Sich in ruhiger Atmosphäre gütlich einigen

Stadt Schwelm sucht Schiedsfrau oder –mann für Schiedsbezirk Süd

Ein Wort gab das andere, und schon war eine Beleidigung herausgerutscht. Oder: Nachbarn können sich nicht über eine Grundstücksgrenze einigen, jeder glaubt, der andere wolle mehr, als ihm zustehe. Vielleicht wird auch die Bepflanzung dieser Grundstücksgrenze als zu dominant empfunden, oder es wird über Lärm „von nebenan“ geklagt.

Schiedsfrauen- und männer werden häufig eingeschaltet, wenn in Nachbarschaft oder Familie durch Beleidigung, Hausfriedensbruch, Verletzung des Briefgeheimnisses oder Bedrohung ein unerträgliches Klima entstanden ist und die miteinander zerstrittenen Parteien von sich aus nicht die Kraft zum Gespräch aufbringen. Bei sich daheim, also im eigenen Wohnzimmer, versuchen Schiedsleute dann zu vermitteln. Angerufen werden sie auch bei bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten über vermögensrechtliche Ansprüche, so bei Auseinandersetzungen über Schadenersatz, Schmerzensgeld und Unterhaltsansprüche.

Schiedsleute sind vorurteilslos und besitzen Menschenkenntnis

Nicht selten können gerichtliche Auseinandersetzungen vermieden werden, wenn Schiedsfrauen und –männer mit Menschenkenntnis und Verhandlungsgeschick verhärtete Fronten auflösen. Nicht selten wird auch Menschen, die das Gericht bemühen wollen, ein Einigungsversuch vor der Schiedsperson vorgeschrieben, zu deren „Persönlichkeit Vorurteilslosigkeit und Menschenkenntnis gehören sollten und die eine ruhige und entspannte Atmosphäre schafft, um Streitenden die gütliche Einigung zu erleichtern“, so Nicole Gräfe vom städtischen Fachbereich Zentraler Service.

Ab dem 10.10.2015 ist einer der beiden Schwelmer Schiedsbezirke, der Schiedsbezirk Süd, neu zu besetzen. Die Stadt Schwelm ruft nun Bürgerinnen und Bürger auf, sich auf das frei werdende Schiedsamt zu bewerben. Ausdrücklich erwünscht sind auch Bewerber/innen mit Migrationshintergrund.

Bewerber/innen sollten das 30., aber noch nicht das 70. Lebensjahr vollendet haben; sie sollten die persönlichen und rechtlichen Voraussetzungen zur Bekleidung öffentlicher Ämter erfüllen, und: Sie sollten selber im Schiedsbezirk Süd wohnen, der ca. 14.000 Einwohner zählt und Schwelms Süden ab der Stadtmitte umfasst. Im Norden wird das Gebiet abgegrenzt durch Blücher-, Bismarck- und Moltkestraße, im Westen von der Bahnlinie. Im Osten zählt die Hagener Straße noch zum Schiedsbezirk Süd.

Fachliche Vorbereitung auf das neue Amt

Schiedsleute werden auf die neue Aufgabe vorbereitet, sie nehmen z.B. an einem Einführungslehrgang teil. Für die mit der Ausübung verbundenen Aufwendungen dieses Ehrenamtes (dazu zählt auch das Anfertigen des Verhandlungsprotokolls), wird eine pauschale Nutzungsentschädigung gezahlt. Schiedsmänner und -frauen werden vom Rat der Stadt gewählt, vom Amtsgericht bestätigt, bleiben fünf Jahre im Amt und können wiedergewählt werden. Die fachliche und dienstliche Aufsicht liegt beim Amtsgerichtsdirektor.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger werden herzlich gebeten, sich schriftlich oder telefonisch mit Nicole Gräfe in Verbindung zu setzen, Rathaus, Hauptstraße 14, Zimmer 209, Telefon 02336/801-213, dienstags bis freitags von 8 bis 12 Uhr.

Schwelm, den 17. Juni  2015

 

 

„Unser ,Ehrenamtlicher Sozialdienst‘ ist ein „Ort des Fortschritts“ im Sinne des „Fortschreitens“ einer sozialen Idee, die sich stets modernen Entwicklungen angepasst hat. So hat sich diese Institution in den bald 70 Jahren ihres Bestehens mehrfach neu ,erfunden‘, um immer nah an den Menschen zu sein“, sagt Bürgermeister Jochen Stobbe, der sich ungemein über die Landesauszeichnung gleich für zwei Beiträge aus Schwelm freut. Denn: „In unserer Stadt steckt so viel Potenzial!“
„Dieser Preis bestätigt unser jahrzehntelanges Wirken. Unser Therapiekonzept Schwelmer Modell ist einzigartig – deutschlandweit und vermutlich sogar europaweit. Mit diesem Konzept gelingt es, den an Neurodermitis und anderen allergischen Erkrankungen Leidenden einen Weg anzubieten, der ihnen zu der Erkenntnis verhilft, welche Faktoren im Einzelnen beachtet und positiv beeinflusst werden können und müssen, um eine Verstärkungen der Krankheit zu verhindern“, bringt Mechthild Hellermann voller Freude über die Ehrung durch das Land die Idee des „Schwelmer Modells“ auf den Punkt. Fotos: Privat
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