„Lebensqualität bedeutet nicht nur satt und sauber!“

Stimmen von Fachkräften zum „Internationalen Tag der Pflege“

 

 

Der 12. Mai ist der „Internationale Tag der Pflege“. Er wird in Deutschland seit 1967 veranstaltet und geht zurück auf das Wirken der am 12. Mai 1820 geborenen britischen Krankenschwester Florence Nightingale.

In Schwelm wirkt seit einigen Jahren das Forum „Hilfe und Pflege im Alter“, in dem  professionelle Dienstleister und Beratungsstellen aus den Bereichen Pflege und Gesundheit eng vernetzt sind, um Hilfsangebote zu organisieren, weiter zu entwickeln und die unterschiedlichen Unterstützungsangebote transparent zu machen. Die städtische Seniorenberatung, die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege und das „Forum“ organisieren die jährliche Schwelmer „Senioren- und Pflegemesse“ die in diesem Jahr am 29. Juni von 9 bis 14 Uhr in der Innenstadt stattfinden wird.

Zum „Tag der Pflege“ haben sich die Mitglieder des „Forums“ gewünscht, einmal ihre Sicht zur Situation der Pflege in unserer Gesellschaft darlegen zu können. Die ausführliche Fassung erscheint im städtischen „Journal für Schwelm“ in diesem Jahr. Die komprimierte Version der Schilderungen bietet dieser Bericht. Zu hören sind Stimmen, die von großem Idealismus  zeugen. Es äußern sich Menschen, die als Fachpersonal Pflege Tag für Tag praktizieren. Beklagt werden der geringe Stellenwert der Pflege in Deutschland, der Zeitmangel in der Pflege und die vermeintliche „Unwirtschaftlichkeit“ von Gefühl, Zuwendung und Gespräch. Deutlich wird vom geringen Verdienst für einen verdienstvollen Beruf gesprochen. Eingefordert wird von der Politik die Veränderung der Rahmenbedingungen.

Signe von Hartmann:„Mit der Spritze ist es nicht getan“

Das Thema „Pflege“ hatte bereits in mancherlei Ausprägung Signe von Hartmanns Berufsleben begleitet, als sie sich mit 59 Jahren mit einem eigenen ambulanten Krankenpflegedienst selbständig machte. Das Unternehmen in der Bahnhofstraße 10 fing mit 22 Kunden an und betreut heute 68 Menschen in Schwelm und Umgebung.

Von ihrem Beruf überzeugt und idealistisch ist Frau von Hartmann nach wie vor, doch die Realität der Arbeit sieht sie nüchtern. Denn zwischen den Bedürfnissen der Menschen und der zugestandenen Zeit für die festgelegten Hilfeleistungen klaffe eine große Lücke. „Für einige Menschen ist der Besuch einer  unserer Schwestern der einzige Kontakt am Tage. Ich habe versucht, meinen Mitarbeiterinnen für die Arbeit möglichst viel Zeit zu geben, doch damit kommt man früh an enge wirtschaftliche Grenzen“.

Die alten Menschen seien dankbar. Gleichwohl spürten sie den zeitlichen Druck, unter dem die Schwestern stünden. Beispiel: Für Frau X ist lediglich eine Injektion vorgesehen, doch die alte Frau ist wegen einer aktuellen Spannung in der Familie in Tränen aufgelöst. Kann man diesen Menschen in dieser Lage allein lassen? Es sei kein Trost, so Signe von Hartmann, dass das Berufsleben aller Menschen nur mehr im Takt einer Maschine laufen solle. „Wir würden gerne mehr tun, aber wer nicht mitmacht, fällt raus. Ich würde meinen Angestellten gerne mehr bezahlen, aber wie soll ich das? Egal, wo der Kunde wohnt, die Fahrtpauschale beträgt 1,62 €.“

Mit Andrea Bodden, ihrer Pflegedienstleiterin, ist sie sich darin einig, dass dieser schöne und schwere Beruf nicht die Anerkennung genieße, die ihm zukommen sollte. „Wir leisten so viel besondere Arbeit, wir sind körperlich und seelisch eingespannt und tragen viel Verantwortung.“ Männer würden diesen Beruf kaum wählen, weil man davon nur schwerlich eine Familie ernähren könnte.

Monika Juraschek arbeitet gern in der Tagespflege

Der „Tag der Pflege“ ist ein Tag, der Monika Juraschek einmal mehr darin bestätigt, vor 13 Jahren eine für ihr Leben wichtige und richtige Entscheidung getroffen zu haben, als sie ihre Arbeit in der Tagespflege des Seniorenstiftes St.  Marien aufnahm. Damals hatte die gelernte Erzieherin schon die Weichen neu gestellt und gab Eltern-Kind-Kurse in der Katholischen Familienbildungsstätte in Schwelm. Frau Juraschek, aktives Mitglied der Katholischen Kirchengemeinde St. Marien und Mutter zweier erwachsener Kinder, ließ sich auf die neue Aufgabe ein,  die ihr Leben bis heute bereichert.

Für die erfahrene Frau ist es wichtig, dass jeder Gast sein eigenes Leben mit individuellen Erfahrungen, Fähigkeiten, Gedanken und Gefühlen lebt. „Wir nehmen jeden an, wie er ist, mit seinem Humor und seiner Trauer, seinem ausgeprägten Bewegungsdrang und manchmal auch mit seinen Aggressionen“.

Einmal mehr wird spürbar, welche große Rolle die Betreuung von Menschen spielt. Das Haus hat  daher auch den Heimvertrag geändert, der jetzt auf „Pflege und –Betreuungsvertrag der Tagespflege“ lautet, sagt die stellvertretende Einrichtungsleitung Bettina Spitz. Viele Bürger wüssten zu wenig über die Tagespflege, deren Bedeutung ständig zunähme. Das Haus reagierte bereits mit einem sehr gut besuchten Informationstag darauf. 

„Ich bin hier richtig!“, sagt die klassische Seiteneinsteigerin Monika Juraschek, die der Umgang mit den Tagespflegegästen Wichtiges gelehrt hat: „Mir fallen nun auch kleine, scheinbar nebensächliche Dinge auf, die aber wichtig sind. Und ich lebe bewusster.“

Marina Ott: „Absicherung im Pflegefall ist lebensbegleitendes Thema“

Die individuell passende private Absicherung für den Pflegefall: Dafür macht sich Marina Ott aus Schwelm stark. Die unabhängige Finanz-und Versicherungs-Maklerin einer Maklergesellschaft berät über das komplette Leitungsspektrum des Versicherungswesens und nimmt sich 2007 besonders des Themas „Pflege“ an. In den Gesprächen mit ihren Kunden geht es u.a. Pflegetagegeld, Pflegekosten und Pflegerentenversicherung. Frau Ott analysiert das Kundenprofil und errechnet individuelle Versorgungslücken.

Jeder Dritte über 80 ist pflegebedürftig. Die Verweildauer in Pflegeheimen beträgt im Schnitt sechs Jahre. Frau Ott weiß, dass viele Menschen sich dem Thema erst mit dem Älterwerden nähern oder weil der Pflegefall in der Familie eingetreten ist. Dann sei das Erstaunen darüber groß, was alles an Unterlagen und Bescheiden beigebracht werden müsse.

Zum „Tag der Pflege“ möchte die Fachfrau den Blick darauf lenken, dass die Absicherung des Pflegefalls ihrer Meinung nach ein lebensbegleitendes Thema sein sollte. „Mancher Sohn/manche Tochter ist eher als Vater/Mutter pflegezusatzversichert. Auch jüngere Menschen können unversehens pflegebedürftig werden. Sie können erkranken oder verunfallen oder schon früh dement werden. Ein Motorradunfall kann das Leben verändern, ein Schlaganfall, ein unglücklicher Sturz.“ Schon für Kinder könnten Abschlüsse getätigt werden, die als Ansparmodell laufen.

Christiane Dörnen: „Pflege ist nicht zu reduzieren auf bestimmte Handlungen an Menschen!“

Mein Name ist Christiane Dörnen. Ich bin bei Bethel.regional, Stiftungsbereich der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, zuständig für das Thema Pflege und in dieser Funktion  Ansprechpartnerin für die in den Regionen Ruhr/Südwestfalen, Dortmund/mittleres Ruhrgebiet und Hamm/ Unna/Münsterland tätigen beratenden Pflegefachkräfte von Bethel.regional.

Bei uns erhalten Menschen mit sehr unterschiedlichen Hilfebedarfen Beratungs-, Begleitungs- und Unterstützungsangebote. Menschen, die dieses Angebot in Anspruch nehmen, können aufgrund ihrer Beeinträchtigung gleichzeitig pflegebedürftig sein oder es aufgrund (zusätzlicher) gesundheitlicher Probleme vorübergehend oder dauerhaft werden.

Unterstützungs- und Pflegebedürftigkeit können nicht losgelöst voneinander betrachtet werden. Pflegehandeln ist Teil der allgemeinen Unterstützungsleistung und orientiert sich an den Interessen und dem Willen  des Menschen, seiner Lebensgeschichte und seinen lebensweltlichen Bezügen.

Pflege ist eine Profession und ständig in Entwicklung! Pflege kommt den Menschen sehr nah und übernimmt stellvertretend viele Rollen z.B. Vermittler, Aufklärer, Zuhörer und Lotse! Pflege ist nicht zu reduzieren auf bestimmte Handlungen an Menschen!  Pflege findet integrativ statt und immer im Sozialraum!  Pflege findet in unterschiedlichen Bereichen und an unterschiedlichen Orten statt! Pflege hat viele Gesichter! Pflege findet zu jeder Zeit statt!

Erna Kropfgans und Thomas Maczkowiak: „Wir müssen weg von den Orientierungswerten“

Zum „Tag der Pflege“ geben Einrichtungsleiterin Erna Kropfgans und Belegungsmanager Thomas Maczkowiak vom CURANUM Seniorenzentrum Vogelsang den Lesern mit auf den Weg, dass „Pflege ihre eigene Sprache“ spricht.

Arbeit in der Pflege gilt allgemein als schnell erschöpfend. Erna Kropfgans ist davon überzeugt, dass sich das Werben um motivierte und fähige Mitarbeiter lohnt. Sie bietet Praktika für Schüler an, wirbt auf Berufskollegs und Ausbildungsmessen für den Pflegeberuf. Der Konzern hat eine eigene Auszubildenden-Beauftragte, Frau Kara, die während der Ausbildung die Auszubildenden der Curanum-Einrichtung begleitet und unterstützt und den Transfer von Theorie und Praxis gewährleistet.

Wer in der Pflege arbeiten wolle, müsse gut mit Menschen umgehen können, Wünsche und Bedürfnisse wahrnehmen, dürfe nicht konfliktscheu sein, müsse eine gesunde Wahrnehmung für die Situation besitzen. Jeder Mitarbeiter müsse wissen: „Ich habe gute Arbeit geleistet, und nun schließe ich die Tür, gehe heim und lasse es mir gutgehen“.

„Pflege spricht eine eigene Sprache. Eine Planung vom grünen Tisch kommt nicht gut an“, wissen Erna Kropfgans und Thomas Maczkowiak, die die Arbeit in der Gruppe schätzen. Am wichtigsten sei es, den Mitarbeitern den Rücken freizuhalten. Dazu gehört Fortbildung über das Muss hinaus. Kropfgans und Maczkowiak wissen, dass gelebter Idealismus Rückendeckung braucht. Es sei eine hochpolitische Aufgabe, gute Bedingungen dafür zu schaffen, dass Pflege gefördert und dass Pflegekräfte gut ausgebildet und gut bezahlt würden.

Frau Kropfgans: „Wir müssen weg von den Orientierungswerten, bei denen das Personal nach der Pflegestufe berechnet wird. Gespräche sind ungemein wichtig. Und wir brauchen flexiblere Arbeitszeitmodelle, Frauen müssen ihre Arbeit mit Kindergartenzeiten vereinbaren können. Denn Pflege macht Spaß, das ist ein andere Welt, als eine Akte zu bearbeiten und sie wieder in den Schrank zu stellen“.

Peter Ronthaler: „Vergütungshöhen zwingen mich, niedrige Gehälter zu zahlen!“

Sie erinnern sich nach an das Sommerthema 2012? Richtig, Altersarmut. Aus jedem berufenen und unberufenen Mund schallte es: „Wir müssen dringend etwas gegen die drohende Altersarmut tun!“ Nun haben wir Bundestagswahl  und was diskutiert man heute? Steueroasen… Ich denke Folgendes: Wir in der ambulanten Pflege sind durch ein Vergütungssystem seit Jahren gedeckelt, das es nicht ermöglicht, Pflegefachkräfte auskömmlich zu entlohnen.

Eine examinierte Pflegefachkraft hat einen Bruttoverdienst bei 154 Monatsstunden (Vollzeit) von ca. 2000 €. Bei Steuerklasse I, keine Kinder verbleiben ihr netto im Monat ca.1400 € ohne Zuschläge. Zum Vergleich: Laut statistischem Bundesamt beträgt das Bruttoeinkommen examinierter Pflegekräfte 2722 €; rein weibliche Pflegekräfte 2656 €.

Auf unseren Betrieb umgerechnet, hieße das: Bei z.Zt.13 Vollzeitmitarbeitern Bruttopersonalkosten (wohlgemerkt ohne Zuschläge wie Sonn- und Feiertage und ohne Arbeitgeberanteile, die gesondert bezahlt werden) von ca. 37.000 €. Incl.AG-Anteile + Fortbildungen unternehmerischen Gewinn, Rücklagen etc. ergeben sich Stundenverrechnungssätze in Höhe von mindestens 45 € stündlich. Zum Vergleich:  Die preiswerteste Behandlungspflege ( LG 1) wird aktuell vergütet mit 9,31 € (ohne Fahrtkosten, ohne Zuschläge). Zum Vergleich: Die gleiche Leistung wurde 1996 mit umgerechnet ca. 11 € (incl. Fahrtkosten und Zuschläge) vergütet.

Aufgrund der bestehenden Vergütungshöhen bin ich als Arbeitgeber gezwungen, mein Personal auszubeuten. Ich würde gern meinen Mitarbeitern monatlich die statistischen Gehälter und auch mehr zahlen wollen, da sie tolle Arbeit leisten und dies täglich; nur muss es auch gegenfinanziert werden.

Claudia Brachthäuser:„Lebensqualität bedeutet nicht nur satt und sauber“

Mein Name ist Claudia Brachthäuser, ich bin verheiratet, Mutter von zwei Kindern, hauptberuflich Krankenschwester (Gesundheits- und Krankenpflegerin, kurz: GuK) und ich bin seit 2009 teilselbständig als Betreuungs-und Begleitassistentin. In meiner Teilselbständigkeit unterstütze ich Angehörige mit ihren zu pflegenden/ zu betreuenden Personen und helfe gegebenenfalls bei der Haushaltsführung mit. Das Thema Pflege macht einen Großteil (32 Jahre) meines beruflichen und privaten Lebens aus.

Oft sind es die Umstände, das vorhandene System, das uns die Pflege erschwert. Diesem System stehen Pflegekräfte oft machtlos gegenüber, weil Pflege keine Lobby hat und der Stellenwert der Pflege an unterster Stelle angesiedelt ist. Für Institutionen, in denen Pflegepersonal tätig ist, hat die Wirtschaftlichkeit Vorrang.

Der ganzheitliche Mensch wird auf seine Defizite, auf sein situatives unselbständiges Leben mit seinen vorhandenen finanziellen Mitteln reduziert, wobei es darauf ankommt welche Defizite er- und anerkannt werden. Der Mensch wird zur Sache, zu einer Akte. Sachlich sollen die Defizite behoben, eingegrenzt oder vermieden werden. Emotionen und Mitgefühl haben dabei kaum Raum und werden weder zeitlich noch finanziell berücksichtigt. So manche Tablette könnte durch menschliche Nähe ersetzt werden. Der betroffene Mensch fällt aus unserer Leistungsgesellschaft heraus und erlebt sich als Belastung.

An Fachpersonal wird gespart. Aber Pflegepersonal hat das nötige Fachwissen, beobachtet, versorgt, vermittelt, behandelt, unterstützt, steht bei, ist Ansprechpartner für die betroffene Person, für Angehörige und für andere Berufsgruppen..

Um Pflegestufenerhöhungen zu vermeiden, bedarf es einer anderen Zeit- bzw. Leistungsberechnung und Honorierung. Es benötigt viel mehr Zeit, einen Menschen zu motivieren, sich selbst zu waschen, als dies kurzerhand für ihn zu erledigen. Lebensqualität bedeutet nicht nur satt und sauber.

Andreas Koch/Sonja Finke: Soziale Kontakte steigern Lebensfreude

Die Angebote der städtischen Seniorenberatung und der ARGE (Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege) richten sich an Menschen in den aktiven Lebensphasen. Der Aktivgrad soll erhalten bleiben oder kann natürlich auch neu belebt werden. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass positive soziale Kontakte und die damit verbundene Freude das Wohlbefinden steigern und  Beeinträchtigungen vorbeugen.

Die ARGE lädt in jedem Jahr mit einem ansprechenden Programm zu den verschiedensten Aktivitäten ein. In Schwelm kümmern sind in 13 Bezirken ehrenamtlich tätige Sozialpfleger/innen Ansprechpartner/innen für die Seniorinnen und Senioren Bei Bedarf vermitteln sie den Kontakt zur Senioren- und Pflegeberatung.

Andreas Koch und Sonja Finke sind selbst in der Beratungspraxis tätig. Sie erfolgt telefonisch, im Büro, vor Ort bei den Ratsuchenden zu Hause, im Rahmen von Vorträgen oder auf der jährlich stattfindenden Seniorenmesse.

Wichtig ist beiden die Vernetzung mit und von Akteuren aus den Arbeitsfeldern rund um Pflege und Beratung, um die Qualität der Hilfeleistungen zu steigern.

Ulla und Christian Benning: Sorgsam betreute Menschen entwickeln wieder Kräfte!“

Die Hinwendung zu einem neuen Beruf erfolgte für Ulla Benning in der Lebensmitte. Sie war schon 30 Jahre in hoher Position in der Edelstahlbranche tätig gewesen, als sie gemeinsam mit ihrem Mann 2012 am Neumarkt 26 ihren eigenen Seniorendienst eröffnete, der Menschen im gesamten Ennepe-Ruhr-Kreis, in Wuppertal und auch in Düsseldorf betreut.

Ist Vertrauen aufgebaut und weiß das Team um Ulla Benning, welchen Lebensweg der Mensch vor ihnen genommen hat, dann kann an alte Hobbys und Interessen angeknüpft werden. An Demenz erkrankte Menschen haben immer dieselbe Bezugsperson, die sie wieder erkennen können. „Wir sind sehr geduldig mit den oft von Angst geplagten Menschen, damit sie sich nicht traurig, unzufrieden und unwohl fühlen“, betont Ulla Benning.

Die meisten Menschen möchten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben: Christian Benning hilft  mit baulichen Lösungen, die den zu betreuenden Menschen  große Erleichterung verschaffen. Nie erarbeitet er eine Lösung von der Stange.

„Zu sehen, was Menschen alles – noch oder wieder – können, wenn man sich geduldig auf sie einlässt und ihre Ressourcen weckt, ist unglaublich“, sagt die Fachfrau. Damit hat sie für sich und ihren Mann auf den Punkt gebracht, was ihr am „Tag der Pflege“ zu sagen wichtig ist: „Manche Menschen reden diese Arbeit flach, weil sie sie unterschätzen. Sie erleben nicht, wie sich Menschen, denen man nicht mehr viel zugetraut hat, durch geduldige Zuwendung entwickeln. In kleinen Schritten finden viele wieder ein Selbstbewusstsein zurück.“

Schwelm, den 10. Mai 2013

 

 

"Pflege hat viele Gesichter! Pflege findet zu jeder Zeit statt!" Die Mitglieder des Forums für "Hilfe und Pflege im Alter" anlässlich ihres jüngsten Arbeitstreffens im Schwelmer Rathaus (einige Mitglieder waren verhindert). Foto: Stadtverwaltung Schwelm/Heike Rudolph
Frauen einst und jetzt: Diesem spannenden Thema widmet sich die Reihe "Altes neu entdeckt" am kommenden Mittwoch im Haus Martfeld.
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