Stadtverwaltung zum Thema „Kunstrasen an Rennbahn?“

Als vor kurzem ein planerischer Vorschlag bekannt wurde, der eine „Zwei-Kunstrasenplätze-Lösung“ auf dem Gelände „An der Rennbahn“ unter Verlagerung des Leichtathletiksports auf das Gelände in den „Roten Bergen“ für möglich hält, baten der VfB Schwelm und die Spielvereinigung Linderhausen die Stadtverwaltung  darum, sich mit diesem Modell auseinander zu setzen.

Da die vorgetragene Idee grundsätzlich nicht neu ist, galt es auch zu prüfen, welche Rahmenbedingungen sich mit dem eingegangenen Vorschlag geändert haben.

Die Stadtverwaltung hat der Politik eine Chronologie der Prüfungen aller seit 2009 diskutierten Standorte übersandt, um den aktuellen planerischen Vorschlag einzuordnen.

Rückblickend ist zu sagen, dass in den zurückliegenden sechs Jahren sowohl die Standorte „Rennbahn“ und „Rote Berge“ als auch „Schwelm Loh“ u.a. geprüft worden sind. Diese Prüfungen haben zu der auch vom VfB mitgetragenen Erkenntnis geführt, dass sich der Standort „An der Rennbahn“ nicht als geeignet für die damals in Rede stehende „Ein-Kunstrasenplatz-Lösung“ darstellt. Nun ist bekanntlich von einer „Zwei-Kunstrasenplätze-Lösung“ an der Rennbahn die Rede.

Die Verwaltung hat sämtliche Unterlagen intensiv geprüft. So hat der VfB Schwelm im Februar 2010 die Idee eines Kunstrasenplatzes an der Rennbahn favorisiert. Diese Vorstellungen wurden von Mitte März 2010 bis Anfang April 2010 geprüft und besprochen.

Als Ergebnis wurde festgestellt, dass ein umfassendes Raum- und Flächenkonzept fehlt, das nur ein Fachplaner erstellen kann. Die Umsetzung der Idee hätte zu einem B-Planverfahren geführt und den Bestandsschutz in Frage gestellt. Zu prüfen gewesen wären in diesem Fall insbesondere folgende Punkte: Bodenbelastungen (Altlastenverdachtsfläche) und Bombenabwurfgebiet, Umweltbericht (Entfernung nahezu des gesamten Baumbestandes), Immissionsproblematik (Nähe zur Wohnbebauung, Lärmschutz), Hydrologie (Entwässerungsgutachten), Veränderung der verkehrlichen Anbindung (u.a. Stellplätze), Hochspannungsfreileitung.

Dem VfB wurde in einem  Gespräch am 21. Mai 2010 empfohlen, einen Fachplaner zu beauftragen und / oder eine reduzierte Planung zu prüfen. Von den Vereinsvertretern wurde ausgeführt, die notwendigen Schritte einleiten zu wollen. Ergänzende Informationen wurden dem Verein noch im Mai 2010 zur Verfügung gestellt. Eine weitere Kontaktaufnahme seitens des VfB erfolgte nicht mehr.

Der Rat entschied am 20. Oktober 2011, den Sportplatz am Brunnen kurz- bis mittelfristig zu bebauen. Die Anlage an der Rennbahn sollte als Ausweichstandort und für den Schulsport erhalten bleiben.

In der Folge kam zwischenzeitlich der „Sportpark Bahnhof Loh“ ins Gespräch, der aber keine Alternative darstellen konnte, so dass die bekannten Plätze, auch die Rennbahn, hinsichtlich ihrer Eignung für einen Kunstrasenplatz analysiert wurden. Schadstoffbelastungen, Parkraummöglichkeiten, Emissionsschutz, Entwässerung und finanzielle Machbarkeit wurden kontrovers diskutiert.

Die Sportflächenkommission (Politik, Verwaltung, Stadtsportbund, interessierte Investoren u.a.) stellte die Weichen, als sie im April 2013 beschloss, die Verwaltung zu beauftragen, einen Sportpark auf der Linderhauser Fläche darzustellen und die Umsetzung der Möglichkeit zu prüfen. Der Bürgermeister erhielt das Votum, Kontakt mit Grundstückseigentümern aufzunehmen.

Die Vorstellung der Vorentwurfsplanung „Sportpark Nord“ führte zur Entscheidung des VfB und der Spielvereinigung Linderhausen, dieses Projekt gemeinsam zu verfolgen. So teilen die beiden Vereine der Stadt am 20. August 2014 mit ihren gemeinsamen Beschluss für den Erwerb der Linderhausen Flächen und einen Bebauungsplan für das Grundstück des VfB am Brunnen mit.

Für die Stadt hat die aktuelle Prüfung ergeben, dass sich keine Anhaltspunkte dafür abzeichnen, dass die damalige, vom VfB Schwelm mitgetragene Entscheidung gegen die Rennbahn bei einer neuen Bewertung der Situation neue Erkenntnisse erbringen könnte. Die schon damals in den Blick genommenen Grundprobleme sind nicht aufgehoben.

Wie zwischenzeitlich bekannt wurde, halten die Eigentümer der für den Sportpark Nord in Rede stehenden Flächen das Ankaufsrecht für die Stadt Schwelm, das am 30. Juni 2015 endet, wohl nicht über diesen Zeitpunkt hinaus aufrecht.

Schwelm, den 27. Mai 2015

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