„Training gegen Gewalt - für ein friedliches Miteinander“

Pestalozzischule und Kinderschutzbund mit wertvollem Projekt

Es gibt kein Kind, dem es nicht widerfahren kann, dass es von jemand anderem grob, verächtlich, aggressiv oder erniedrigend behandelt wird. Solch ein Verhalten bedeutet ja nichts weniger, als Macht über jemanden zu erlangen. Es ist für die betroffenen Mädchen und Jungen sicher nicht einfach, in solchen Situationen ihre Gefühle sofort richtig einzuordnen. Denn manchen verbalen Angriff muss man erst einmal als solchen erkennen, zumal „Anmache“, Aggression und Gewalt vielerlei Masken tragen. Auch wenn ein Täter gar handgreiflich wird, sind viele Kinder erst einmal hilflos.

 

Einige suchen die „Schuld“ dafür bei sich, wollen dem Aggressor trotzdem gefallen oder es sich mit der Clique nicht verderben. Andere lassen sich provozieren und wehren sich mit aller Kraft und zuweilen zu ihrem Nachteil. Die Pestalozzischule, Schwelms Förderschule, geht einen beispielhaften Weg, um mit ihren Schülerinnen und Schülern Verhaltensweisen einzuüben, mit denen man Gewalt wirksam begegnen kann. Sie tut dies vom 8. bis zum 10. Mai in Kooperation mit dem Kinderschutzbund Schwelm in einem Projekt, das unter dem Thema „Anti-Gewalt/ Training gegen Gewalt - für ein  friedliches Miteinander“ steht.

 

Den Schülerinnen und Schülern werden Wege aufgezeigt, unklare Situationen einzuordnen, Signale der Gefahr zu erkennen, auf Übergriffe angemessen zu reagieren, und ein Bewusstein für die eigene Stärke zu entwickeln, um Grenzen setzen zu können. Das Trainingsprogramm wird von pädagogisch geschulten Trainerinnen und Trainern durchgeführt und findet in sieben Trainingsgruppen statt.

 

Im Primarbereich dient das Anti-Gewalt-Trainingsprogramm „Mut tut gut“ zur Prävention gegen Gewaltbereitschaft für Kinder von 6-8 und von 9-10 Jahren. Es orientiert sich am Umgang mit alltäglichen Konflikten und Gewalt. Die Kindern lernen, dass es Menschen und Situationen gibt, die ihnen gute und schlechte Gefühle bereiten. Manches ist eine harmlose Frotzelei, anderes „kommt einem komisch vor“. So ist eine unterschwellige sexuelle „Anmache“ oder eine unstatthafte Berührung meist unklar zu fassen. Aus der Tiefe des Gefühls ahnt das Kind aber, dass etwas unfriedlich ist oder zu weit geht. Hier soll es Sicherheit in der Einschätzung gewinnen, die auch immer etwas mit Wertschätzung für sich selbst zu tun hat.

 

In der Sekundarstufe (Mittel- und Oberstufe mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“) ist das Trainingsprogramm „Nicht mit mir“ ein Selbstsicherheitstraining für Mädchen ab der 5. Klasse. Die Mädchen lernen, dass Täter sich für verbale oder körperliche Übergriffe gezielt ein Mädchen suchen, das den Anschein erweckt, sich nicht zu wehren. Verbale Angriffe geschehen meist auf der sexuellen Ebene durch sogenannte „Anmache“, aber der Täter kann auch körperlich angreifen. Die Mädchen lernen, sich zu schützen, kritischen Situationen selbstbewusst zu begegnen. Ein „Nein ist Nein“.

 

Das Coolnesstraining für Jungen ab der 5. Klasse hat zum Ziel, deren Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu stärken. Jungen lernen, Provokationen auszuhalten und gewaltlos darauf zu reagieren. Sie haben erfahren, wie man Sicherheit gewinnt, sein Selbstwertgefühl stärkt, den Anderen (Schwächeren, Stärkeren) wahrnimmt, und dass „Nein“ auch wirklich „Nein“ heißt.

 

Zum Abschluss des Projektes hat Schulleiterin Ginie Borchers, die dieses wichtige Projekt an die Pestalozzischule geholt hat, die Eltern der Schülerinnen und Schüler zu einem Informationsabend eingeladen, auf dem die Ergebnisse des Projekttage vorgestellt werden. Zudem wird Herr Kreis vom Kommissariat Vorbeugung der  Kreispolizeibehörde die Bedeutung dieses Projektes vertiefen.

 

 

Schwelm, den 9. Mai 2012

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