Werke von Fibich und Paladi – und eine Überraschung!

Martfeld-Quartett konzertiert im Schloss Martfeld

Am Donnerstag, dem 17. März, steht Schloss Martfeld um 19.30 Uhr ganz im Zeichen der Musik. Dann bittet das städtische Kulturbüro zu einem Konzert mit dem renommierten Martfeld-Quartett. Auf dem Programm stehen das Streichquartett Nr. 2, op.8 von Zdeněk Fibich und das Streichquartett Nr. 1 ​​in c-moll von Radu Paladi. Außerdem haben die Musikerinnen und Musiker für die Besucherinnen und Besucher eine Überraschung vorgesehen. Es musizieren: Liviu Neagu-Gruber (Violine), Axel Hess (Violine), Antje Kaufmann (Viola) und Katharina Apel (Violoncello).

Eintrittskarten gibt es im Verwaltungsgebäude Moltkestraße 24, und zwar im Kulturbüro 02336 / 801-273, schmittutz(at)schwelm.de, und im Bürgerbüro 02336 / 801-255. Sie kosten 16 € (Erwachsene); 12 € (Schüler, Studenten);  9 € (Schwelm-Pass, Juleica, Ehrenamtskarte). Ein herzlicher Dank ergeht an einen Schwelmer Bürger, der durch seine finanzielle Unterstützung die Realisierung der Veranstaltung ermöglicht hat.

ZDENEK FIBICH

Für gewöhnlich erscheint der Name Zdenek Fibichs (1850-1900) an dritter Stelle in der Riege der tschechischen Komponisten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die der tschechischen Musik ins internationale Rampenlicht verholfen haben. Der „Nationalstolze Romantizismus“ wird in seinem Fall in den Schatten gestellt von einer tiefen Verbeugung vor der deutschen Musikgeschichte und von der Bewunderung ihrer Formen.

Während seines relativ kurzen Lebens unterrichtete Fibich in Vilnius, um danach wieder nach Prag zurückzukehren, um dort im provisorischen Theater (Prozatímnídivadlo) von 1875 bis 1878 eine Stelle als zweiter Kapellmeister einzunehmen. Danach wurde er Chorleiter der Russischen Kirche in Prag und 1899 Dramaturg des Prager Nationaltheaters.

Sein Schaffen konzentrierte sich hauptsächlich auf Opern und Vokalstücke. Unter den Instrumentalwerken Fibichs (Klavierwerke, Kammermusik, Sinfonische Dichtungen, drei Sinfonien) stehen die drei Streichquartette unter dem Einfluss Mendelssohns und Schumanns.

RADU PALADI

Der Komponist, Pianist und Dirigent Radu Paladi (geboren 1927in Storojinet in der nördlichen Bukowina und im Jahr 2013 in Bukarest gestorben) studierte Klavier und Komposition in Czernowitz und Bukarest. Von 1954 bis 1986 unterrichtete er Musik am Institut für Theater und Film in Bukarest, und von 1969 bis 1972 war er Chefdirigent der Philharmonie in Botosani. Seinen Ruf als Komponist erwarb er sich zunächst mit Klavier- und Chormusik.

Sein musikalischer Ausdruck wird vor allem durch die melodische Frische und die rhythmische Vielfalt der traditionellen rumänischen Folklore bestimmt. Der Komponist erkundete aber auch andere kreative Bereiche, wie - besonders nach 1989 - die Instrumentalmusik (das Klavierkonzert, das Violinkonzert, das Bläserquintett und das

Streichquartett Nr. 2). Er blieb sich selbst aber immer treu, indem er sich gegen ein Abrutschen ins Avantgardistische aussprach. Er bevorzugte einen direkten, effizienten und ausdrucksstarken Stil, den er konsequent weiterentwickelte und in perfektionistischem Bestreben verfeinert. Gleich in diesem ersten Streichquartett in c-moll (1956) bemerkt man die sichere Hand des jungen Komponisten, der sich in einem nonkonformistischen, neoklassizistischen Stil übt.

Das Martfeld Quartett wurde 1980 von Mitgliedern des Sinfonieorchesters Wuppertal gegründet. Der Name des Quartetts ist eng verbunden mit dem Rittergut Haus Martfeld in Schwelm, wo es seit vielen Jahren erfolgreich als Quartet in Residence eine eigene Konzertreihe bestreitet. In seiner heutigen Besetzung spielt das Martfeld Quartett seit 2010 zusammen. Es setzt sich nun aus Mitgliedern der Wuppertaler Sinfoniker und des Gürzenich-Orchesters Köln zusammen, die die Liebe zur Kammermusik und zum großen und bedeutenden Repertoire des Streichquartetts eint. Neugierig und experimentierfreudig widmen sich die Musiker dabei gerne auch den Werken weniger bekannter und zeitgenössischer Komponisten. Das Martfeld Quartett konzertierte mit so bedeutenden Musikern wie Sadao Harada (Tokio String Quartet), Wolfgang Güttler, Toshiyuki Kamioka und Florence Millet.

Schwelm, den 8. März 2016

 

 

 

Sie sind das Martfeld-Quartett: Liviu Neagu-Gruber (Violine), Axel Hess (Violine), Antje Kaufmann (Viola) und Katharina Apel (Violoncello).
Seit einigen Jahren verschönern Blumenkübel an den Laternen Schwelms Innenstadt sichtbar und spürbar. Auch für dieses Jahr konnte die GSWS wieder Patinnen und Paten für den bezaubernden Blumenschmuck gewinnen. Foto: Stadtverwaltung Schwelm / Arno Kowalewski
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