Verlängerte Frist zur Dichtheitsprüfung in Schwelm

TBS bereiten bürgerfreundliche Vorgehensweise vor

„Die Dichtheitsprüfung von privaten Hausanschlussleitungen kann in Schwelm in Ruhe angegangen werden - wir werden alle Eigentümer der Schwelmer Grundstücke umfassend informieren und sie bei den nötigen Schritten fachlich und organisatorisch beraten“: Dies ist die zentrale Botschaft, die Markus Flocke, Vorstand der Technischen Betriebe Schwelm, am  Dienstag der vergangenen Woche den Mitgliedern des Verwaltungsrates überbrachte.

Der neue Erlass des Landes NRW hat zumindest bei einzelnen der bisher offenen Fragen Klarheiten geschaffen. Ziel der Technischen Betriebe Schwelm ist es, die landesweit sehr kontroverse Diskussion in Schwelm durch eine klare und verlässliche Linie zu ersetzen. Flocke: „Wir wollen eine Lösung, die die Interessen der Grundstückseigentümer in angemessener Form berücksichtigt, ohne dabei die Aspekte des Grundwasserschutzes aus dem Auge zu verlieren.“

Dies soll durch die Verlängerung der Überprüfungsfrist erreicht werden, die gemäß Landeswassergesetz eigentlich zum Jahresende 2015 ausläuft.  Für einen verlängerten Zeitraum von 2015 bis 2023 werden in Schwelm neun Untersuchungsgebiete gebildet und in einer Fristensatzung beschrieben. Die Grundstückseigentümer haben dann erst in dem Jahr, das durch die Satzung festgelegt wird, die Dichtheitsprüfung der privaten Entwässerungsleitungen (Schmutz und Mischwasseranschlusskanäle) in Auftrag zu geben. In einem gesonderten Verfahren werden die TBS im jeweiligen Teilgebiet die öffentliche Kanalisation überprüfen lassen.

„Durch die diese Vorgehensweise haben die Grundstückseigentümer in Schwelm deutlich mehr Zeit, sich auf die Dichtheitsprüfung einzustellen und wir können viel ausführlicher und konkreter beraten,“ betont Flocke mit Blick auf die auch in Schwelm anzutreffenden „Anbieter“ solcher Untersuchungen.  Der Erlass gibt vor, dass alle Dichtheitsprüfungen bis spätestens 2023 abgeschlossen sein müssen. Flocke: „Wir planen, in Schwelm im Jahr 2015 mit dem ersten Bezirk zu beginnen, um bis 2023 alle Stadtbezirke zu schaffen.“

Gemeinsam mit den anderen Städten und Kommunalbetrieben des EN-Kreises versuchen die TBS, Vorgehensweise und Unterlagen aufeinander abzustimmen, damit ein möglichst einheitliches Vorgehen erreicht werden kann. Auch die Untere Wasserbehörde des Kreises ist dabei mit aktiv.

Markus Flocke möchte schon bald eine zentrale Informationsveranstaltung zu dem vielschichtigen Thema der Dichtheitsprüfung anbieten, damit schnell Klarheit für die Grundstückseigentümer besteht. „Sobald wir die Satzungsvorbereitungen abgeschlossen haben, werden wir eine solche Veranstaltung durchführen.“ Weitere Infoveranstaltungen sollen in den einzelnen Untersuchungsgebieten jeweils vor Beginn der dortigen Überprüfungen stattfinden, damit die konkret Beteiligten gezielt beraten werden können.

Flocke betonte gegenüber dem Verwaltungsrat, dass es im ersten Schritt nur um die Prüfung der Dichtheit geht und noch nicht um potenzielle Sanierungen. Für die Dichtheitsprüfung ist in der Regel die optische Prüfung per Kamera ausreichend. Werden hierbei Schäden festgestellt, müssen diese nach dem festgestellten  Schadensumfang beseitigt werden. Die Entscheidung, ob und wann eine Sanierung erforderlich ist, wird hierbei von den TBS getroffen. Das durch einen Sachverständigen unterzeichnete Prüfprotokoll über die Dichtheit der untersuchten Leitungen ist bei den TBS einzureichen. Eine erneute Prüfung erfolgt grundsätzlich nach 20 Jahren.

Auf der Internetseite der TBS – www.tbs-schwelm.de - können bereits heute ausführliche technische Informationen abgerufen werden. Hier werden auch die neuen Fristen abrufbar sein, wenn die in Arbeit befindliche Fristensatzung fertiggestellt ist. Dies soll nach der Planung der TBS noch in diesem Jahr der Fall sein.

Schwelm, den 8. Juli 2011

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