Ennepe-Ruhr-Kreis: Erste Ergebnisse zum Zensus 2011 werden veröffentlicht

Informationen können kostenfrei abgerufen werden

(pen) Vor gut zwei Jahren waren im Ennepe-Ruhr-Kreis im Rahmen des bundesweiten Zensus 2011 rund 36.000 Personen aufgerufen, 46 Fragen über Hauptwohnsitz und Bildung, Familienstand und schulische Laufbahn, Berufstätigkeit und Migrationshintergrund zu beantworten. Zusätzlich erhielten alle Hauseigentümer einen weiteren Fragebogen. Anschließend galt es, Millionen Datensätze auszuwerten und damit aktuelle Zahlen zum Leben, Wohnen und Arbeiten in Deutschland zu gewinnen. Ende dieser Woche werden die ersten Ergebnisse veröffentlicht und zeigen, wie viele Menschen momentan tatsächlich im Ennepe-Ruhr-Kreis leben und wie viele Gebäude und Wohnungen es zwischen Breckerfeld und Hattingen gibt.

Am Freitag, 31. Mai, um 11 Uhr schalten die statistischen Ämter des Bundes und der Länder unter www.zensus2011.de den Zugriff auf die Datenbank frei. Die Informationen für die gesamte Bundesrepublik und für die Bundesländer, für den Ennepe-Ruhr-Kreis und die neun kreisangehörigen Städte können ab dann kostenfrei abgerufen werden.

Ein Ziel des Zensus war es, die amtliche Einwohnerzahl Deutschlands auf einen aktuellen Stand zu bringen. Grundlage vieler Statistiken waren schließlich immer noch die Ergebnisse der Volkszählungen, die 1981 in der damaligen DDR und 1987 in der alten Bundesrepublik stattgefunden hatten. Jetzt erhält das wiedervereinigte Deutschland erstmals aktuelle Daten. Sie haben unter anderem Einfluss auf den Finanzausgleich zwischen den Bundesländern und die Schlüsselzuweisungen für Kommunen, die Einteilung von Wahlkreisen, die Stimmenverteilung der Bundesländer im Bundesrat oder die Sitze Deutschlands im Europaparlament. Und auch kommunale Politik erfordert verlässliche und aktuelle Zahlen zur Bevölkerung. Nur so ist planbar, wie viele Kindergärten, Schulen oder Seniorenwohnheime benötigt werden.

Ab wann die neuen Daten, die nach Expertenmeinung zu einem Minus in der bisherigen amtlichen Einwohnerstatistik führen dürfte, tatsächlich für welche Bereiche genutzt werden und wann und wie sie sich auf einzelne Länder, Kreise und Städte auswirken, ist allerdings noch unklar.

Neben der reinen Einwohnerzahl waren 2011 auch Daten zur demographischen Struktur der Bevölkerung sowie weitere Angaben über Bildung und Erwerbstätigkeit von Interesse. Aus der Gebäude- und Wohnungszählung sind darüber hinaus Informationen über Eigentümer- und Leerstandsquoten, Aussagen zur durchschnittlichen Wohnungsgröße und zur Heizungsart gewonnen worden. Auch dieser werden am Freitag veröffentlicht.

Weitere Zensusergebnisse kündigen die statistischen Ämter des Bundes und der Länder für Anfang 2014 an. Sie liefern beispielsweise Aufschlüsse über Familien- und Haushaltszusammenhänge sowie weitere Details aus der Haushaltebefragung. Das für Nordrhein-Westfalen zuständige Landesamt it.nrw geht davon aus, für das Auswerten alle vorhandenen Daten bis 2016 zu brauchen.

Stichwort Zensus

Mit dem Zensus 2011 hat Deutschland an einer EU-weiten Zensusrunde teilgenommen, die künftig alle zehn Jahre stattfinden wird. Auch die Vereinten Nationen (UN) empfehlen, die Bevölkerung alle zehn Jahre zu zählen. Weltweit kommen dem fast alle Länder nach: Nur sieben von 235 Staaten und Gebieten, die die UN-Statistik verzeichnet, haben für das laufende Jahrzehnt noch keinen Zensustermin festgelegt.

Der Zensus 2011 basierte in Deutschland auf einem neuen Verfahren: Während bei den früheren Volkszählungen alle Haushalte befragt worden waren, wurden vor zwei Jahren in erster Linie Daten aus Verwaltungsregistern - wie zum Beispiel den Einwohnermelderegistern und dem Register der Bundesagentur für Arbeit - verwendet. Informationen, die nicht in den Verwaltungsregistern enthalten sind, wie beispielsweise über die Gebäude und Wohnungen oder zur Ausbildung der Bevölkerung, wurden durch Befragungen gewonnen.

Schwelm, den 29. Mai 2013

 

 

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