„Lebensspuren“: Silvia Straube Holbachs Werke im Haus Martfeld

Die Künstlerin ist Sonntag für Gespräche und Führungen zugegen

Im Januar eröffnete Schwelms stellvertretende Bürgermeisterin Christiane Sartor im Haus Martfeld die Ausstellung „Lebensspuren“ mit Werken der Schwelmer Künstlerin Silvia Straube Holbach. Mit 140 Gästen gehörte dieser Abend zu den erfolgreichsten Kunstvernissagen im Haus Martfeld.

Das enorme Echo ist verständlich, begleiten doch viele Kunstfreunde mit großer Aufmerksamkeit das Schaffen von Frau Straube Holbach seit zwanzig Jahren. Und man wird belohnt, weil auch den Werken der früheren Perioden Frische und ungebrochene ästhetische Aussagekraft eignen.

Heike Rudolph, die in die Schau einführte: „Objekte, Bilder und Zeichnungen der Schwelmer Künstlerin Silvia Straube Holbach sind auf zeitlose Weise gegenwärtig. Da scheint nichts wirklich die Vorstufe zu etwas anderem zu bilden, auch die älteren Arbeiten bestehen mühelos neben den jüngeren“.

Zwar hat die Malerin ihr Schaffen fortgeschrieben, sich stets neue Themen anverwandelt und ihre Malpraxis konsequent ausgestaltet. Doch gerade Silvia Straube Holbach ist es schon als junger Malerin gelungen, ureigene Themen, Motive und einen unverwechselbaren Malgestus zu entwickeln, die immer modern sein werden.

Ihre Werke umkreisen das Leitmotiv vom „Bestehen im Wandel“. Mensch, Körper, Natur, alles ist, besteht, bewährt und behauptet sich im realen Leben. Und doch gibt es da noch eine reiche, innere Wesenhaftigkeit, die mit dem Verstand allein nicht begriffen werden kann und die sich in planen Abbildungen nicht erschöpft.

Oft werden Themen durchgespielt, die vom steten Wandel der Dinge erzählen. Äußere und innere Grenzen werden aufgelöst und überschritten, Menschen und Formen treten in Wechselwirkung mit der Umgebung. Sie formen und werden geformt, werden herausgestrichen oder gar unsichtbar gemacht.

Silvia Straube Holbach schafft die Kunst für diesen immerwährenden inneren Prozess, indem Sein und Werden, Sicherheit und Aufbruch in Spannung zueinander gesetzt werden. Gern arbeitet sie dabei mit motivischen Antipoden, befasst sich mit dem Spiel von Innen und Außen, Hell und Dunkel, Konkretion und Auflösung, Bestand und Entwicklung, Sichtbarkeit und Fühlbarkeit.

Menschen, Situationen, Begebenheiten und Ereignissen nähert sie sich feinfühlig mit Verstand, Gefühlen und allen Sinnen. Im Angesicht ihrer Arbeiten streifen Betrachter  oberflächliche Gewissheiten ab. Wer Lebenspuren legt, der bleibt nicht stehen.

In ihren Werken greift Silvia Straube Holbachs Fähigkeit, das Sichtbare mit einer Aura zu umgeben, als stecke in ihm noch eine zweite Wahrheit. Alles scheint klar, und doch lebt hinter den Gegenständen eine zweite Welt. Neben dem faktischen Wissen verarbeitet die Künstlerin Empfindungen, ungefilterte Eindrücke,  Bruchstücke des Möglichen, Schemen, Wahrnehmungen. Dies alles zusammen ist nichts weniger als unsere „innere Lebensspur“.

Die schöne und tiefsinnige Ausstellung im Haus Martfeld ist bis zum 15. März im Haus Martfeld zu sehen. Am letzten Ausstellungstag ist die Künstlerin selbst von 14 bis 17 Uhr zugegen, wird Fragen beantworten und interessierte Bürgerinnen und Bürger durch die Ausstellung führen.

Schwelm, den 6. März 2015

In der Woche vom 12. bis zum 15. Januar werden die Weihnachtsbäume abgeholt.
Eines der zahlreichen Werke der Künstlerin in der großen Ausstellung im Haus Martfeld.
Die Aufführung des "ballett Mett" findet am Sonntag, dem 8. Februar, um 18 Uhr in der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule statt.
Zeigt Arbeiten aus zwanzig Jahren ästhetischen Schaffens: Silvia Straube Holbach.
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