„Martfeld Klassik“ mit Frühlingsgefühlen und Liebeswehmut

Martfeld-Quartett und Sopranistin Elena Fink werden mit Haydn, Dvořák und Fibich begeistern

 

 

Das Martfeld Quartett gehört zu den herausragenden Ensembles Nordrhein-Westfalens und besteht seit 1980. In seiner heutigen Besetzung spielt es seit 2010 zusammen. Der Name des Quartetts ist eng verbunden mit dem Rittergut Haus Martfeld (Haus Martfeld 1), in dem es seit vielen Jahren eine eigene Konzertreihe erfolgreich bestreitet. Und genau hier, im Haus Martfeld, wird das Quartett am Donnerstag, dem 8. Mai, um 19.30 Uhr ein Konzert mit Werken von Haydn, Dvořák und Fibich geben. Mit dem Martfeld Quartett (Liviu Neagu-Gruber/Violine, Axel Hess/ Violine, Antje Kaufmann/Viola und Katharina Apel-Hülshoff/ Violoncello), ist Elena Fink zu hören. Zahlreiche Preise sowie ein Repertoire von fast 50 Partien kennzeichnen die Karriere der bekannten, sehr vielseitigen Koloratursopranistin. Für ihre Interpretation der Proserpina in der gleichnamigen modernen Oper von W. Rihm wurde sie 2010 zur Opernsängerin des Jahres in NRW nominiert.

Das Programm:

JOSEPH HAYDN

Quartett D-Dur für zwei Violinen, Viola und Violoncello, op. 64/5 “Lerchenquartett“.

1. Allegro moderato; 2. Adagio; 3. Menuetto. Allegretto-Trio; 4. Finale Vivace

Die Erstausgabe der Opus 64-Quartette wurde einem gewissen “Monsieur Jean Tost” 1790 gewidmet. Vermutlich war damit der Geiger Johann Tost gemeint. Der Ungar Tost war damals großer Förderer der Kammermusik in Wien. Als Haydn im Dezember 1790 nach London aufbrach, um dort in den Veranstaltungen des Konzertunternehmers Johann Peter Salomon aufzutreten, brachte er seine neuen Quartette mit, die mit größtem Erfolg unter seiner Leitung aufgeführt wurden. Als „Renner“ der Serie erwies sich bald das D-Dur-Quartett. Denn das Londoner Publikum hatte, naturverbunden wie der Komponist selbst, in der jubelnden Melodie der ersten Geige zu Beginn des Kopfsatzes sofort den Ruf der Lerche erkannt. Seitdem heißt das Quartett im angelsächsischen Raum “The Lark”, bei uns “Lerchenquartett”.


Antonin Dvořák

Zypressen für Streichquartett und Gesang

Lieder einer unglücklichen Liebe waren es, mit denen Dvořák 1865 sein Liedschaffen startete: Zypressen nannte er jenen Zyklus Opus 2, in dem der 24Jährige die unerwiderte Liebe zu der Goldschmiedstochter Josefa Cermak verarbeitete. Wie im Falle Mozarts wurde später die jüngere Schwester der Angebeteten die Ehefrau des Komponisten, doch das Liebesleid seiner Jugend begleitete Dvořák bis in

seine späteren Lebensjahre. Die Quartettfassungen wirken wie ein fernes, wehmütiges Echo auf die große Liebe der Jugendzeit. Es sind zart melancholische “Lieder ohne Worte”, in denen Dvořák aus Singstimme und Klavierbegleitung ein dichtes Netz von wogenden Streicherklängen hervorzauberte.


ZDENEK FIBICH

Streichquartett G-Dur op. 8

1. Allegro moderato; 2. Adagio Scherzo; 3. Allegro scherzando Finale; 4. Allegro vivace - und eine Frühlingsüberraschung. Bedrich Smetana und Antonin Dvorak verbinden wir heute mit tschechischer “Nationalmusik”, wie sie sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts herauszubilden begann. Das Schattendasein, das Zdenek Fibich, damals als dritter im Bunde gehandelt, seitdem in den Konzertprogrammen führt, ist auch ein Ergebnis der Diskriminierung, die die nationale Musikbewegung den deutsch orientierten Komponisten entgegenbrachte. Im Gegensatz zu dem volksverbundenen Dvořák verkörperte der virtuose Pianist und Kunstkenner Fibich das deutsche Bildungsbürgertum im damaligen Böhmen.

Karten gibt es im Kulturbüro der Stadt Schwelm: Moltkestraße 24, Tel. 02336 /  801-273; schmittutz(at)schwelm.de; und im Bürgerbüro, Moltkestraße 24, 02336 /  801-255. 16 € (Erwachsene); 12 € (Schüler, Studenten); 9 € (Schwelm-Pass, Juleica).

Schwelm, den 28. April 2014

Die bekannte Koloratursopranistin Elena Fink gastiert am 8. Mai mit dem Martfeld-Quartett in Schwelm.
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