Vertrautheit ist das Wichtigste im Demenz-Café der Diakonie

500 €-Spende aus „Old Star Cup“ für wichtige Anschaffungen

Im letzten Jahr hat der FSV Gevelsberg e.V. unter Schirmherrschaft der Bürgermeister ein vielbeachtetes Fußballturnier mit prominenten Traditionsmannschaften durchgeführt. Auf Wunsch des Veranstalters sollte aus den Erlösen des erfolgreichen „Old Star Cup 2011“ auch eine Einrichtung in Schwelm, die sich um Demenzkranke kümmert, eine Spende von 500 € erhalten. 

 

Auf Vorschlag des städtischen Fachbereichs Familie und Bildung wurde diese Spende jetzt dem Demenz-Café der Diakoniestation in der Döinghauser Straße 23 übergeben. Dort schilderte Ralf Hoffmann vom FSV Gevelsberg noch einmal das unvergessliche Fußballereignis, das ein so großer Erfolg geworden war. Mit der Erkrankung des Fußball-Idols Rudi Assauer, so Hoffmann, habe die gesellschaftliche Diskussion über Demenz weiter an Aktualität gewonnen.

 

Bürgermeister Jochen Stobbe bedankte sich für die gute Tat und ließ sich zusammen mit Ralf Hoffmann die Arbeit des Demenz-Cafés erläutern, das einmal im Monat im Petrus-Gemeindehaus stattfindet. Leiterin Ulrike Wilm holt die Teilnehmer im Kleinbus ab. Man trinkt gemeinsam Kaffee, isst stets Kekskuchen, singt zum Gitarrenspiel des Pastors und spielt z.B. Bingo. Frau Wilm betont, dass die ca. zwölf Teilnehmer vor allem gleichbleibende Abläufe und vertraute Menschen benötigen. Es sei daher sehr wichtig, immer mit denselben Menschen zusammen zu sein (Angestellte, Angehörige, Ehrenamtliche). Es verunsichere demenzkranke Menschen sehr, wenn plötzlich Neues oder Ungewohntes geschehe, ein fester Rahmen und bekannte Inhalte seien wichtig.

 

Im letzten Jahr, so Jutta Köster, die Pflegedienst-Leiterin der Diakonie, habe man gemeinsam Eis gegessen, das sei sehr schön gewesen. Gern würde man wieder einen Ausflug unternehmen, doch man müsse wissen, dass es demenzkranken Menschen zu schaffen mache, wenn sie z.B. jemandem begegnen würden, der sie wieder erkennt, während sie diesen Bekannten für einen Fremden halten würden.

 

Übrigens hätten sich im Demenz-Café Schwelmerinnen und Schwelmer wieder gefunden, die sich schon als Kind gekannt und dann aus den Augen verloren hätten. Die älteren Teilnehmer würden sehr das Schwelmer Platt mögen, einige könnten es auch „küen“. Man möge sich in der Gruppe und rufe sich am Ende der Café-Zeit zu, „bis in vier Wochen, dann sehen wir uns wieder“.

 

Die Spende des FSV Gevelsberg werde für Anschaffungen verwandt. Man arbeite z.B. mit einem Schwungtuch, das bei vielen der älteren Teilnehmer das Fühlen intensiviere. Besonders gern erinnert sich Frau Wilm an eine Dame, der mehrere Male im Café ein weicher Ball zugeworfen wurde. Nach dem fünften, sechsten Mal habe sie dann reagiert und den Ball erstmals zurückgeworfen – was für eine Reaktion!

 

Schwelm, den 5. März 2012

 

Gerne nehmen Schülerinnen und Schüler am Sommer-Leseclub der Stadtbücherei teil. Foto: Heike Rudolph
Die Spendenübergabe erfolgte in den Räumen der Diakonie. v.l. Jutta Köster, Pflegedienstleiterin der Diakoniestation, René Kühnreich, ihr Stellvertreter, die gerontopsychiatrische Fachkraft Ulrike Wilm als Leiterin des Demenz-Cafés, Bürgermeister Jochen Stobbe, Inga Krieger vom Demenz-Café, Ralf Hoffmann vom FSV Gevelsberg und Peter Eibert (Leiter des städtischen Fachbereichs Familie und Bildung). Foto: Heike Rudolph
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