Textil ist so lebendig!

Bürgermeisterin und Agentur für Arbeit auf Ausbildungsstellen-Tour beim Schwelmer „Netzwerker“ Nölle-Pepin

Den schönsten Satz, den man über die Arbeit bei Nölle-Pepin sagen kann, spricht Barbara Nölle aus: „Textil ist so lebendig!“ Die 1899 gegründete ehemalige Posamentenfabrik begann in den 1930er Jahren mit der Produktion von handgeknoteten Netzen, die in Deutschland und den Nachbarländern verkauft wurden. In den 60er Jahren erfolgte die Umstellung auf die maschinelle Produktion.

Hans und Barbara Nölle leiten seit über 50 Jahren das Familienunternehmen, das Weltmarktführer für die Produktion von Netzen für Schifffahrt, Bahn, Reisebusse, Flugzeuge und insbesondere für die Automobilindustrie ist. Vor allem aber ist Nölle-Pepin mit Sitz Am Damm 8 in Schwelm ein geschätzter Arbeitgeber für 133 Frauen und Männer und: Ausbildungsbetrieb!

Nachdem sich die Agentur für Arbeit in Hagen bereits im vergangenen Jahr bei dem Schwelmer Vorzeigeunternehmen Einblick über die Ausbildung zum/zur Produktionsmechaniker/in-Textil befasst hatte, stand für Simon Dirks, den Teamleiter Arbeitgeber-Service EN der Arbeitsagentur, schnell fest, dass er Nölle-Pepin in diesem Jahr im Rahmen der jährlichen „Woche der Ausbildung“ besuchen würde, um diesem attraktiven Berufsbild mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.

 „Nach wie vor werden die Top Ten der Ausbildungsberufe vom Kfz-Mechaniker und der Arzthelferin angeführt. Dabei gibt es viele attraktive Berufe, die erst auf den zweiten Blick wahrgenommen werden“, so Dirks, der interessierte Jugendliche mit dem passenden Betrieb zusammenbringen möchte. An seiner Seite auf der aktuellen Ausbildungsstellen-Tour war Schwelms Bürgermeisterin Gabriele Grollmann, die schon zahlreiche Firmen in Schwelm besucht hat und der auch die Ausbildungssituation in den Betrieben der EN-Kreisstadt sehr am Herzen liegt.

Nölle-Pepin bildet z.Zt. fünf junge Leute aus, drei zum Produktionsmechaniker-Textil (3 Jahre Ausbildung), zwei zum Maschinen- und Anlagenführer (zwei Jahre Ausbildung). Personal- und Ausbildungsleiterin Birgitt Püttmann zeigt die Möglichkeit auf, ggfs. die Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer hin zum „Textiler“ zu verlängern. Besucht wird die Berufsschule in Wuppertal.

Zu den Ausbildungsinhalten dieses wichtigen Berufes „gehören u.a. der intensive Umgang mit textilen Fasern, das Erlernen der verschiedenen Fertigungsverfahren und das Einrichten und Bedienen der unterschiedlichen Maschinen“, fasst technische Geschäftsführer Marc Emde grundlegende Lehrinhalte zusammen. „Und auch Fingerfertigkeit“, ergänzt Barbara Nölle, „sollte eine Rolle spielen“.

Der Hauptschulabschluss Klasse 10 oder der Realschulabschluss sind Voraussetzung. Zwar braucht es keinen Einser in Mathematik, wohl aber solide mathematische Kenntnisse, da auch Berechnungen angestellt werden müssen. Die Auszubildenden sind vom Zweischichtbetrieb der Firma ausgenommen. Bei Nölle endet die Arbeitswoche am frühen Freitagnachmittag.   

Der Betrieb bietet übrigens auch Praktika an, um junge Männer und Frauen davon zu überzeugen, dass Textil seinen eigenen Reiz besitzt.

Volker Stallkamp, kaufmännischer Geschäftsführer des Unternehmens, weist darauf hin, dass man den jungen Leuten neben einer fundierten und interessanten betrieblichen Ausbildung auch betont spannende Momente zu bieten hat, z.B. wenn „schon einmal ein Pkw-Prototyp am Damm 8 vorfährt!“

Stallkamp kann jungen Auszubildenden einen Trumpf bieten: die Zukunftssicherheit ihres Arbeitsplatzes, bildet das Unternehmen doch für den eigenen Bedarf aus. Soeben erfährt der Schwelmer Standort durch den Bau einer zusätzlichen Produktionshalle eine Erweiterung.  

In Schwelm findet Garnverarbeitung statt, hier werden die Fasern verwirkt. Die erforderlichen Drahtrahmen liefert der eigene Schwelmer Standort in der Steinwegstraße zu. Die Montage erfolgt teilweise in einem befreundeten Werk in Tschechien, bevor die fertigen Produkte von Schwelm aus die Reise auf alle Kontinente antreten.

Simon Dirks weist darauf hin, dass im Arbeitsbezirk Schwelm (er umfasst Schwelm und Ennepetal) eine besondere Situation vorherrscht, gibt es hier doch mehr Ausbildungsstellen (433) als Bewerber (314). Zum einen seien die Betriebe „spürbar ausbildungsfreudig“, zum anderen gebe es weniger Auszubildende als früher, da die Geburtenzahlen rückläufig gewesen seien  und mehr Jugendliche als früher ein Studium aufnähmen.

Schwelm, den 14. März 2016

 

 

 

Mit einer Wertung von 20 Punkten belegte die erst 8-jährige Johanna Sommerfeld in ihrer Altersgruppe einen herausragenden 2. Platz.
Der Weltmarktführer „Nölle-Pepin“ ist auch ein gefragter Schwelmer Ausbildungsbetrieb. Bürgermeisterin Gabriele Grollmann ließ es sich nicht nehmen, zusammen mit Simon Dirks von der Agentur für Arbeit Hagen das Unternehmen Am Damm 8 zu besuchen. In einem intensiven Gespräch zeichneten Barbara und Hans Nölle, die Personal- und Ausbildungsleiterin Birgitt Püttman und die Geschäftsführer Marc Emde und Volker Stallkamp ein spannendes Bild des Ausbildungsberufes Produktionsmechaniker/in Textil. Foto: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph
Am letzten Sonntag hatte dann die Letzte der drei Teilnehmerinnen ihren großen Auftritt in Iserlohn. Nele Herrmann, 10 Jahre alt und ebenfalls aus der Klasse von Anna Pomerantseva, spielte in der Altersgruppe II ausgewählte Stücke von Rieding, Holzer-Rhomberg und Edward Elgar. Am Ende des Tages wurde sie von der Jury mit 18 Punkten und einem 2. Platz für ihr Geigenspiel belohnt. Beide Violinistinnen wurden am Klavier von der Musikschullehrerin Kaung-Ae Lee begleitet.
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