Schule, Sprache, Beruf: Themenvielfalt im Willkommenscafé

Arbeit der Flüchtlingspaten ist ungeheuer wichtig

Punkt 16.30 Uhr füllt sich erst das Café des Jugendzentrum, dann auch der  Veranstaltungsraum: Sehr gut besucht wird das14tägige „Willkommenscafé“ für Flüchtlinge, die in Schwelm eine Zuflucht gefunden haben. Familien und alleinstehende Menschen aus Syrien und dem Irak, aus dem Kosovo, aus Eritrea und Afghanistan nehmen an den Tischen Platz, um das Gespräch miteinander und mit den Flüchtlingspaten und anderen Bürgern zu suchen, die ihnen dabei helfen, den neuen Alltag in Schwelm zu meistern. Immer wieder sind auch Vertreter von Vereinen zu Gast. Beim jüngsten Flüchtlingscafé brachten auch die Leitungskräfte der Schwelmer Stadtverwaltung Kaffee und Kuchen mit und unterhielten sich intensiv mit den Neu-Schwelmern.  

Für die meisten Gäste ist es enorm wichtig, hier einen Treffpunkt zu haben, an dem man sich mit Deutschen austauschen kann. Es wird über persönliche Belange gesprochen, so über den Wunsch, so schnell wie möglich arbeiten zu dürfen. Eine Familie erzählt, dass sie in Kürze innerhalb der Stadt umziehen wird. Eine andere baut gerade daheim Mobiliar zusammen, benötigt aber für einige Handgriffe fachliche Hilfe.

Wie immer sind es die Kinder und Jugendlichen, die eine besondere Quirligkeit besitzen. Viele freuen sich, endlich hier zur Schule gehen zu dürfen; ein Junge verabschiedet sich nach einer Stunde im Café, weil er zum Fußballspielen nach Linderhausen abgeholt wird.

Das größte Kraftfeld ist die Sprache: Flüchtlinge, die schon einen Sprachkurs absolviert haben oder mit Hilfe von Flüchtlingspaten Deutsch lernen, sind spürbar stolz, wenn sie schon etwas über ihre Familie erzählen können, ihre Berufe, ihr Alter und ihr Heimatland. Manche erzählen, wie lange ihre Flucht nach Deutschland gedauert hat und vor welchen Ereignissen sie fliehen mussten. Nicht wenige bilden über das Englische eine Vermittlungsbrücke zwischen Muttersprache und Deutsch. Wenn sich die Grundlagen des Lebens dramatisch verändern, vertrödelt man keine Zeit mit Floskeln. Die gebürtigen Schwelmer und die Neu-Schwelmer sprechen sich direkt an, nennen ihre Vornamen und dann läuft das Gespräch.    

Es wird auch an diesem Nachmittag wieder sehr deutlich spürbar, welche ungemein wichtige Rolle die Schwelmer Flüchtlingspaten einnehmen. Schon früh haben sich Bürgerinnen und Bürger zusammengefunden, um Flüchtlingen gezielt zu helfen. Die Flüchtlingspaten genießen großes Vertrauen und sind den Flüchtlingen  bei der Orientierung im neuen Leben eine sehr, sehr wichtige Hilfe.

Schwelm, den 8. Oktober 2015

Flüchtlingspatin Astrid Seckelmann (Mitte) im Gespräch mit Frauen aus verschiedenen Ländern.
Ein Stück Kuchen gehört zum "Willkommenscafé" dazu, finden Kulturbüroleiterin Gabriele Weidner (Kulturbüroleiterin) und Marion Mollenkotte, Leiterin des Fachbereichs Finanzen.
Die Flüchtlingspaten Antonia Großmann und Klaus Hufnagel mit Neu-Schwelmern, denen sie Deutschunterricht geben.
Schwelms Ralf Beigeordneter und Kämmerer Schweinsberg im Gespräch mit einigen Flüchtlingen.
Flüchtlingspatin Lisa Seemann mit zwei Teenagern aus Albanien.
Ramona Fröhlecke (stellv. Leiterin des Fachbereichs Bürgerservice) ls. und Andrea Douven (Jugendzentrum) an der Theke des Cafés. Fotos: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph
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