Schwelmer „Wir-Gefühl“

Erstellt von Heike Rudolph |

Wichtige Anregungen, Fragen und Vorschläge bestimmten 1. Stadtgespräch / Vier Teams für vier Themen

Am „1. Schwelmer Stadtgespräch“, zu dem Bürgermeister Jochen Stobbe in die Stadtsparkasse eingeladen hatte, nahmen so viele Einzelhändler, Vertreter von Einrichtungen und Bürger teil, dass noch Stühle in den Veranstaltungssaal getragen werden mussten. „Was kann ich für Schwelm tun?“ – Diese Frage hatte gut 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer inspiriert, die vielseitig und anregend diskutierten.

Zahlreiche wichtige Themen wurden angeschlagen. Am Ende des Abends wurden vier von ihnen konkret herausgegriffen, um zügig von interessierten Teilnehmern bearbeitet zu werden, die sich verbindlich in Listen eintrugen. Vier Teams für vier Themen also, und die lauten:

  • Sauberkeit
  • Weihnachtsbeleuchtung
  • Öffnungszeiten der Geschäfte
  • „Stadttore“, die sich mit dem Erscheinungsbild der Stadt befassen.

Jochen Stobbe erklärte, dass es nicht darum gehe, das Rad neu zu erfinden. Man könnte deutlich feststellen, dass sich in den vergangenen Jahren immer mehr Bürger für ihre Stadt stark gemacht hätten. Ob Vereine oder Einzelpersonen, die GSWS und ihre Arbeitsgruppen, Sponsoren und Stiftungen: Die Initiativen und Kraftanstrengungen seien intensiv und die Ergebnisse augenfällig: Brunnen wurden repariert, beide Schwelmer Kirchen beleuchtet, die Verteilerkästen bemalt, zwei Fachwerkhäuser in der Kirchstraße großartig saniert, die Gewerbegebiete der Stadt ausgeschildert. Eine gute Bürgertat lasse die andere auf dem Fuße folgen.

Die finanzielle Situation der Stadt sei bekannt. Es gehe nicht darum, auf den Segen von oben zu warten, sondern selber in gangbaren Schritten vernünftige Ziele zu erreichen. Diese Worte fanden bei den tatkräftige Realisten ein deutliches Echo:

„Unser Kernproblem war doch immer, dass viele meinten ,man müsste mal’, was ja bedeutet, dass man das Handeln an andere weiterleitet. Es muss aber heißen: ,Ich werde’, so brachte es ein Teilnehmer auf den Punkt. Ein anderer Einzelhändler hört nicht gern die Klage von Kollegen, in Schwelm gäbe es leider nicht alles zu kaufen, das mache die Stadt unattraktiv. „Wenn es etwas nicht gibt, dann bedeutet das doch eine Riesenchance, es selber hier einzuführen“, drehte er entschlossen den Spieß um: „Man muss doch aus dem vermeintlichen Mangel eine Marktlücke machen“.

Die Händlerinnen und Händler gaben nicht nur ein sehr differenziertes Stimmungsbild ab, sondern auch viele wichtige Hinweise und Anregungen. Hier ein Querschnitt: Nicht jammern über Konkurrenz in anderen Städten, sondern lieber die eigenen Stärken hervorheben – Arbeit an Themen nicht in zu großem Maßstab angehen, sondern lieber quartierweise und in persönlicher Nähe gestalten – den Durchgang vom Wilhelmplatz zum Sparkassenparkplatz bürgerfreundlicher gestalten, hier dürfe kein Fahrzeug im Wege stehen – Jedermann anhalten, selbst auch kleine Handgriffe zu tun, um mehr Sauberkeit im Stadtbild zu erreichen – den Wert der Schwelmer Plätze als Parkraum und Freiraum schätzen, um den uns Nachbarn aus "zugebauten" Städten beneiden würden – neben den bekannten Aktiven weitere Bürger zum eigenständigen Handeln für Schwelm gewinnen.

Ein wichtiges Thema für die große Runde ist die verbesserte Vernetzung und stärkere Information nach außen. Der Handel lebt wesentlich von ausreichender und gelungener Außendarstellung, und so fragten einige Teilnehmer des Stadtgespräches folgerichtig: „Wie können wir noch präsenter sein? Welche Möglichkeiten bieten sich auch über eine konzentrierte Präsenz im Internet?“ „Wer hilft uns hier bei der Koordination?“

„Lassen Sie uns vom Ich zum Wir kommen“, appellierte Stobbe an die Teilnehmer und stieß bei den erfahrenen Geschäftsleuten auf offene Ohren. Nun soll das fruchtbare Miteinander dieses Abends zu raschen Ergebnissen führen.

Thema Weihnachtsbeleuchtung:

Einig war man sich vor allem darin, dass die selbstgestellten Aufgaben des Abends zügig umgesetzt werden sollen. Am dringlichsten wurde dies am Thema Weihnachtsbeleuchtung. Sie ist bekanntlich schwer in den Jahren und kostet die Händler, die GSWS, die Stadt viel Geld. Die AVU spendet Strom. Diskutiert wird über eine neue Beleuchtung. Hier gelte es, alle Bürger anzusprechen. „Wir alle haben etwas von dieser Beleuchtung, die unsere Stadt in der Weihnachtszeit so faszinierend macht. Das ist ein Heimatgefühl und eine Bürgerangelegenheit für alle. Die Weihnachtsbeleuchtung als Herzenssache muss aber auch bedeuten, dass alle Bürger sich finanziell beteiligen, mit größeren Mitteln oder mit kleiner Münze. Denn erst dann ist es auch wirklich unsere Schwelmer Beleuchtung“, brachte es ein Geschäftsmann auf den Punkt.

Thema Öffnungszeiten:

Auch zu diesem wichtigen Thema formierte sich noch am Abend eine Gruppe.

Thema Sauberkeit:

Viele der Händler kehren vor ihrer eigenen Türe – was eigentlich für jeden Bürger gelten sollte. Sie hoben hervor, dass es doch kein Problem sein sollte, mit einem Handgriff selber einmal die zugewachsenen Ritzen an Fassaden zu reinigen, monierten aber auch, dass Müllgefäße abmontiert worden seien, die nun fehlen würden. Immer wieder würden sie beobachten, dass vielen Kindern nicht mehr beigebracht würde, dass man nicht einfach alles fallen lassen könnte. Das Gespräch mit ihnen oder Begleitpersonen verlaufe da nicht immer freundlich. Ein Händler berichtete von der erfolgreichen Zusammenarbeit mit Schwelmer Schulen. Wenn man Kinder einbinde, würden sie sich mit dem Thema auch identifizieren. Gut kam der Vorschlag an, einen „Tag der Sauberkeit“ in Schwelm durchzuführen, und ein Titel war auch gleich zur Hand: „Schwelm putzt sich“!

Thema "Stadttore":

Nein, nicht die alten vier Stadttore sollen wieder aufgebaut werden. Der Arbeitstitel steht für Pläne, gerade das Entree der Stadt zu verbessern. So berichtete der Bürgermeister von Bürgern, die sich für den Kreisel am Ochsenkamp stark machen, der wahrlich einen traurigen Anblick abgäbe. Mit Glück und Energie könnte eine Lösung noch in diesem Jahr gelingen. Der Kreisel gehöre Straßen NRW, nicht der Stadt. Straßen NRW aber, das habe man in Vorgesprächen geklärt, würde eine Gestaltung dulden. Auch Spender hätten sich schon bereit gefunden, um hier tätig zu werden. Das Thema ist also schon auf den Schienen und fand an diesem Abend weitere Unterstützer. Ein weiteres Stadttorthema könnte auch der Schwelmer Bahnhof werden...

Schwelm, den 20. Mai 2010

 

 

"Lassen Sie uns vom Ich zum Wir kommen", appellierte der Bürgermeister an die über 100 Teilnehmer des Stadtgespräches, die zahlreiche wichtige Themen anschnitten und Anregungen gaben. Am Ende wurden vier Teams für vier Themen gebildet, die zügig umgesetzt werden sollen.
Noch am Abend bildeten sich vier Teams, die die Themen "Sauberkeit", "Weihnachtsbeleuchtung", Öffnungszeiten der Geschäfte" und "Stadttore" zügig voranbringen werden.
Hier ein Blick auf die weiteren Themen des 1. Stadtgespräches. Fotos: Heike Rudolph
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