkei und Jemen, Bosnien-Herzegowina und Ukraine, Libanon und Polen, Iran und Serbien, Kosovo und Italien, Kasachstan und Niederlande, Russland und Amerika, Großbritannien und Nigeria, Ungarn und Portugal, Rumänien und Philippinen, Österreich und Mongolei, Tunesien und Guinea, Slowakei und Indien, Irak und Australien, Marokko und Kenia, Sri Lanka und Vietnam, Lettland und Kuba, Bulgarien und Ecuador, Mazedonien und Chile sowie Tschechien und Kongo.  

Vertreterinnen und Vertreter von Schwelmer Einrichtungen und Vereinen stellten sich und das Angebot ihres Hauses mit Worten und Prospekten vor. Mit dabei waren die Stadtsparkasse (Anne Peter) und die Schwelmer & Soziale Wohnungsgenossenschaft (Joachim Pfaffenbach), die den Empfang auch unterstützen, sowie die Werbegemeinschaft Schwelm (Daniela Weithe), die für jeden Neubürger einen Einkaufsgutschein über 5 € stiftete.

Michael Treimer (AGU) hatte die „Eigentumswohnung für Bienen“ sprich: ein Insektenhotel mitgebracht, Anne Peter warb für den Verein für Heimatkunde, Hans Georg Müller für den Vereinsring Linderhausen, André Kohlstadt für den Hegering, Hanns Grüner für den Schwelmer Sport, Martin Schwamborn (Verschönerungsverein) für das schöne Schwelm, Christiane Sartor für die Städtepartnerschaft Schwelm-Fourqueux, den Tennis-Club Blau-Weiss und die Schwelmer Nachbarschaften. Politik und stellvertretende Bürgermeister begrüßen, und für die Kirche richteten Pfarrer Frank Bracklo (Evangelische Kirchengemeinde) und Propst Heinz-Ditmar Janousek (Katholische Propsteigemeinde St. Marien) herzlich Worte an die Neubürger. Die AOK war durch Helmut Gablowski und Andreas Rippa vertreten. Die beiden hatten für jeden Neubürger einen Gutschein über eine Familienkarte für das Schwelmebad mit gebracht. 

Für Musik sorgten Musikschulleiterin Gabriele Weidner und Lehrer-Kollegin Regine Köppen mit schönen Weisen auf der Blockflöte und der Gitarre. Für das städtische Bürgerbüro standen Mirko Feldermann und Andrea Heinze den Neubürgern Rede und Antwort. Stadtbücherei-Leiterin Kornelia Wilberg unterhielt sich mit den Gästen über Literatur und Öffnungszeiten. Das wichtige Thema Ehrenamt besprach Christine Flieger von der städtischen „Servicestelle Ehrenamt“ mit interessierten Neubürgerinnen und Neubürgern.

Den Neuschwelmern gefielen auch die visuellen Eindrücke dieses Nachmittags. So fanden der RUHR-2010-Film des Schwelmer Filmemachers Bernd Henkel und die Diashow mit Fotos von Arno Kowalewski großen Anklang bei den Neubürgern.

Schwelm, im April 2010

Am kommenden Samstag können die Bürgerinnen und Bürger wieder Schadstoffe abgeben. Foto: Heike Rudolph
Bürgermeister Jochen Stobbe befragte Neuschwelmer u.a. aus Nigeria, der Mongolei und Wuppertal nach ihren Gründen, Schwelm zur neuen Heimat zu wählen.
Die jüngsten ließen der Kreativität in der Malecke freien Lauf. Fotos: Heike Rudolph
Serviceportal