Sich in ruhiger Atmosphäre gütlich einigen

Stadt Schwelm sucht Schiedsfrau oder –mann für Schiedsbezirk Nord

 

 

Ein Wort gab das andere, und schon war eine Beleidigung herausgerutscht. Oder: Nachbarn können sich nicht über eine Grundstücksgrenze einigen, jeder glaubt, der andere wolle mehr, als ihm zustehe. Vielleicht wird auch die Bepflanzung dieser Grundstücksgrenze als zu dominant empfunden, oder es wird über Lärm „von nebenan“ geklagt.

Schiedsfrauen und -männer werden häufig eingeschaltet, wenn in Nachbarschaft oder Familie durch Beleidigung, Hausfriedensbruch, Verletzung des Briefgeheimnisses oder Bedrohung ein unerträgliches Klima entstanden ist und die miteinander zerstrittenen Parteien von sich aus nicht die Kraft zum Gespräch aufbringen. Bei sich daheim, also im eigenen Wohnzimmer, versuchen Schiedsleute dann zu vermitteln. Angerufen werden sie auch bei bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten über vermögensrechtliche Ansprüche, so bei Auseinandersetzungen über Schadenersatz, Schmerzensgeld und Unterhaltsansprüche.

Schiedsleute sind vorurteilslos und besitzen Menschenkenntnis

Nicht selten können gerichtliche Auseinandersetzungen vermieden werden, wenn Schiedsfrauen und –männer mit Menschenkenntnis und Verhandlungsgeschick verhärtete Fronten auflösen. Nicht selten wird auch Menschen, die das Gericht bemühen wollen, ein Einigungsversuch vor der Schiedsperson vorgeschrieben, zu deren Persönlichkeit Vorurteilslosigkeit und Menschenkenntnis gehören sollten und die eine ruhige und entspannte Atmosphäre schafft, um Streitenden die gütliche Einigung zu erleichtern.

Zum 1. Oktober 2016 ist einer der beiden Schwelmer Schiedsbezirke, der Schiedsbezirk Nord, neu zu besetzen. Die Stadt Schwelm ruft nun Bürgerinnen und Bürger auf, sich auf das frei werdende Schiedsamt zu bewerben. Ausdrücklich erwünscht sind auch Bewerber/innen mit Migrationshintergrund.

Bewerber/innen sollten das 30., aber noch nicht das 70. Lebensjahr vollendet haben; sie sollten die persönlichen und rechtlichen Voraussetzungen zur Bekleidung öffentlicher Ämter erfüllen, und: Sie sollten selber im Schiedsbezirk Nord wohnen, der ca. 14.000 Einwohner zählt und Schwelms Norden bis zur Stadtmitte mit Blücher-, Bismarck- und Moltkestraße umfasst. Im Osten wird das Gebiet von der Hagener Straße begrenzt, im Westen von der Bahnlinie.

Fachliche Vorbereitung auf das neue Amt

Schiedsleute werden auf die neue Aufgabe vorbereitet, sie nehmen z.B. an einem Einführungslehrgang teil. Für die mit der Ausübung verbundenen Aufwendungen dieses Ehrenamtes (dazu zählt auch das Anfertigen des Verhandlungsprotokolls), wird eine pauschale Nutzungsentschädigung gezahlt. Schiedsmänner und -frauen werden vom Rat der Stadt gewählt, vom Amtsgericht bestätigt, bleiben fünf Jahre im Amt und können wiedergewählt werden. Die fachliche und dienstliche Aufsicht liegt beim Amtsgerichtsdirektor.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger werden herzlich gebeten, sich schriftlich oder telefonisch mit Edeltraud Söhner in Verbindung zu setzen, Rathaus, Hauptstraße 14, Zimmer 210, Telefon 02336 / 801-212.

Schwelm, den 17. Juni 2016

 

 

 

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