Teamarbeit gut, Ideen gut, Ergebnis sehr gut

Stadt und DRK Nachbarn in ehemaliger Schule Linderhausen

Man habe zusammengesessen und überlegt, was aus dem Gebäude der ehemaligen Schule Linderhausen werden könnte. Nach einer guten Stunde und vielen fruchtbaren Vorschlägen habe man die Lösung formulieren können, erinnert sich Bürgermeister Jochen Stobbe an „eine sehr gute Teamarbeit“ jener Partner, die nun gemeinsam vor die Presse traten, um zu zeigen: Die Zukunft des ehemaligen Schulgebäudes Linderhausen hat begonnen.

Während die Stadt die frühere Gymnastikhalle zum Feuerwehrgerätehaus des Löschzuges Linderhausen umbaut und diese Maßnahme in Kürze abschließen kann, hat das Deutsche Rote Kreuz das Schulgebäude angemietet und zu einem Bildungs- und Schulungszentrum umgestaltet, das bereits die Arbeit aufgenommen hat. Mit dem ohnehin am Komplex beheimateten DRK-Kindergarten sorgen drei Einrichtungen an diesem schönen Standort für Leben.

Jochen Stobbe erinnerte jetzt beim gemeinsamen Vorstellungstermin mit dem DRK an den maroden Zustand des alten Feuerwehrgerätehauses. Nun stehen statt 100 gut 300 Quadratmeter zur Verfügung, die ausreichend Platz für die beiden Feuerwehrfahrzeuge, einen Schulungsraum und einen separaten Umkleidebereich bieten. Die von Abgasen belastete Kleidung der Einsatzkräfte muss nun nicht länger neben den Fahrzeugen gelagert werden. 

Feuerwehrchef Norbert Fichtel, der von einer „wesentlichen Verbesserung“ der Arbeitssituation sprach, merkte an, dass die Feuerwehr selber tatkräftig mit anpackt. So pflastern die Blauröcke in ihrer Freizeit eine kleine Terrasse, damit die neben den Einsätzen auch wenig Kameradschaftsleben stattfinden kann. Kleiner Blick voraus: Der Löschzug Linderhausen wird in diesem Jahr 100 Jahre alt.  

Die Planungen der Umbaumaßnahmen und Außenanlagen einschließlich Zufahrtsplanung wurden eigenständig von der Hochbauabteilung des städtischen Immobilienmanagements durchgeführt. Die Finanzierung in Höhe von knapp 185.000 € erfolgt mit Mitteln des Konjunkturpaketes II. 

Im Einfahrtsbereich mussten Gehweg und Asphalt einschließlich der Tragschicht ausgebessert, teilweise erneuert und die Straßenlaterne versetzt werden. Die Rohbauarbeiten und die neue tragfähige Betondecke, die erforderlichen Tordurchbrüche sowie die Montage der Toranlagen wurden von Februar - März 2011 durchgeführt. Im Innenbereich mussten die Sanitäranlagen zum Teil erneuert und ein neuer mit Wärmepumpen betriebener Warmwasserspeicher aufgestellt werden, um die Duschanlagen kostengünstig zu  betreiben. Zudem wurden einige Heizkörper ausgetauscht.

Das DRK hatte das ehemalige Schulgebäude angemietet, um hier ein Bildungsinstitut für den Ennepe-Ruhr-Kreis einzurichten, das Oliver Flüshöh, der 1. Vorsitzende des DRK-Schwelm, nun vorstellte. Von September 2010 bis Februar 2011 dauerten die Renovierungsarbeiten, die zu einem sehr überzeugenden Ergebnis geführt haben: In über 2000 – meist ehrenamtlichen – Arbeitsstunden wurden ehemalige Klassenzimmer für neue Nutzungen hergerichtet.

So verfügt das DRK nun über mehrere Schulungsräume, einen Veranstaltungsraum mit kleiner Bühne, in dem auch schon die Jahreshauptversammlung des Ortsvereins stattgefunden hat, sowie u.a. über einen kleinen Bibliotheksraum und einen Geräte- und Materialraum. Die Gestaltung und die Inneinrichtung sind freundlich gehalten, Fotografien aus dem Alltagsleben des Deutschen Roten Kreuzes schmücken die Wände. Im Innenhof ist ein Fahrzeug mit der Aufschrift „Simulator“ dauerhaft positioniert, in dem Mitarbeiter Einsätze in „echter“ Atmosphäre üben, während sie per Monitor vom Gebäude aus beobachtet werden.

Im März sprach die Bezirksregierung in Arnsberg dem DRK-Schulungszentrum die staatliche Anerkennung als „Schule für Rettungsassistentinnen und Rettungsassistenten“ aus. Außerdem wurde die Einrichtung anerkannt, um Rettungshelferinnen und –helfer und Rettungssanitäterinnen und –sanitäter auszubilden.

Das Institut macht sich stark für die Berufsausbildung sowie für die Aus- und Fortbildung von Rettungsfachpersonal, und es will die Breitenausbildung und den Schulsanitätsdienst in Zusammenarbeit mit dem DRK-Landesverband Westfalen-Lippe und dem DRK-Kreisverband im Ennepe-Ruhr-Kreis fördern. Es unterstützt und berät zudem Dritte in Fragen des Rettungsdienstes und der Bewältigung von Großschadenslagen. Und: Hier im DRK-Bildungsinstitut finden Seminare im Sozial- und Gesundheitswesen statt. So hat z.B. soeben ein Kurs für pflegende Angehörige begonnen, den das Haus in Kooperation mit dem Marienhospital Schwelm durchführt.

Schwelm, den 12. Mai 2011

Gute Pläne wurden Wirklichkeit: Oliver Flüshöh und Bürgermeister Jochen Stobbe freuen sich gemeinsam mit Norbert Fichtel und Burkhard Kinzner (Feuerwehr), Andreas Töpke und Lutz Nieter(DRK) sowie Thomas Striebeck und Mugaffak Ogus (Immobilienmanagement) über die neuen Nutzungen für die ehemalige Schule Linderhausen. Fotos: Heike Rudolph
Unterwegs für einen wirklich guten Zweck: Die Sternsinger der katholischen Kirchengemeinde St. Marien.
Bürgermeister Jochen Stobbe freute sich über die Mädchen und Jungen, die so ganz bei der Sache waren. Fotos: Jutta Voß-Müller
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