„Bebauungsplan Loh – DHL Logistik“

Antworten der Verwaltung auf Fragen von Anwohnern

 

 

Rund um das geplante Bauvorhaben „DHL-Logistik“ stellen sich den Bürgern, zumal den Anwohnern, zahlreiche Fragen. So hat die Interessengemeinschaft „Bebauungsplan Loh – DHL Logistik“ in der Ratssitzung vom 26.09.2013 wichtige Fragen gestellt, auf die das Stadtentwicklungsbüro der Stadtverwaltung auf diesem Wege Antworten gibt.

Vorab eine kurze Erklärung der Interessengemeinschaft:

„Durch Bekanntwerden des neuen Bauvorhabens  zum „Bahnhof Loh“ vor einigen Tagen durch die Presse, ergeben sich für uns als Interessenvertreter der Anwohner des angrenzenden Gewerbemischgebiets noch viele offene Fragen.

Aufgrund der früheren Probleme mit der „Spedition Firma Schenker Intercargo“, erheben wir schwerste Zweifel, ob die vorgesehen Maßnahmen zum Schallschutz des unmittelbar  angrenzenden Wohngebietes nördlich (unterer Loh) je ausreichend sein können.

Von 1997–2000 haben wir als Anwohner die Erfahrungen gemacht, dass insgesamt und gerade nachts die Schallimmissionen durch das Unternehmen so erheblich waren, das eine erneute Ansiedlung eines Logistikunternehmens, besonders in dieser Größenordnung, angrenzend an ein reines Wohngebiet, nicht glücklich ist!

Lärmschutzmessungen, die seiner Zeit durchgeführt wurden, bestätigen dies uneingeschränkt! Hieraus ergeben sich für die Anwohner und Eigentümer aus der Robert-Frese-Straße und dem angrenzendem Wohngebiet des unteren Lohs folgende Fragen:

Punkt 1: In welcher Intensität wird das Logistikzentrum betrieben (innerhalb der gesamten Woche, einschließlich Sonn- und Feiertage und innerhalb der 24 Stunden)?

Antwort: Das  Logistikzentrum wird an 6 Tagen in der Woche betrieben. Möglicherweise kann / muss  die Intensität zu Stoßzeiten (Weihnachten, Ostern) durch Mehrfahrten ausgeweitet werden. Ein 24-Stunden-Betrieb ist nicht vorgesehen.

Punkt 2: Wie sieht insbesondere der Nachtladebetrieb aus? Wo werden sich die genannten Ladezonen befinden sowie die Parkplätze der Mitarbeiter (wo genau und in welchem Abstand zum direkt angrenzenden Wohngebiet)?

Antwort: Für den Nachtladebetrieb des Logistikzentrums sind maximal 3 ankommende Lkw in der Stunde vorgesehen. Die Ladezone für diese ankommenden Lkw befindet sich auf der südlichen Seite des Bauvorhabens. Die Zufahrt erfolgt über die Loher Straße und fließt in östlicher Richtung über die Privatstraße (ehemals Rheinische Straße) ab. Die Logistikhalle schirmt die ankommenden Lkw-Bewegungen gegen die nördlich gelegenen Wohngebiete ab.

Lieferverkehr (Sprinterklasse) ist nachts nicht vorgesehen. Die Parkplätze für die Mitarbeiter des Logistikzentrums befinden sich auf der Ostseite der Halle und sind somit weitest möglich vom angrenzenden Wohngebiet entfernt.

Punkt 3: Wie wird die Anlage befahren (Richtung, Umrundung des Gebäudes, Zu-Umladung der ankommenden LKW, Frequenz, Gebäudeanfahrt)?

Antwort: Der Lkw-Betrieb geschieht von Süden aus (s. Punkt 2) Der Sprinter-Betrieb erfolgt über die Privatstraße von der Prinzenstraße aus. Die Umrundung des Gebäudes erfolgt gegen den Uhrzeigersinn in Einbahnstraßenregelung. Lieferverkehr (Sprinterklasse) ist nachts nicht vorgesehen.

Punkt 4: Wie stark wird das Areal nachts ausgeleuchtet sein? Wird die direkte Lage der Häuser  Robert-Frese-Straße berücksichtigt?

Antwort: Das gesamte Areal wird nachts zurückhaltend, aber für den Diebstahl- und Einbruchschutz ausreichend ausgeleuchtet sein. Lediglich die auf der Südseite des Gebäudes befindliche Lkw-Andienung wird stärker ausgeleuchtet, ist aber von den Häusern an der Robert-Frese-Straße weit entfernt und durch die nördlich angrenzende Halle abgeschirmt.

Punkt 5: Wie wird die Schallausweitung durch die „Talkessel-Lage“ der Anlage auf die höher gelegenen Wohngeschosse und das oberhalb befindliche Wohngebiet verhindert? Wie können die vorgesehenen Schallschutzmaßnamen dieses erhebliche Problem lösen?

Antwort: Die „Talkessel-Lage“ wird in der Immissionsschutzprognose über ein sogenanntes „digitales Geländemodell“ berücksichtigt. Das Gutachten stellt außerdem Isophonen (Linien gleichen Belastungspegels) jeweils für Erdgeschosse bzw. Obergeschosse dar.

Punkt 6: Nochmals bezogen auf die Verlade, - Umlade-Aktivität: Wird die Option zur Sonn- und Feiertagsarbeit eingeräumt?

Antwort: Verlade- und Umladeaktivitäten erfolgen lediglich auf der Südseite des Gebäudes (Lkw-Andienung). Sämtliche sonstigen in diesem Zusammenhang erforderlichen Tätigkeiten erfolgen in der Halle, die zudem mit zusätzlichen schalldämmenden Eigenschaften versehen ist. Sonn- und Feiertagsarbeit ist nicht vorgesehen, jedoch muss eine Intensivierung der Auslieferungen durch Mehrfahrten in dem Maße eingeräumt werden, in dem diese von den  Verbrauchern bei einem Logistikzentrum (Paketdienst) abgefragt wird.

Punkt 7: Wie bewerten und vermeiden Sie die Zuspitzung der Verkehrssituation in der Robert –Frese-Straße speziell bei Rückstauungen im Bereich der Knotenpunkte Ausfahrt Rheinische/ Prinzenstraße und Prinzen-/Berliner Straße?

Antwort: Eine Ausfahrt der Rheinischen Straße in die Prinzenstraße wird zukünftig nicht mehr existieren, da die Rheinische Straße, entspr. den Festsetzungen des Bebauungsplanes, von der Einmündung Loher Straße bis zur Prinzenstraße eingezogen wird und Privatstraße wird. Die Rückstauungen im Bereich der Prinzenstraße / Berliner Straße werden nach den Voraussagen des Verkehrsgutachtens vertretbar sein, da das weggefallene Aufkommen aus der aufgehobenen Rheinischen Straße die Zusatzbelastung des Logistikzentrums kompensiert.

Punkt 8: Wie können Sie, das daraus resultierende höher werdende Verkehrsaufkommen (abkürzen durch die Robert – Frese – Straße, durch PKW und LKW) verhindern?

Antwort: Abkürzungen durch die Robert-Frese-Straße müssen durch geeignete Beschilderung untersagt werden. Ggf. muss das Verbot durch flankierende Einbauten im Straßenbereich unterstützt werden.

Die Interessengemeinschaft erklärt:

"Abschließend möchten wir als Anwohner und Mitbürger der Stadt Schwelm betonen, dass wir nicht gegen ein „Gewerbemischgebiet“ direkt vor unserer Haustür sind, gegen eine Abänderung des Bebauungsplans in Richtung alleiniges Gewerbegebiet schon!

Jedoch auf Grund schlimmster Erfahrungen mit der Logistikbranche und der jetzigen Parksituation der übernachtenden Lkw-Fahrer und deren Hinterlassenschaften in unserer Straße erwarten wir als unmittelbar betroffene Bürger ein besonnenes Vorgehen in dieser Angelegenheit. Diese Art von Unternehmen produziert nun Mal unweigerlich viel Lärm sowie Abgase etc. und sind  - wie sonst üblich - nicht direkt neben einem reinen Wohngebiet angesiedelt.

Aus diesen Gründen empfinden wir den Standpunkt  Baugebiet „Bahnhof Loh“ für ein DHL- Logistikzentrum und andere stark immissionsträchtige Unternehmen als denkbar ungeeignet!

Wir als Interessengemeinschaft erwarten hierzu noch weitere Beschäftigung mit dem Thema und Wiederaufnahme der Beratungen über andere Möglichkeiten unter Einbeziehung der betroffenen Bürger. Ein unabhängiges Immissionsgutachten wäre außerdem sicherlich sinnvoll, um grobe und übereilte Planungsfehler zu vermeiden".

Die Verwaltung erklärt:

Die Verwaltung legt Wert darauf festzustellen, dass keine Abänderung des Bebauungsplanes geplant ist. Es sollen - wie seit den 90er Jahren geplant - gewerbliche Bauflächen, gemischte Bauflächen und Wohnbauflächen festgesetzt werden.

·        Die Erfahrungen, die die Anwohner mit der Logistikbranche in der jetzigen Situation machen, sind der Verwaltung bewusst. Gerade diese aus der ungeordneten städtebaulichen Situation resultierenden Auswirkungen sollen durch die Fortführung des Bebauungsplanverfahrens beseitigt werden. Eine geordnete Nutzung des Geländes wird dazu führen, dass sich die Situation für die Anwohner verbessern wird.

·        Die Verwaltung ist der Überzeugung, dass es sich bei der geplanten Ansiedlung des Logistikzentrums für DHL nicht um ein stark emissionsträchtiges Unternehmen handelt. Die geplante Ansiedlung ist also für die gewerbliche Baufläche durchaus vertretbar.

·        Das Gutachten, das am 16.10.2013 in der Bürgerversammlung vorgestellt wird, wurde durch ein unabhängiges Gutachterbüro erarbeitet. Zwar wurde das Gutachten durch die Bahnflächen-Entwicklungs-Gesellschaft (BEG) in Auftrag gegeben, die Unabhängigkeit des Gutachters ergibt sich aus seinem vereidigten Status. Der Gutachter ist in seinem Status verpflichtet, geplante Bauvorhaben auf die Einhaltung der gesetzgeberischen Regelungen (Bundesimmissionsschutzgesetz etc.) zu untersuchen.

Stadt Schwelm, Stadtentwicklungsbüro

Schwelm., den 15. Oktober 2013

 

 

 

Serviceportal