Atemschutz, Gerätekunde und „Wasser marsch“ beim „Girls Day“!

Schwelmer Schülerinnen auf Haupt- Feuerwache und Rettungswache mit „Feuereifer“ bei der Sache

Aufbau und Organisation der Feuerwehr, Frauenanteil in der Feuerwehr, Fahrzeug- und Gerätekunde,  das Anlegen der persönlichen  Schutzausrüstung, das Verhalten bei Alarm u.v.m.: Vier junge Schülerinnen von der Pestalozzischule und vom Märkischen Gymnasium lernten jetzt im Rahmen des „Girls Days“ 2014 die spannende Arbeit der Feuerwehr Schwelm kennen. Amalia, Sophia, Nina und Sarah (zwischen 11 bis 13 Jahren alt) und Frau Exner, Lehrerin der Pestalozzischule, wurden von Feuerwehrchef Matthias Jansen, Oberbrandmeister Kai Voigtländer und Hauptbrandmeister Martin Fischer begrüßt, die ein vielfältiges Programm für die Mädchen erarbeitet hatten.

Der „Girls Day“ und sein Gegenstück, der „Boys Day“, wollen bei Jugendlichen Offenheit und Interesse für Berufe wecken, die eben nicht mädchen- bzw. jungentypisch sind. So entwickeln junge Menschen bei Neigung und Interesse den Mut, auch andere als scheinbar geschlechtstypische Berufe zu ergreifen. Das passt in eine moderne Arbeitswelt, die allen fachlich geeigneten Aspiranten offen stehen soll, muss – und dies auch will!    

Die größte Aufmerksamkeit fanden am „Girls Day“ bei der Feuerwehr Schwelm naturgemäß die praktischen Übungen. Das gefiel Sarah, die sich eine gewisse „action“ versprochen hatte, und das gefiel auch ihren Mitstreiterinnen, die von  Schwelms Schulsozialarbeiter Jens Barnstein für den Informationstag  bei der Feuerwehr sensibilisiert worden waren.

Oberbrandmeister Kai Voigtländer und Hauptbrandmeister Martin Fischer erläuterten den Mädchen alle Schritte, kontrollierten die Handgriffe und ermutigten die Schülerinnen zu beherztem Auftreten.

Gleichzeitig wiesen sie die Mädchen immer wieder darauf hin, dass alle Pflichten im Team zu erledigen seien, denn: „Feuerwehrdienst ist immer eine Mannschaftsaufgabe, hier greift eine Hand in die andere.“

Die Mädchen erlernten „fachfraulich“ die Schläuche auszurollen und an eine Kupplung anzuschließen, von der der Hauptschlauch zum Hydranten führte. Für das alles braucht es Geschick und Kraft. Dann noch die Strahlrohre aufgesetzt, und endlich hieß es: „Wasser marsch!“ Keines der Mädchen hätte geglaubt, welche Kraft solch ein Wasserstrahl entwickeln kann. Doch schnell hatte die „Girls“ den Bogen raus und lachten laut vor Aufregung, während sie den Hof der Hauptwache „löschten“. Allen vieren wurde deutlich: Jeder Handgriff muss sitzen. Wer Feuerwehrdienst leistet, der auch trägt Verantwortung.

Wie überall, so muss auch nach dem Löscheinsatz wieder aufgeräumt werden: Sorgfältig sorgten die Mädchen dafür, dass das Restwasser aus den Schläuchen entweichen konnte und rollten sie wieder auf. Und so ein Schlauch ist ganz schön schwer!

Die Mädchen staunten darüber, dass ein Sprungpolster in nur wenigen Sekunden aufgeblasen wird und im Notfall Menschen aus 16 m Höhe aufnehmen kann.

Für Matthias Jansen, den Chef der Feuerwehr Schwelm, ist die Teilnahme am „Girls Day“ selbstverständlich. Er sorgt für ein offenes Klima und unterstützt das Bemühen, Mädchen an den Beruf oder das Hobby „Feuerwehr“ heranzuführen, aus tiefer Überzeugung.

Das Bild der Feuerwehr ist im Wandel begriffen. Die demographische Entwicklung und der Ganztagsunterricht an Schulen führen in vielen Einrichtungen und Vereinen zu einem Rückgang an jungen Mitgliedern. Die Schwelmer Wehr hat vor einigen Jahren wieder erfolgreich eine Jugendfeuerwehr aufbauen können, doch auch wehrbegeisterte Jugendliche entscheiden sich später ausbildungsbedingt oder aus familiären Gründen für einen anderen Beruf oder ein anderes lebensbegleitendes Hobby. Hinzu kommt, dass auch von ehrenamtlichen Feuerwehrleuten hohe berufliche Flexibilität verlangt wird und nicht jeder Arbeitgeber eine Freistellung für Einsätze gewähren kann.

„Dienst bei der Feuerwehr ist immer auch Dienst an der Allgemeinheit“, so Matthias Jansen. 

Deshalb setzt auch die Feuerwehr Schwelm alles daran, junge Menschen auch mit Migrationshintergrund, die sich engagieren möchten, für sich zu gewinnen, Männer wie Frauen. Und der „Girls Day“ macht Mut, hier erste wichtige Kontakte zu knüpfen.   

Schwelm, den 31. März 2014

Brett- und Kartenspiele gehören zum beliebten Spielenachmittag im Gemeindehaus Linderhausen. Foto: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph
"Feuerwehrdienst ist Teamarbeit!" Nina, Sarah, Amalia und Sophia erlebten bei der Schwelmer Feuerwehr ein pralles Programm. Hier beim Gruppenfoto mit der Lehrerin Frau Exner, Bürgermeister Jochen Stobbe, Feuerwehrchef Matthias Jansen, Oberbrandmeister Kai Voigtländer und Hauptbrandmeister Martin Fischer.
So entrollt man die Schläuche zügig.
Die Mädchen lernten u.a., die Schläuche an die Kupplung anzuschließen. Da muss jeder Handgriff sitzen.
"Wasser marsch!" Diese Übung gehörte für die Schülerinnen zu den Glanzlichtern ihres Vormittags.
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