Musik kennt keine Grenzen

In der Musikschule Schwelm sind Flüchtlinge herzlich willkommen!

 

 

Die Städtische Musikschule Schwelm bringt sich seit kurzem tatkräftig in die Flüchtlingsarbeit vor Ort ein. Bereits zu Beginn des Jahres begann die Organisation des Musikschulangebotes in Abstimmung mit Herrn Musa Altundag vom städtischen Fachbereich Familie und Bildung und mit Frau Heike Philipp von der Willkommensinitiative Schwelm.  Es folgte die Suche nach einem Sponsor, der glücklicherweise gefunden werden konnte. Die Wilhelm-Erfurt-Stiftung war von der Musikschulplanung überzeugt und sagte ihre finanzielle Unterstützung zu.

In einer Auftaktveranstaltung am 15. April, einem Chorkonzert, das von den beiden Chören „Shouts of Joy“ und den „Belcantos“ gestaltet wurde, wurden von Musikschulleiterin Gabriele Weidner und ihrer Stellvertreterin Regine Köppen Listen ausgelegt, in die sich musikalisch interessierte Flüchtlinge eintragen konnten. An Ort und Stelle wurden sie mehrsprachig beraten. Auf diese Weise kam eine stattliche Anzahl an Interessenten zusammen, die es nun musikalisch zu versorgen galt.

Mit mehreren Angeboten hat die Musikschule reagiert.
Die Kleinsten wurden sofort in eine bereits bestehende Gruppe der Musikalischen Früherziehung aufgenommen und besuchen mit ihren Eltern oder ehrenamtlichen Betreuerinnen den Unterricht bei Detlef Wiedenhaupt.
Viele der Flüchtlinge interessieren sich explizit für das Instrument Gitarre. 16 Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden seit Ende April in drei verschiedenen Kursen von den Lehrkräften der Musikschule einmal pro Woche unterrichtet. Regine Köppen, Jiri Schneider und Detlef Wiedenhaupt haben sich ganz auf die altersgemischten Gruppen eingestellt, bieten dort verschiedene Musikstile an und fördern insbesondere auch die Teilnehmer, die bereits Vorkenntnisse aus ihrer alten Heimat mitbringen.

Jiri Schneider berichtete begeistert, wie wissbegierig die Schüler seien: „Die Jungs können schon die ersten paar Zeilen von 'All of me' (John Legend) begleiten. Ich hab ihnen außerdem in der ersten Unterrichtsstunde das Thema von James Bond vorgespielt und sie waren so begeistert, dass sie es unbedingt lernen wollten. Wir haben also heute in der zweiten Stunde schon den James Bond gespielt.“

Sprachschwierigkeiten gibt es in den Kursen kaum, da Musik bekanntlich keine Grenzen kennt und sich in jedem Kurs auch jeweils mindestens eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer findet, die/der im Notfall übersetzen kann.

Auch im Geigen- und Keyboardunterricht wurden die ersten Flüchtlinge aufgenommen und haben bereits erfolgreich die ersten Schritte beim Erlernen des Instruments absolviert.

Für die Flüchtlingskinder, die bereits die Grundschulen in Schwelm besuchen, bietet die Musikschule in Kooperation mit den Grundschulleitungen eine Teilnahme am JeKits-Programm an. So wurden zwei Kinder unbürokratisch in bestehende Instrumentalgruppen integriert und für das neue 2. Schuljahr liegen bereits einige Neuanmeldungen für verschiedene Instrumente vor.

Gabriele Weidner hält nach diesem vielversprechenden Beginn das Projekt für ausbaufähig und bietet gern ihre „musikalische“ Hilfe an.
Weitere Interessenten können sich in der Geschäftsstelle der Musikschule, Moltkestraße 24, unter der Telefonnummer 02336 / 801-276, oder unter weidner(at)schwelm.de melden.

Schwelm, den 23. Mai 2016

Musik kennt keine Grenzen: Das spürt man in den Gitarrenkursen der Städtischen Musikschule. Im Kurs von Jiri Schneider (4.v.l.) spielen Obeida Al Khous, Hani Alkhteeb, Raid Al Masarra, Salah Mkais und Mohamed Nabo.
Im Kurs von Detlef Wiedenhaupt (2.v.l.) zeigen Madjid Soltani, Pouriya und Houriya Khoushroo großen Eifer. Fotos: Privat
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