Volkstrauertag: Würdevolles Gedenken der Opfer von Krieg, Folter und Vertreibung auf der ganzen Welt

Erstellt von Heike Rudolph |

Ganz im Zeichen des Gedenkens der Opfer von Krieg, Folter und Vertreibung überall auf der Welt stand der Volkstrauertag am 15. November. Bürgermeister Jochen Stobbe legte an mehreren Gedenkstätten und auf Friedhöfen Kränze nieder.

In Linderhausen hatte der Vereinsring wie jedes Jahr das Gedenken organisiert. Hier wies Stobbe auf die zahlreichen Nachrichten hin, die täglich über das Elend der Opfer rund um den Globus berichten. Schilderungen aus Afrika, wo Millionen Menschen flüchten müssten, weil ihr Stamm dort, wo er lebe, unerwünscht sei; Schilderungen aus Indonesien, wo den Menschen grundlegende Bürgerrechte verwehrt würden. Und vor den Türen des Strafgerichtshofes in Den Haag würden Frauen Gerechtigkeit für ihre ermordeten Männer und Söhne einfordern.

„Manchmal will es uns scheinen, als ob es unangebracht wäre, wenn wir, ausgerechnet wir, die wir solche Not nie erlebt haben, versuchen würden, das Leid der Betroffenen nachzuvollziehen. Ist es nicht auch ein wenig vermessen, sich auch nur annähernd vorzustellen, welche Ängste und Qualen die Opfer auszustehen hatten und noch ausstehen müssen?“

Doch es sei wichtig, der Opfer zu gedenken, denn es wäre es verhängnisvoll, wenn Machthaber auf der ganzen Welt glauben könnten, ihr grausames Handeln sei den Menschen gleichgültig.

Darüber hinaus seien die vielen letzten Äußerungen ermordeter oder auf der Flucht umgekommener Menschen ein Vermächtnis an die glücklich Nachgeborenen, sie nicht zu vergessen.

Am Ehrenmal an der Drosselstraße sprach der Bürgermeister gemeinsam mit der 16jährigen Gymnasiastin Jeannine Hartmann eine Wechselrede. Die Schülerin legte dar, wie schwierig es sei, sich in die Rolle tatsächlich verfolgter Menschen zu versetzen. Immer wieder fragte sie „Wie muss es sein, wenn...?“ Jochen Stobbe erinnerte sich daran, dass der Krieg in seiner eigenen Jugend kein allgemeines und vieldiskutiertes Thema gewesen sei. Im Gegenteil, man habe nicht darüber gesprochen, doch in vielen kleinen Gesten des Alltags habe sich gezeigt, wie lebendig die Erinnerung an Not, Entbehrung und Verlust geblieben sei.

Viel Nachdenkliches war in dieser Gedenkstunde zu hören und wurde musikalisch unterstrichen: So durch den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Schwelm unter Leitung von Rüdiger Leckebusch mit den bekannten Kompositionen „Wo findet die Seele“, „Stumm schläft der Sänger“ und dem „Lied vom guten Kameraden“ sowie durch das Vokalensemble der Städtischen Musikschule unter Leitung von Anna-Luca Morhenn. Begleitet von Detlef Wiedenhaupt (Gitarre) brachten die Sängerinnen die berührenden melancholischen Stücke „Mad World“, und „I Believe“ zu Gehör.

Schwelm, den 16. November 2009

 

Thilo Kramer dankte Jürgen Voß sehr herzlich. Foto: Heike Rudolph
Zwei beeindruckende Frauen, die die städtische Servicestelle Ehrenamt sehr gut entwickelt haben: Christine Flieger (l.). und Anke Grundmann. Foto: Heike Rudolph
Jeannine Hartmann und Bürgermeister Jochen Stobbe sprachen eine Wechselrede.
Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Schwelm unter Leitung von Rüdiger Leckebusch.
Das Vokalensemble der Städtischen Musikschule Schwelm - Tanja Betram, Katharina Weidner und Verena Behle - unter Leitung von Anna-Luca Morhenn, begleitet von Detlef Wiedenhaupt.
Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Schwelm. Fotos: Heike Rudolph
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