„Dank an alle, die sich für Kinder stark gemacht haben“

Erstellt von Heike Rudolph |

Meinhard Esser wechselt nach elfeinhalb Jahren zum Jugendamt Soest

Bis zur letzten Minute ist er „im Geschirr“: Meinhard Esser, Leiter des städtischen Fachbereichs Jugend, Soziales, der in diesen Tagen zur Stadtverwaltung Soest wechseln wird. Hinter Esser liegen elfeinhalb Jahre Arbeit in Schwelm, Jahre, die von ständigen Veränderungen struktureller und personeller Art geprägt waren. So leitete der studierte Sozialpädagoge und Betriebswirt zunächst das Schwelmer Jugendamt. Mit der Zusammenlegung der Bereiche Jugend und Soziales erweiterte sich diese Aufgabe beträchtlich.

Neben die klassischen Leistungen des Fachbereichs traten ab 2005 der Aufbau und Betrieb der JobAgentur Schwelm mit dem Finden der geeigneten Immobilie und der Auswahl des passenden Personals. Ab 2006/07 stand der Aufbau der ganztätigen Ganztagsgrundschulen im Mittelpunkt der Arbeit, dann folgte die Umsetzung des vom Land NRW beschlossenen Kindergartengesetzes „KiBiz“.

Rasch musste auf Gesetzesänderungen beim Thema „Unterhaltsvorschuss“ und im Jugendschutz reagiert werden. Der Wechsel von Mitarbeitern in die JobAgentur hatte den kompletten personellen Neuaufbau des Allgemeinen Sozialen Dienstes zur Folge.

Mit neuen Inhalten und Aufgaben veränderte sich auch das Erscheinungsbild des Gebäudes Moltkestraße 26, in dem der Fachbereich untergebracht ist. Die Räume und Flure sind heute freundlicher gestaltet als noch Mitte der 90er Jahre, und durch eine neue Vergabepraxis bei den Gesprächsterminen fand das Warten der Bürger in langen Reihen auf den Fluren des Gebäudes ein Ende.

Meinhard Esser ist vielen Schwelmerinnen und Schwelmern auch und gerade durch sein Engagement für Kinder bekannt geworden, vor allem durch die Spendenbitten zur Weihnachtszeit. Er selbst hebt hier die Westfälische Rundschau hervor, die eine stark treibende Kraft dieser Aktion ist, doch auch er selbst hat immer um Unterstützung für die schwächeren in der Gesellschaft geworben, gerade für die Kinder.

Was ihn im Rückblick freut, ist der Erfolg der Offenen Ganztagsgrundschule, die es in ihren Anfängen nicht leicht hatte. Aber „hier erfahren Kinder einen geregelten Alltag, nehmen die Mahlzeiten miteinander ein, erledigen zusammen die Schularbeiten, spielen miteinander“. Für Esser sind die inzwischen sechs Wochen Ferienprogramm  für Kinder im Jugendzentrum ein Gewinn. Für besonders wichtig hält er die Sprachförderung in den Kindertageseinrichtungen. Positiv bewertet er auch, dass das Schwelmer Jugendzentrum mit den Jahren ein Haus der Begegnung auch für nicht Jugendliche geworden ist, ein  Bürgerhaus, das zu gut 50 Prozent fremd genutzt wird.

Die aufwühlendste Begegnung war und bleibt für ihn der Kontakt mit den beiden Kindern, die beim Brand in der Kaiserstraße im vergangenen Jahr ihre Eltern und Geschwister verloren. Für ihn und seine Mitarbeiter sei hier der Begriff „Schicksal“ in allen Ausprägungen fühlbar geworden.

Er dankt allen Schwelmern, die sich immer für Kinder stark gemacht haben, sehr herzlich. Hier sei jeder Euro gut angelegt. Esser betont aber auch die Bedeutung der Altenarbeit. „Es ist gut, dass ältere Menschen mehr Aufmerksamkeit bekommen, sei es im Rahmen der Pflegeberatung der Stadt, sei es über die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, die ich als Geschäftsführer begleiten durfte“.

Sein Dank gilt auch seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Bereichen Jugend und Soziales, die „sehr wertvolle Arbeit in dieser und für diese Gesellschaft leisten“.

Sein neuer Arbeitsplatz, das Jugendamt der Stadt Soest liegt nur einen Steinwurf von Essers Wohnort entfernt. „Das ist für mich ideal, zumal ich meinen Sohn und meine Tochter jetzt, in den Jahren ihrer Kindheit und Jugend, intensiv begleiten kann“.

Die Stadtverwaltung hat die Stelle des Fachbereichsleiters Jugend/Soziales intern ausgeschrieben.

Schwelm, den 9. März 2010

Meinhard Esser übernimmt die Leitung des Jugendamtes in Soest. Foto: Heike Rudolph
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