Der Frühling ist da und mit ihm Blüten und Insekten

Der Gartentipp von TBS und der AGU für den Monat Mai

Durch die schleichende Klimaerwärmung stellen wir auch im heimischen Garten Veränderungen fest. Die Blüten kommen früher, aber nicht alle Insekten und Vögel sind auch früher da; es ist also einiges durcheinander geraten. Worauf müssen wir achten, um die Bestäubung unserer Gartenpflanzen einigermaßen sicher zu stellen? Hier einige Hinweise des Schwelmer Umweltexperten Michael Treimer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz: “Je vielfältiger die Umgebung ist, um so eher kann ein Ungleichgewicht in der Natur ausgeglichen werden. Artenreichtum mit unterschiedlichen Blütenzeitpunkten ist der Schlüssel zur intakten Gleichgewicht im Garten.“

Die Vielfalt kann man mit einfachen Mitteln unterstützen. Neben den bekannten Honigbienen gibt es die Solitärbienen. Diese leben in kleinen Löchern, etwa in Baumscheiben von Laubholz. Dazu bohrt man 5-8mm Löcher ca. 8-10 cm lang in die Baumscheibe (nicht durchbohren!) und hängt die Scheibe windgeschützt in den Garten oder an das Haus. Ebenso eignen sich mit Röhrchen (z.B. Schilf) gefüllte Konservendosen oder Lochsteine.

An sonniger Stelle ausgelegte leere Schneckenhäuser locken wieder andere Arten von Wildbienen an. Da die Solitärbienen keinen Honig, sondern nur Blütenstaub sammeln, sind sie als Bestäuber besonders wertvoll. Und: Solitärbienen stechen nicht! Manchmal ist es während der Blütenzeit zu kalt für Honig- oder Solitärbienen, dann ist die Zeit der Hummeln gekommen.

Hummeln können sich durch Bewegung erwärmen und daher auch bei niedrigen Temperaturen losfliegen. Die dicken Hummeln sind die Königinnen. Wie man Hummeln unterstützen kann? Ein großer Blumentopf wird umgedreht in den Garten eingegraben und mit einem weichen Lappen gefüllt, fertig ist ein Hummelnest! Man muss aber darauf achten, dass das Entwässerungsloch des Topfes abgedichtet ist und eine Einflugmöglichkeit (schräg eingraben) gegeben ist. Auch Schmetterlinge sind wichtige Bestäuber, und sie erfreuen das Auge.

Die Vielfalt im Garten hängt auch vom Blütenangebot ab. Wildblumen und Blütensträucher bieten den Insekten auch außerhalb der Obstbaumblüte das nötige Nahrungsangebot. Die Gartenfreunde sollten aber darauf achten, dass nur wenige Hybridpflanzen im Garten stehen, denn diese bieten wenig für die Insekten. Sie erkennen beim Samenkauf die Hybridpflanzen an der Aufschrift F1 Hybride. „ Im Fachhandel gibt es eine Fülle von Saatmischungen für Gartennützlinge; einfach auf einer kleinen Fläche im Garten mal ausprobieren“, rät Achim Stockermann; Gärtnermeister der TBS.

„Sollten Sie einmal Hornissen im Garten haben bedenken Sie, dass Hornissen sehr nützlich sind. Sie fressen Blattläuse und Räupchen, sie sind nicht aggressiv und stehen unter strengem Schutz!“ weiß Michael Treimer.

Im Bedarfsfall wenden Sie sich an die Untere Landschaftsbehörde im Kreishaus.

Bei Fragen zu Hummeln oder Solitärbienen wenden Sie sich bitte an die Biologische Station im EN-Kreis (02333 603541).

Ihre Gartentipp-Ansprechpartner: Michael Treimer (Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz AGU) und Achim Stockermann (Technische Betriebe Schwelm AöR)

Schwelm, den 2. Mai 2011

Die Gärten scheinen zu explodieren. Wer die Natur liebt, kann ihre Vielfalt mit wenigen Mitteln unterstützen. Foto: Heike Rudolph
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