Berufswahl hat auch etwas mit Geld zu tun

Erstellt von Manuela Schwarzkopf |

Zum zehntenmal Projektwoche an der Gustav-Heinemann-Schule zu Berufswahl und Lebensplanung

„Wie hoch ist die Miete für eine Wohnung?“ „Wie viel Geld brauche ich im Monat für Lebensmittel?“ „Was kostet das Leben – und wie kann ich das finanzieren?“ Diesen und anderen Fragen gingen die Schülerinnen und Schüler der achten Klasse der Gustav-Heinemann-Schule, Zweigstelle Ländchenweg (früher Hauptschule Ost), während einer Projektwoche zur Berufs- und Lebensplanung nach. Die „Projektwoche“ hat Tradition: initiiert von der früheren Gleichstellungsbeauftragten Anna Schulte und fortgeführt von ihrer Nachfolgerin Manuela Schwarzkopf, fand sie in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal statt.

Einkommen aus eigener Berufstätigkeit gewinnt für Mädchen und Frauen zunehmend an Bedeutung. Neben dem Wunsch nach Unabhängigkeit ist es immer häufiger einfach notwendig, dass Frauen Geld verdienen - weil der Partner oder die Partnerin arbeitslos ist oder weil sie allein leben, immer häufiger auch mit Kindern. Die Höhe des Einkommens spielt dann eine zentrale Rolle und hängt davon ab, welcher Beruf ausgeübt wird.

Dies erfuhren die Schülerinnen sehr nachdrücklich im Gespräch mit den Teilnehmerinnen einer Interviewrunde. Schwelms Gleichstellungsbeauftragte Manuela Schwarzkopf hatte Frauen aus verschiedenen Berufen eingeladen, über ihren Beruf und ihren Weg dorthin zu berichten – von der Arzthelferin über die Fachangestellte für Medien und Informationsdienste (früher: Bibliotheksassistentin) bis zur Gärtnerin und Industriemechanikerin. Diese standen den Schülerinnen an einem Vormittag Rede und Antwort und gaben auch bereitwillig Auskunft zu ihren Löhnen und Gehältern. „In manchen Berufen sind die Entgelte nach der Ausbildung so niedrig, dass eine eigenständige Lebensführung kaum gelingen kann. Insbesondere trifft dies auf so genannte ‚frauentypische’ Berufe zu. Bei der Berufswahl auch auf die späteren Einkommensmöglichkeiten zu achten – das ist eines der Anliegen der Projektwoche.“, erläutert Manuela Schwarzkopf.

Mit der Kursleitung erarbeiteten die Jugendlichen deshalb, was das Leben kostet und wie es finanziert werden kann. Sie sprachen zudem über ihre Wünsche an Partnerschaft und wie die Arbeit im Beruf und in der Familie aufgeteilt werden kann. „Die Jugendlichen sollen ermutigt werden, bei der Berufswahl ausgetretene Trampelpfade zu verlassen und Neues zu erkunden. Sich Berufe anzusehen, die interessante Alternativen zu den ‚typischen’ Frauen- und Männerberufen bieten, ist ein weiteres Anliegen der Projektwoche.“, erklärt Manuela Schwarzkopf. „Und dies geschieht am Besten in der Praxis. Die Luft in einer Maschinenhalle oder einem Krankenhaus zu schnuppern ist wesentlich eindrücklicher, als es eine Beschreibung je vermitteln kann.“ Deshalb waren zwei Praxistage eingeplant. Während die Mädchen in Unternehmen der Fahrzeug-, Verbindungs- und Isoliertechnik selbst Hand anlegten an Hammer und Amboss, erprobten die Jungen in verschiedenen Einrichtungen den einfühlsamen Umgang mit Kindern und Kranken.

Auch wenn nach dieser Woche nicht alle Schülerinnen Industriemechanikerin und nicht alle Jungen Erzieher werden wollen, so erweitert die Auseinandersetzung und Begegnung mit ‚untypischen’ Berufen dennoch den beruflichen Horizont und trägt daneben auch zur höheren Wertschätzung der Arbeit von Frauen und Männern bei.

Schwelm, den 16. Juli 2009

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"Die Jugendlichen sollen ermutigt werden, bei der Berufswahl Neues zu erkunden", so Schwelms Gleichstellungsbeauftragte Manuela Schwarzkopf. Foto: Heike Rudolph
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