Schwelm sagt „Willkommen!“ / 120 Bürger beim Intitativtreffen „Flüchtlinge in Schwelm“

Bürgermeister: „Bin stolz auf Sie und Ihre Bereitschaft zu helfen!“

 

 

„Ich freue mich nicht nur über dieses große Echo; ich bin vielmehr sehr stolz auf Sie und Ihren Wunsch, Flüchtlingen in unserer Stadt zu helfen. Schwelm sagt ,Willkommen!‘“: Mit diesen Worten begrüßte Bürgermeister Jochen Stobbe jetzt rund 120 Bürgerinnen und Bürger, die seiner Einladung zum Initiativtreffen „Flüchtlinge in Schwelm“ gefolgt waren und den Pfarrsaal der katholischen Kirchengemeinde St. Marien bis zum letzten Platz füllten.

Viele Schwelmer möchten den geflüchteten Menschen zeigen, dass sie in der Kreisstadt des Ennepe-Ruhr-Kreises willkommen sind. Sie wollen das Gespräch mit den Neu-Schwelmern suchen, den Menschen dort beistehen, wo dies gewünscht ist und zum Einleben im neuen Umfeld beitragen. Z. Z. leben 151 Menschen, darunter 34 minderjährige Kinder u.a. aus Syrien, Irak, Somalia, Aserbeidschan, Indien, Ghana  und Marokko in Schwelm. Darüber hinaus gibt es weitere Flüchtlinge, die z.T. von  Verwandten in Schwelm aufgenommen wurden.

Beim Initiativtreffen wurden zunächst alle schon bestehenden Leistungen und Aktivitäten vorgestellt. Der Bürgermeister führte aus, dass die Stadtverwaltung die ankommenden Menschen dezentral unterbringt, um eine Ghettobildung zu vermeiden. Er dankte allen Immobilienbesitzern, die hier sehr gut mit der Stadt zusammenarbeiten. Berndt Erlenkötter, Geschäftsführer der Schwelmer und Sozialen Wohnungsgenossenschaft, führte aus, dass die deutsch-ausländische Nachbarschaft funktioniere und unmittelbar die Integration befördere. Erlenkötter zollte der Stadtverwaltung ein Lob dafür, dass sie quasi immer wieder aufs Neue aus dem Stand heraus die Unterbringung organisiere, die einen hohen Aufwand verlange.

Die Ralf Stoffels-Stiftung und der Rotary-Club Gevelsberg finanzieren den ersten Schwelmer Sprachkurs für Flüchtlinge; hierzu haben soeben die Kompetenzauswahlverfahren stattgefunden. In 144 Einheiten über vier Monate werde neben Grundkenntnissen der Sprache auch eine kulturelle Basisorientierung vermittelt, so Melanie Beinert von der VHS.

Der Kinderschutzbund Schwelm, schilderte Claudia Haar, bringe Kindern, die ihre Heimat verloren haben, spielerisch die Sprache bei, unterstützt von Schwelmer Bürgern, darunter ehemalige Lehrer. Für die Diakonie Mark-Ruhr / Integrationsagentur EN-Süd stellte Sandro Di Maggio die Ausbildung zu Flüchtlingspaten vor. Aus Schwelm werden im Rahmen dieser Qualifizierung sieben Bürger/innen geschult.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Abends stellten Fragen oder machten Vorschläge. Ein Überblick: eine Begegnungsstätte (vielleicht ein Erzählcafè) – gemeinsamer Sport oder Musik als Integrationsmittel – eine Anlaufstelle, um Möbel, Kleider oder anderes zu spenden – die Notwendigkeit, Dolmetscher zu finden, um Sprachbarrieren zu überwinden - die Frage nach dem erweiterten Führungszeugnis für Ehrenamtliche u.v.m.

Der Unternehmer Ralf Stoffels: „Wo treffe ich die Menschen, denen ich helfen will? Eine zentrale Anlaufstelle wäre wichtig als niederschwelliges Angebot des Kennenlernens“. Diese Koordinierung sieht Bürgermeister Jochen Stobbe bei der Stadtverwaltung: „Die zentrale Organisation muss bei uns liegen“. Er ließ bereits die Hotline 801-115 schalten, an die sich Bürger wenden können, wenn sie Fragen zum Thema haben bzw. sich bei ehrenamtlich einbringen möchten. Außerdem bereitet die Stadtverwaltung einen Internetauftritt  vor.  

Dass sich Integration lohnt, belegten zwei Schwelmer Bürgerinnen an diesem Abend nachdrücklich: Kayi Schlücker und Elisabeth Adzayibako, beide aus Togo, erzählten in perfektem Deutsch, wie es nach der Flucht in ihrem Leben weiterging und wie es gelingen kann, eine neue Heimat zu finden.   

Schwelm, den 26. März 2015

 

 

Diskutierten auch nach dem Initiativabend noch angeregt weiter: Heinz Georg Thier, Melanie Beinert, Peter Eibert, Sabine Stippel-Fluit (beide Fachbereich Familie und Bildung), Ralf Stoffels, Schwelms Beigeordneter Ralf Schweinsberg, Bürgermeister Jochen Stobbe, Kay Schlücker und Elisabeth Adzayibako sowie Berndt Erlenkötter.
17 Vereinen und Verbänden wurde das Zertifikat übergeben. Mit deren Vertreterinnen und Vertretern freuen sich Schwelms Beigeordneter, Kämmerer und Jugenddezernent Ralf Schweinsberg sowie Jörg Dahlke vom städtischen Fachbereich Familie und Bildung.
120 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung des Bürgermeisters gefolgt, fragten und unterbreiteten Vorschläge.
Fragen: Wie treffen wir die Menschen? Wo könnte ein Ort der Begegnung sein?
"Uns ist das Herz aufgegangen, als wir Kinder, die zu Anfang sehr ernst waren, zum erstenmal lachen sahen", so Claudia Haar vom Kinderschutzbund Schwelm.
Unmittellbare Nachbarschaft ist gelebte Integration, weiß Berndt Erlenkötter, Geschäftsführer der Schwelmer und Sozialen Wohnungsgenossenschaft.
Warb für eine zentrale Anlauf- oder Begegnungsstelle: Der Schwelmer Unternehmer Ralf Stoffels.
Wie man nach der Flucht eine neue Heimat finden kann, erzählte Elisabeth Adzayikbako.
Führte aus, was die Ausbildung zum Flüchtlingspaten beinhaltet: Sandro Di Maggio (Diakonie Mark-Ruhr / Integrationsagentur EN-Süd). Fotos: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph
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