Bebauung des VfB-Sportplatzes am Brunnen

Vielfalt der Meinungen beim Bürgergespräch im Haus Martfeld

Auf zwei Stunden war das Bürgergespräch im Haus Martfeld angelegt gewesen. Als es nach einer Stunde und 15 Minuten mit guten Wünschen für den Nachhauseweg endete, hatten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger ihre Ansichten zur Bebauung des Sportplatzes am Brunnen geäußert. In guter und dynamischer Atmosphäre hatte sich ein vielseitiges und anregendes Stimmenbild gestaltet.

Zunächst hatte Bürgermeister Jochen Stobbe im Innenhof des Martfelds junge Fußballspieler begrüßt, die mit Transparenten ihren Wunsch untermauerten, es mögen zwei Kunstrasenplätze in Linderhausen gebaut werden. Im Haus Martfeld selbst hatten sich gut 120 Bürger eingefunden, um sich lebhaft über die Zukunft der frei werdenden Fläche am Brunnen auszutauschen. Einzelne Anwesende bedankten sich für die Möglichkeit, bei einem so wichtigen Thema bürgerschaftlich mitreden zu können.

Bürgermeister Stobbe klärte gleich zu Anfang Grundsätzliches: Nicht die Stadt werde die Fläche verkaufen, nicht die Stadt werde mit einem Investor verhandeln: „Das ist nicht unsere Aufgabe, wir dürfen das rechtlich nicht. Hier ist der Verein tätig. Unsere Aufgabe ist es, das Verfahren für den Bebauungsplan an dieser Stelle vorzubereiten“. Am 14. April werde das Thema im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung behandelt; dann entscheide die Politik darüber, wie es mit dem Thema „Sportpark Nord“ weitergehe.

Für die Verwaltung sind die Stadtplaner Egbert Lethmate und Astrid Schmidt mit dem Thema befasst. E. Lethmate: „Unsere Aufgabe als Verwaltung ist es, Baurecht zu schaffen, damit die Bebauung überhaupt stattfinden kann. Wir sind nicht zuständig für eine endgültige Platzgestaltung“. Es existiert ein gültiger Bebauungsplan, der in einem beschleunigten Verfahren geändert werden könnte. Lethmate: „Die Bebauung muss aus der Ortslage abgeleitet werden, damit eine geordnete städtebauliche Entwicklung für die Fläche gewährleistet ist.“  

Die Verwaltung kann sich eine Riegelbebauung zur Hauptstraße hin vorstellen, hinter der Wohnhäuser liegen (6 Häuser plus zwei Häuser). Die Hauptzufahrt soll über die Hauptstraße sichergestellt werden; zudem könnte es eine Zufahrt über die Lohmühle geben. Vorgesehen ist eine Tiefgarage, die sonstigen Stellplätze befinden sich innerhalb des neu zu bebauenden Geländes. Wegen des Themas „Sport- und Freizeitlärm“ gelte es,  Rücksicht auf die benachbarten Tennisplätze zu nehmen.

Noch einmal der Fachmann vom städtischen Stadtentwicklungsbüro: „Im B-Plan werden Art und Maß der baulichen Nutzung definiert. Es gibt sicher viele attraktive Möglichkeiten der Bebauung, aber das liegt außerhalb unseres Entscheidens“. Dazu auch Jochen Stobbe: „Wir wollen Ihnen mit diesem Konzept keine Bilder in den Kopf brennen, die nachher prägend wirken. Wir wollen Ihnen zeigen, was wir uns vorstellen können“. Er verwies darauf, dass die Medien über eine große und eine kleine Bebauungs-Lösung berichtet hätten; dies seien keine Vorschläge der Verwaltung, sondern eines interessierten Entwicklers gewesen.

Rede-Beiträge von Bürgern:

·         „Sind die Baugrenzen so groß, dass der Investor den gewünschten Erlös erzielen kann?“ -  Bürgermeister: „Wir als Verwaltung haben nur Rahmenbedingungen zu schaffen, wir wissen nicht, welche Vorstellungen ein Entwickler haben könnte. Der Bebauungsplan ist die Bedingung für den Investor. Der muss bereit sein, einen bestimmten Betrag auf den Tisch zu legen, das entzieht sich unserem Zugriff. Wir sind zur Neutralität verpflichtet. Ein Investor sagt, was finanziell geht und was nicht. Und nicht wir bringen Ihnen einen Investor, nicht wir machen einen Preis, das ist Aufgabe des Vereins“.

·         Ein Anwohner: „Ich bin nicht gegen eine Bebauung, aber Anwohner und Vereinsinteressen müssen gleichberechtigt berücksichtigt werden. Ob es die Vereine in zehn Jahren noch gibt, weiß ich nicht. Aber in 100 Jahren gibt es Schwelm noch, und das Martfeld ist unser Sahnestück.“

·         Ein Anwohner: „Es geht auch um die städtebauliche Entwicklung, um die Leute die hier wohnen und die gern das Martfeld besuchen“.

·         Ein Anwohner:Was hinterlassen wir unseren Kindern? Die wollen das Martfeld genießen und den Freiraum hier. Das Martfeld ist das Aushängeschild. Wir müssen Rücksicht aufeinander nehmen und die Interessen der Vereine einerseits und der Anwohner und Bürger der Stadt andererseits ausgewogen halten. Mein Eindruck ist, als wolle man möglichst viel aus dem Gelände herausholen. Aber man kann dafür hier nicht alles zubauen. Die Bürger müssen Jahrzehnte damit leben“.

·         Michael Starke (VfB-Schwelm): „Wir müssen unseren Vereinsmitgliedern vermitteln, dass wir über den Verkauf das Geld für die Realisierung des Sportparks Nord erzielen.“

·         Wolfgang Marold (VfB-Schwelm): „Der Entwurf der Verwaltung sieht gut aus und ist vom ästhetischen Eindruck her passabel gestaltet. Mit diesem Plan hätten wir kein Problem“. Er führte aus, dass man am Thema Kunstrasenplätze seit vielen Jahren „dran“ sei: „Wir spielen auf verschiedenen Plätzen und wollen eine komprimierte, kompakte Situation haben, sonst kommt der Spielbetrieb zum Erliegen. Es gibt zu Linderhausen keine Alternative“.

·         Ein Anwohner: „Warum wird ein Teil der Zuwegung über die Lohmühle gelegt?“ Antwort eines Fußball-Trainers darauf: „Das wären ja nur ein paar Autos. Das ist unter dem Strich besser als die vielen Autos, die im bisher laufenden Sportbetrieb auch durch die Lohmühle zu den Roten Bergen fahren, und das würde dann entfallen“.

·         Eine Anwohnerin: „Bei diesem Konzept würden an der Hauptstraße Parkplätze verloren gehen, die jetzt von Anwohnern genutzt werden“.

Weitere Beiträge rissen die Themen „VfB-Heim“, Rote Berge und den Zeitplan zum Thema Kunstrasenplätze an.

Schwelm, den 14. April 2015

Diese Bilder von Jan Jessen (zur Verfügung gestellt vom Landtagsbüro des Abgeordneten Serdar Yüksel), schildern die Lage in den Gebieten, in die die bedrohten Menschen geflohen sind. Den notleidenden Männern, Frauen und Kindern sollen die Container-Unterkünfte ein Dach über dem Kopf und Schutz vor bitterer Kälte bieten.
Rund 120 Bürgerinnen und Bürger nahmen interessiert und engagiert am Bürgergespräch teil.
Eines der zahlreichen Werke der Künstlerin in der großen Ausstellung im Haus Martfeld.
Bürgermeister Jochen Stobbe: „Unsere Aufgabe ist es, das Verfahren für den Bebauungsplan an dieser Stelle vorzubereiten“.
Zeigt Arbeiten aus zwanzig Jahren ästhetischen Schaffens: Silvia Straube Holbach.
Egbert Lethmate vom Stadtentwicklungsbüro erläuterte die städtischen Aufgaben bezüglich des B-Planverfahrens. Fotos: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph
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