Kein schöner Anblick, aber notwendig: Durchforstung am Höhenweg dient der gesunden Entwicklung des Waldes

Wiederherstellungsmaßnahmen der Wege fast abgeschlossen

Die Durchforstung am Höhenweg ist eine „forstliche Läuterung“, die dazu dient, die gesunde Entwicklung des Waldes in den nächsten Jahrzehnten zu verbessern und zu unterstützen. Eine Maßnahme, wie sie etwa alle 30 – 40 Jahre in einem Waldbestand durchgeführt wird.

Für die Spaziergänger sind derzeit die starken Spurrillen sichtbar, die der Einsatz der großen Erntemaschinen verursacht hat. Auf diesen Rücketrassen liegen obendrein große Mengen von Geäst und Reisig, die das optische Bild für den Betrachter nicht verschönern. Die schweren Maschinen legen sich das Geäst bewusst in den Weg, um durch das Überfahren den Eingriff auf den Boden abzumildern.

Die TBS haben die Wiederherstellungsmaßnahmen an den Wegen mittlerweile fast abgeschlossen. Die Wege wurden glattgezogen und wo erforderlich mit Schotter befestigt. Dies gilt nicht für den einen oder anderen Trampelpfad, der sich im Wäldchen gebildet hatte. Diese Wege sind aus waldökologischer Sicht nicht erwünscht – auch wenn sie z.B. für Hundebesitzer reizvoll sein sollten.

Der alte Mountainbike-Parcours ist auf Grund der Größe der eingesetzten Maschinen an einzelnen Stellen ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden. Dies kann mit wenig Aufwand wieder hergerichtet werden. Der Mountainbikern war schon bei der anfänglichen Diskussion im Jahr 2007 bewusst, dass eines Tages Forstarbeiten nötig sind, die den Parcours nicht überall verschonen können.

Eine aktuell häufig gestellte Frage ist, ob die Durchforstung nicht hätte sensibler durchgeführt werden können. Markus Flocke, Vorstand der TBS, nimmt Stellung: „Das Regionalforstamt des Ruhrgebietes hat als verantwortliche Stelle eine forstwirtschaftlich angelegte Durchforstung machen lassen. Die Läuterung war aus forstökologischer Sicht überfällig. Und die ausführende Firma hat sich an die Vorgaben des Forstamtes gehalten – man hat nur die ausgewiesenen Fahrtrassen benutzt. Eigentlich ist deshalb alles in Ordnung und entspricht in Ausmaß und Wirkung sogar den Grundsätzen der in Schwelm praktizierten ökologischen Waldbewirtschaftung.“

Flocke hat aber Verständnis für die Bürger, die sich beim Anblick des geläuterten Waldes gefragt haben, ob das alles so sein musste. „Die Maßnahme hat ein optisches Bild erzeugt, dass vielen Naturfreunden Sorgen bereitet,“ nimmt Flocke die Gedanken auf, die auch im Gespräch mit Waldbesuchern vor Ort im Mittelpunkt standen. „Die Spuren der Erntemaschinen sehen schlimm aus. Viel schlimmer als sie für den Wald selbst sind – der Wald hat diesen Eingriff in kurzer Zeit vergessen und kann sich wegen der Läuterungsmaßnahmen erheblich nachhaltiger und stabiler entwickeln.“

Die heute so deutlich sichtbaren Rückegassen werden auch in den kommenden Jahrzehnten die vorgegebenen Fahrwege darstellen, wenn es um die nächste Läuterung oder Durchforstung geht. Und wenn es die erhoffte längere Frostperiode im Winter gegeben hätte, wären die Spuren im Wald kaum zu sehen.

Flocke weiß, dass diese langfristigen Argumente die aktuellen Sorgen der Waldbenutzer vielleicht nicht ausräumen können, wirbt aber um eine auf Generationen angelegte Sichtweise. „Der Wald denkt in viel größeren Zeitabschnitten als wir“, so Flocke im Gespräch vor Ort. Es wird aber grundsätzliche Gespräche mit dem Forstamt über die zukünftige Nutzung solch schwerer Erntemaschinen in siedlungsnahen Wäldern geben. „Da sollte etwas mehr Fingerspitzengefühl an den Tag gelegt werden“.

Schwelm, den 30. April 2015

 

 

Immer einen Besuch wert: das Museum Haus Martfeld, das Ostersamstag und –sonntag geöffnet ist. Außerdem wird im schmucken Haus Martfeld die aktuelle Ausstellung mit Werken der Künstlerin Silvia Straube Holbach gezeigt. Foto: Stadtverwaltung Schwelm / Arno Kowalewski
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