„Ehrenamtlicher Sozialdienst“ und „Schwelmer Modell“ sind NRW-„Orte des Fortschritts“

Schwelm gleich zweimal erfolgreich bei renommiertem Landeswettbewerb

Schwelm gehört gleich zweimal zu den Gewinnern des renommierten Landeswettbewerbs „Orte des Fortschritts“: Das ist eine Auszeichnung von Rang, die alle Beteiligten mit Stolz erfüllt. Denn die „Orte des Fortschritts“ in NRW bilden ein einmaliges Netzwerk aus Lösungsbeiträgen für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen in ganz NRW. Im Namen des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung sowie des Bau- und des Wirtschaftsministeriums des Landes NRW wurde die Stadt über diesen schönen Erfolg in Kenntnis gesetzt und mit Glückwünschen bedacht.

„Die ausgezeichneten Einrichtungen geben auf lokaler Ebene Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen wie Klimawandel oder demographischeEntwicklung“, sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze.„Sie sind Vorbilder, die zeigen, wie wir gesellschaftlichen Fortschrittgestalten können“, sagte Städtebauminister Michael Groschek. „IhreIdeen und Initiativen möchten wir würdigen – und andere zu solchemEngagement ermuntern“, so Wirtschaftsminister Garrelt Duin.

So hatte die Stadtverwaltung Schwelm den „Ehrenamtlichen Sozialdienst“ als Beitrag gemeldet, und Mechthild Hellermann als Gründerin und Geschäftsführerin des „Schwelmer Modells“ das von ihr gegründete Therapiezentrum für Patienten mit Neurodermitis und Allergien. Wie man sich denken kann, ist die Freude groß bei den Gewinnern.

Bürgermeister Jochen Stobbe, Vorsitzender der ARGE: „ Unser  ehrenamtlicher Sozialdienst ist ein „Ort des Fortschritts“ im Sinne des „Fortschreitens“ einer sozialen Idee, die sich stets modernen Entwicklungen angepasst hat. So hat sich diese Institution in den bald 70 Jahren ihres Bestehens mehrfach neu „erfunden“, um immer nah an den Menschen zu sein. Auch in ihrer aktuellen Ausprägung ist sie ,gelebte Nachbarschaft‘. Die vielen ehrenamtlichen Schwelmer Bürgerinnen und Bürger, die hier unablässig und aus  sozialer Überzeugung tätig sind, erfahren durch die Ehrung durch das Land NRW eine Würdigung ihrer sehr bedeutungsvollen Arbeit – das ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl“. 

Mechthild Hellermann: „Dieser Preis bestätigt unser jahrzehntelanges Wirken. Unser Therapiekonzept Schwelmer Modell ist einzigartig – deutschlandweit und vermutlich sogar europaweit. Mit diesem Konzept gelingt es, den an Neurodermitis und anderen allergischen Erkrankungen Leidenden einen Weg anzubieten und sie dabei zu begleiten, der ihnen zu der Erkenntnis verhilft, welche Faktoren im Einzelnen beachtet und positiv beeinflusst werden können und müssen, um Verstärkungen der Krankheit zu verhindern. Immer geht es im interdisziplinären Arbeitsansatz. Die Auszeichnung durch das Land NRW bestärkt uns und gibt uns weiteren Rückenwind“.

Am kommenden Montag nehmen die Schwelmer Preisträger in Düsseldorf am 1. Netzwerktreffen zwischen Vertretern von schon ausgezeichneten und von neuen „Orten des Fortschritts“ statt. An der Veranstaltung werden auch Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, Wirtschaftsminister Garrelt Duin und Städtebauminister Michael Groschek teilnehmen. Die Veranstaltung gibt allen Aktiven die Gelegenheit, sich und ihre praktischen Erfahrungen und Erfolge zu präsentieren und sich zugleich untereinander besser zu vernetzen.

Der Ehrenamtliche Sozialdienst: Die Struktur der heutigen ehrenamtlichen Sozialpflege geht auf die Nachkriegszeit zurück, als die Verantwortlichen der Stadt unzählige helfende Hände benötigten, die in den einzelnen Vierteln Menschen in großer Not halfen. So wurde der ehrenamtliche Sozialdienst in Schwelm 1947 gegründet. Die heute in Schwelm aktiven Sozialpflegerinnen und –pfleger sind über 13 Sozialbezirke mit über 3300 Seniorinnen und Senioren im Kontakt.

Mit dem wachsenden Wohlstand in den 60er Jahren verlagerten die Sozialhelfer ihr Wirken auf die Seniorinnen und Senioren der Stadt. Deren Lebenserwartung stieg, doch viele ältere Bürger vereinsamten. Durch ihre Nähe zu den Bürgern bieten die Sozialhelfer gerade Älteren oft die entbehrte Ansprache. Im Kontakt mit den älteren Menschen fällt den Sozialpflegern auf, wo der Schuh drückt.

Sozialpfleger sind unmittelbar bei den Menschen, deren Lebenswirklichkeit sie kennen.  Sie erfüllen eine Frühwarnfunktion, indem sie einen Hilfebedarf im hauswirtschaftlichen oder pflegerischen Bereich erkennen. Die städtische Pflegeberatung unterstützt Bürger aktiv in ihrem Wunsch, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu leben und dadurch im Alter Lebensqualität zu erhalten. 

Senioren (als Sozialhelfer) und als Bürger der Stadt geben dem „Alter als Lebensform“ neue Achtung, neues Gewicht. Wenn auch nur ein Schwelmer Bürger dank des Besuchs der Sozialhelfer und/oder der Teilnahme am Seniorenprogramm nicht vereinsamt, ist viel gewonnen.  

Das Schwelmer Modell entstand aus der Idee der Selbsthilfe im November des Jahres 1987. Ganz schnell entstand viel mehr daraus – nämlich das Therapiekonzept Schwelmer Modell. Hier werden Neurodermitis- und Allergie-Patienten und ihre Familien in einem erfolgreichen systematischen Vorgehen mit interdisziplinärer Betreuung behandelt.

Trotz Problemen mit einigen Kostenträgern sprachen sich Methoden, Leistungen und Erfolge des Therapiekonzeptes stetig weiter herum, so dass es gelang, die Weiterführung des Therapieweges – insbesondere durch die beständige Unterstützung der AOK NW (Regionaldirektion Schwelm/Ennepe-Ruhr) – zu gewährleisten.

Zugrunde liegt dem Projekt die Idee, dass Neurodermitis - wie auch andere allergisch bedingte Erkrankungen -  multifaktoriell bedingt ist und durch viele verschiedene Faktoren gefördert wird. Die Antwort auf solche Arten von Erkrankungen kann nicht ausschließlich in einer symptom-orientierten Behandlungsweise mit symptom-unterdrückenden Medikamenten liegen.

Inzwischen kommen Menschen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus (z.B. aktuell Holland, England) nach Schwelm, wenn sie nicht länger bereit sind, die genannten Erkrankungen einfach zu ertragen oder wenn sie die Nebenwirkungen von Medikamenten zur Symptomunterdrückung bereits deutlich spüren.

Schwelm, den 28. Mai 2015

 

 

 

Begeisterte mit hochkarätigem Spiel: Das Landespolizeimusikorchester NRW.
„Unser ,Ehrenamtlicher Sozialdienst‘ ist ein „Ort des Fortschritts“ im Sinne des „Fortschreitens“ einer sozialen Idee, die sich stets modernen Entwicklungen angepasst hat. So hat sich diese Institution in den bald 70 Jahren ihres Bestehens mehrfach neu ,erfunden‘, um immer nah an den Menschen zu sein“, sagt Bürgermeister Jochen Stobbe, der sich ungemein über die Landesauszeichnung gleich für zwei Beiträge aus Schwelm freut. Denn: „In unserer Stadt steckt so viel Potenzial!“
Betonten die Bedeutung der Veranstaltung und bedankten sich bei den Organisatoren und Teilnehmern: EN-Landrat Dr. Arnim Brux und Bürgermeister Jochen Stobbe.
„Dieser Preis bestätigt unser jahrzehntelanges Wirken. Unser Therapiekonzept Schwelmer Modell ist einzigartig – deutschlandweit und vermutlich sogar europaweit. Mit diesem Konzept gelingt es, den an Neurodermitis und anderen allergischen Erkrankungen Leidenden einen Weg anzubieten, der ihnen zu der Erkenntnis verhilft, welche Faktoren im Einzelnen beachtet und positiv beeinflusst werden können und müssen, um eine Verstärkungen der Krankheit zu verhindern“, bringt Mechthild Hellermann voller Freude über die Ehrung durch das Land die Idee des „Schwelmer Modells“ auf den Punkt. Fotos: Privat
Die Veranstaltung traf den Geschmack der Bürgerinnen und Bürger.
„Koch und Koch“ in ihrem Element: Werner Koch und Andreas Koch moderierten die Veranstaltung, zu der über 400 Bürgerinnen und Bürger in die Eventhalle Schwelm gekommen waren.
"Und Ihnen gefällt es auch?" Bürgermeister Jochen Stobbe erfreute sich mit den Besuchern am tollen Programm. Fotos: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph
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