Stadt lädt ein zur Gedenkstunde für die Opfer des Holocaust

1996 führte der kürzlich verstorbene Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar als bundesweiten Gedenktag für die Opfer des Holocaust ein. Seit vielen Jahren versammeln sich Schwelmerinnen und Schwelmer zu diesem besonderen Gedenken am Gedenkstein für die früheren Schwelmer Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens in der Südstraße 7.

Die Stadt lädt alle Bürgerinnen und Bürger sehr herzlich am Freitag, dem 27. Januar, zur Gedenkstunde ein, die in diesem Jahr ausnahmsweise schon um 14 Uhr stattfindet.  

Anstelle der verunfallten Bürgermeisterin Frau Gabriele Grollmann wird die stellvertretende Bürgermeisterin Frau Christiane Sartor die Ansprache halten. Nach der Begrüßung werden Schülerinnen und Schüler des Märkischen Gymnasiums, die in der Arbeitsgemeinschaft „Lokalgeschichte/Stolpersteine“ engagiert sind (Leitung: Frau Gabriele Czarnetzki), das Gedenken gestalten. Anschließend wird ein Kranz für die Opfer des Holocaust niedergelegt.

Zur Erinnerung:

Am 27. Januar 1945 um drei Uhr nachmittags trafen die ersten Soldaten der Roten Armee im Vernichtungslager Auschwitz ein, wo sie die wenigen Überlebenden befreiten. Über 1,5 Millionen Menschen waren hier gequält, eine Million Menschen hier ermordet worden. Kurz vor dem Eintreffen der Befreier, von denen mehrere Hundert beim Kampf getötet wurden, hatten die Nazi-Schergen Tausende entkräftete Häftlinge auf Hunger- und Todesmärsche in andere Lager getrieben. Rund 7000 Opfer befanden sich noch in Auschwitz, ausgezehrt und dem Tod näher als dem Leben. Auschwitz wurde zum Synonym für die Leiden aller Verfolgten der nationalsozialistischen Zeit. 1996 führte der damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar als „Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus“ ein, und zwar in dem Sinne, dass man den Opfern nach-denken möge. Menschen, die voller Erwartung für ihr Leben waren wie jeder andere auch, und die lange vor ihrer Ermordung zu Opfern gemacht wurden, als die Gesellschaft sie verriet, indem sie ihnen die bürgerlichen Rechte und damit den bürgerlichen Schutz nahm.

Schwelm, den 24. Januar 2017

Die Bürgerinnen und Bürger kommen jedes Jahr am 27. Januar am Gedenkstein in der Südstraße 7 zusammen. Foto: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph
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