„Wir lassen Frauen nicht im Regen stehen“

Aktion des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt

„Wir lassen Frauen nicht im Regen stehen" - so steht es auf 1.000 Regenschirmen und 15.000 Taschenkalendern, die ab dem 25. November im Ennepe-Ruhr-Kreis verteilt werden. Der Auftakt für die diesjährige Aktion findet zeitgleich in allen Städten des Kreises statt. In Schwelm werden die ersten Schirme am Mittwoch, 25. November, zwischen 11 und 12 Uhr auf dem Bürgerplatz gegen eine Spende von mindestens fünf Euro zu Gunsten des Frauenhauses abgegeben, anschließend sind sie im Kreishaus und in der Stadtbücherei erhältlich.

Initiiert wurde die Aktion vom „Runden Tisch EN gegen häusliche Gewalt“. Trauriger Hintergrund: Allein in diesem Jahr verzeichnete die Kreispolizeibehörde, die für alle Städte außer Witten zuständig ist, 178 Fälle häuslicher Gewalt und 109 Wegweisungen von gewalttätigen Männern aus Wohnungen, in 167 Fällen erfolgte eine Vermittlung der Frauen an Beratungsstellen. Tendenz im Vergleich zum Vorjahr: steigend. Für Witten lauten die Zahlen 75, 33 und 33.

„Wir möchten die Öffentlichkeit wie in den letzten fünf Jahren mit einer ungewöhnlichen Idee auf das Problem der häuslichen Gewalt hinweisen und die Menschen sensibilisieren“, macht Renate Terboven, als Gleichstellungsbeauftragte der Kreisverwaltung Moderatorin des Runden Tisches, deutlich. Gleichzeitig sollen Regenschirme, Taschenkalender und Informationsblätter dazu beitragen, dass Betroffene den Mut finden, sich an Beratungsstellen, Frauenhaus oder die Polizei zu wenden.

„Die Palette der praktischen Hilfen ist groß. Sie reicht vom persönlichen Beratungsgespräch über Hinweise zu Rechten von Opfern und Verhaltensempfehlungen bis zur Aufnahme im Frauenhaus“, nennt Terboven Beispiele. Erste Ansprechpartner nennt der Taschenkalender, dort sind die Telefonnummern der Frauenberatung EN, des Frauenhauses EN und der Opferschutzbeauftragten der Polizei genannt. Praktisch: Der Kalender, der für 2010 gilt, nennt auch die NRW-Ferientermine und passt in jede Handtasche und jedes Portemonnaie.

Um Gewalt an Frauen und Kindern zu ächten, hat der Runde Tisch in den letzten Jahren regelmäßig auf kreisweite Aktionen gesetzt. 2004 wurden über die Bäckereien im Kreisgebiet 200.000 Brötchentüten mit der Aufschrift „Gewalt kommt nicht in die Tüte" verteilt, 2005 überreichten die Apotheken ihren Kunden 50.000 Taschentücherpäckchen. Die Botschaft: „Keine Gewalt gegen Frauen. Wir haben die Nase voll!". 2006 hieß es dann auf 180 Plakaten in Bussen der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr (VER) und der BOGESTRA „Gewaltfrei fahren Frauen besser - Keine Gewalt gegen Frauen“ und 2007 hieß es auf  Bannern, die über Straßen und an Rathäusern im Ennepe-Ruhr-Kreis hingen: „Gemeinsam gegen Häusliche Gewalt!" Im letzten Jahr waren 10.000 Taschenkalender mit der Aufschrift „Die Zeit ist reif - Keine Gewalt gegen Frauen!" verteilt worden. „Die Reaktionen waren stets positiv. Es ist uns gelungen, der Öffentlichkeit zu zeigen, dass häusliche Gewalt auch im Ennepe-Ruhr-Kreis stattfindet und ein Thema sein muss“, so Terboven.

Stichwort „Runder Tisch gegen häusliche Gewalt im Ennepe-Ruhr-Kreis

Der „Runde Tisch gegen häusliche Gewalt im Ennepe-Ruhr-Kreis“, der die Aktionen geplant und vorbereitet hat, besteht seit 1999 und feiert in diesem Jahr sein 10-jähriges Jubiläum. Fachleute aus Justiz, Polizei, dem Opferschutz, den Beratungsstellen, dem Frauenhaus, der Frauenberatung, dem Gesundheitswesen und die Gleichstellungsbeauftragten der Städte und der Kreisverwaltung arbeiten gemeinsam daran, die Situation gewaltbetroffener Frauen nachhaltig zu verbessern und Gewalt öffentlich zu ächten. Schirmherr ist Landrat Dr. Arnim Brux.

Schwelm, den 24. November 2009

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