Kurzer Draht zum Stadtoberhaupt

Gäste der Lebenshilfe fragten: „Wie sieht die Arbeit der Schwelmer Bürgermeisterin aus?“

Intensiv hatte sich eine Gruppe von Bewohner/innen des Christian-Ehlhardt-Hauses der Lebenshilfe auf ihren Besuch im Schwelmer Rathaus vorbereitet. Im Rahmen der Politischen Bildung der Lebenshilfe hatte die ehrenamtlich tätige Karin Oelze-Böhmer mit den Männern und Frauen über die Arbeit der Bürgermeisterin, der Verwaltung und der Politik gesprochen. Nun saßen die Gäste mit Frank Sprock (Verbundleitung Wohnstätten Schwelm/Wohnstättenleitung Christian-Ehlhardt-Haus) im Schwelmer Ratssaal und stellten Bürgermeisterin Gabriele Grollmann gezielt Fragen.

Sie erkundigten sich danach, auf welchem Wege Themen ins Rathaus oder in die Politik gelangten. Sie erfuhren, dass es bei Abstimmungen im politischen Raum gilt, durch Argumente zu überzeugen.

Die Gäste entpuppten sich als leidenschaftliche Interviewer, die sich im Handumdrehen mit der Bürgermeisterin in einem anregenden Gespräch befanden.  Ob Bushaltestellen, Kindergärten, Schulen oder Barrierefreiheit – viele wichtige Themen wurden angerissen.

Natürlich interessierte es die Männer und Frauen auch sehr, wie ein typischer Tagesablauf der Bürgermeisterin aussieht vom Arbeitsbeginn und dem Abarbeiten von E-Mails an über Absprachen mit dem Sekretariat und Dienstbesprechungen mit den Fachbereichen bis hin zu Telefonkonferenzen, Projektbesprechungen, Bürgergesprächen und der Freigabe von Sitzungsvorlagen.

Ab 17 Uhr steht oft eine Ausschuss-Sitzung an, später am Abend nimmt Gabriele Grollmann noch Repräsentationstermine wahr. „Ich habe mir vorgenommen, jeden Tag eine Stunde Mittagspause zu machen, aber das schaffe ich oft nicht“, so die Bürgermeisterin, die das Rathaus nach 12, 13 Stunden Arbeit mit vielen Arbeitsmappen in der Tasche verlässt. Kleine Rituale wie eine Tasse Cappuccino seien für sie eine Insel der Entspannung.

„Sie haben aber ganz schön viel zu tun“, merkte eine Besucherin an und wollte vom Stadtoberhaupt wissen: „Wie entspannen Sie sich denn?  Was machen Sie am Wochenende?“ Auch da gäbe es oft Termine, aber wenn sie wirklich einmal freie Zeit habe, so Gabriele Grollmann, dann ziehe sie ihre Walkingschuhe an und drehe eine große Runde im Grünen.  

„Und was macht Ihnen Spaß?“ „Solche Termin wie heute, solche Gespräche wie mit Ihnen. Das Repräsentieren und das Führen der Verwaltung gleichen viel Stress aus“, lautete die Antwort.

Gabriele Grollmann wies auch auf die schwachen Finanzen der Stadt hin und dass noch über Jahre hinweg streng gespart werden müsse. Frage: „Wann wird Schwelm schuldenfrei sein?“ Antwort: „Wir haben einen Fahrplan für die Konsolidierung und hoffen, dass bis 2021 eine deutliche Entschuldung sichtbar werden wird. Manches können wir selbst voranbringen, andere Entwicklungen kommen von außen und können von uns nur schwer beeinflusst werden“.

Gabriele Grollmann bat ihre Gäste, sich mit ihren Bedürfnissen und Erwartungen einzubringen, wenn nun die Neue Mitte in Schwelm entstehen würde. Auch hier spiele u.a. Barrierefreiheit eine große Rolle.

Zum Ende des Besuchs schauten die Gäste noch in der Telefonzentrale der Stadtverwaltung vorbei, wo Waltraud Neumann die Schwelm mit der Welt verbindet und umgekehrt. Was wollen Anrufer/innen wissen, zu welchen Ämtern möchten sie durchgestellt werden und wie reagiert man, wenn unablässig neue Anrufe eingehen? Eine fordernde Arbeit, die sich ein Stück weit selbst erklärt, wenn man die Fachfrau aus dem Fachbereich Zentrale Dienste aufmerksam begleitet.

Schwelm, den 11. Mai 2016

Im Schwelmer Ratssaal befragten die Gäste der Lebenshilfe Bürgermeisterin Gabriele Grollmann intensiv zu ihrer Arbeit.
Von Frank Sprock bekam das Stadtoberhaupt ein Lebenshilfebärchen überreicht.
Von hier aus hält Schwelm Kontakt mit Deutschland und der Welt: Waltraud Neumann erläuterte den Besucherinnen und Besuchern die Arbeit in der Telefonzentrale. Fotos: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph
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