„Sie werden uns sehr fehlen!“

Feuerwehr-Urgestein Burkhard Kinzner aus dem offiziellen Dienst verabschiedet

„Ich glaube, ja, ich weiß: Sie stehen nicht gern im Mittelpunkt. Sie müssen uns aber die Gelegenheit geben, Sie in allen Ehren aus dem offiziellen Dienst der Feuerwehr zu verabschieden und Ihnen zu danken für alles, was Sie im Rahmen Ihrer vielfältigen Aufgaben geleistet haben, und das ist viel“: Mit diesen Worten leitete Bürgermeister Jochen Stobbe den Rückblick auf die unzähligen Leistungen des Feuerwehr-„Urgesteins“ Burkhard Kinzner ein.

 

Fast ein halbes Jahrhundert, nämlich 46 Jahre lang, hat Kinzner ein Leben für die Feuerwehr gelebt, deren Entwicklung im ehrenamtlichen wie im hauptberuflichen Bereich er über viele Jahre miterlebt und mitgestaltet hat.

 

Burkhard Kinzner trat der Freiwilligen Feuerwehr Schwelm am 10. November 1966 bei und wurde am 26. Februar 1971 in den aktiven Dienst übernommen. Vom 22. März 2002 bis zum 22. November 2012 war Kinzner Leiter des Löschzuges Stadt. Er waren Einsatzleiter vom Dienst und hat in den Arbeitsausschüssen des Kreises mitgewirkt.

 

Bis zum Eintritt in die berufliche Laufbahn eines Feuerwehrmannes war Burkhard Kinzner als Postbeamter beschäftigt. Am 1. März 1993 trat er seinen Dienst bei der Stadt Schwelm an. Nach der Grundausbildung zum Brandmeister bei der Berufsfeuerwehr Witten war er im Einsatzdienst der Feuerwehr Schwelm tätig. Es folgte der Gruppenführerlehrgang am Institut der Feuerwehr in Münster. Nachdem Kinzner 1995 die Prüfung zum Brandschutztechniker am Institut der Feuerwehr abgelegt hatte, übernahm er die Aufgaben des vorbeugenden Brandschutzes und wurde kommissarischer Leiter der Feuerwache.

 

In den Jahren 1997 bis 2000 wurde die Feuerwehr umstrukturiert. Burkhard Kinzner wurde Leiter des Sachgebietes „Vorbeugende Gefahrenabwehr“ und stellvertretender Leiter der Feuer- und Rettungswache.

 

B. Kinzner absolvierte zahlreiche Sonderlehrgänge, z. B. über Strahlenschutz, Gefährliche Stoffe und Güter, Führen unter hoher psychischer Belastung u.v.m.. Er besitzt die Qualifikation zum Verbandsführer und zum Organisatorischen Leiter Rettungsdienst, eine Position, in der er kreisweit und über die Kreisgrenzen hinaus eingesetzt wurde.

 

Ein Höhepunkt dieser Führungsarbeit war der Einsatz in der technischen Einsatzleitung des Ennepe-Ruhr-Kreises zur Fußballweltmeisterschaft in Dortmund.

 

Jochen Stobbe merkte an, dass Burkhard Kinzner innerhalb der Stadt Schwelm aufgrund seiner Tätigkeit als Brandschutztechniker bei vielen Architekten, Bauherren und Firmen bekannt war.

 

Und: „Die Durchführung von Brandschauen und Brandschutzseminaren hat Sie mit vielen Menschen in Schwelm zusammengebracht. Ihr stets konsequentes Eintreten für die vorbeugenden Maßnahmen und Belange des abwehrenden Brandschutzes waren Ihr Markenzeichen“.

 

Die Zahl der Einsätze, die dieser Fachmann als Feuerwehrmann, als Gruppenführer und später als Einsatzleiter vom Dienst zusammen mit den hauptberuflichen und ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden bewältigt hat, kann man nicht alle aufzählen. Beispielhaft sind hier nur die Brände bei der Firma Acker in der Hauptstraße, der Hallenbadbrand, bei Spedition Schenker, sowie aus der jüngeren Vergangenheit der Brand „Auf dem Hagen“ und in der „Carl vom Hagen Straße“ zu erwähnen. Die unzähligen Einsätze auf der Bundesautobahn bleiben hier unerwähnt.

 

Für seine Tätigkeit als freiwilliger Feuerwehrmann und auch als hauptberuflicher Feuerwehrbeamter der Feuerwehr Schwelm erhielt der versierte Mann das Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes in Silber und den Wappenteller der Stadt Schwelm. Im Laufe der Dienstzeit wurde er mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold und dem Ehrenteller der Stadt Schwelm ausgezeichnet.

 

Aufgrund seiner vielfältigen Tätigkeit und seines Mitwirkens in den Gremien des Ennepe-Ruhr-Kreises sowie als Vorstandsmitglied einer Selbsthilfeeinrichtung des Verbandes der Feuerwehren in NRW verlieh ihm der Kreisfeuerwehrverband im Jahr 2012 die silberne Ehrennadel.

 

„Alles Lob und alle Ehre können nicht widerspiegeln, welchen Einsatz und welche Verantwortung Sie, lieber Herr Kinzner, in all diesen Jahren erbracht haben“, so Schwelms Bürgermeister. „Wir ahnen es und wir sagen Ihnen im Namen der Stadt Schwelm dafür sehr herzlichen Dank. Dieser Dank gilt auch der hoch geschätzten Persönlichkeit Burkhard Kinzner. Ich meine damit Ihre Aufgeschlossenheit, Ihre menschliche Verbindlichkeit und Ihre Begabung, auf andere zuzugehen, die in diesem auch auf Kommunikation angelegten Beruf immer sehr wichtig ist. Herr Kinzner, Sie werden uns fehlen!“

 

 

Schwelm, den 10. Dezember 2012

 

 

Willkommen zur Ausstellung „einigARTig“ im Schwelmer Rathaus! Mit den Malschülerinnen freuen sich Christa Wolff (vorne l.) und Bürgermeister Jochen Stobbe. Foto: Arno Kowalewski
Noch einmal wie „in echt“ vor dem Feuerwehr-Fahrzeug: Bürgermeister, Beigeordneter, Fachbereichsleiter, Kameraden, der Personalrat: Sie alle dankten Burkhard Kinzner für seine Leistungen für die ehrenamtliche und die hauptamtliche Feuerwehr.
Der stellv. Wehrleiter Markus Kosch (Mitte )hatte dem scheidenden Burkhard Kinzner zuvor im Namen der Kameraden herzlich gedankt. Die hatten ihm einen kleinen „Leuchtturm mit Innenleben“ geschenkt, ein Hinweis auf Kinzners Ferienvorliebe.
Burkhard Kinzner hat 46 Jahre lang ein Leben für die Feuerwehr gelebt.
Herzlicher Abschied im großen Kreis der Kameraden.
Ein schönes Symbol: Die Feuerwehrpuppe, die anschaulich darstellt, dass man als Blaurock immer im Einsatz ist. Fotos: Heike Rudolph
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