„Wir wollen uns mit Respekt und Toleranz begegnen!“

Dietrich-Bonhoeffer-Realschule ist „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Im Rahmen eines Festaktes mit Ansprachen, Musik, Tanz und Moderation wurde Schwelms Dietrich-Bonhoeffer-Realschule jetzt die wichtige Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen. Dazu begrüßte Konrektor Marco Unger in der voll besetzten Aula die Schüler und Lehrerkollegen. Ein herzlicher Gruß erging an den Schirmherren Bürgermeister Jochen Stobbe und an Frau Sevgi Kahraman-Brust vom Kommunalen Integrationszentrum Kreis Unna, die der Schule das wertvolle Siegel verlieh. In Deutschland sind über 1500 Schulen „Schulen gegen Rassismus“, in NRW sind ca. 400.

„Dieser Titel wird einem nicht geschenkt, um diesen Titel muss man sich bewerben, man muss ihn sich erarbeiten. Das ist gut so, denn gerade, wenn es um Courage geht, bleibt es in vielen Fällen bei einem Lippenbekenntnis“: Mit diesen Worten grüßte Bürgermeister Jochen Stobbe Schüler, Kollegium und Schulleitung der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule, denen er für ihr wichtiges Engagement herzlich dankte. Es erfülle ihn mit großer Ehre, Pate dieser Aufgabe sein zu dürfen, die menschlich und gesamtgesellschaftlich ungeheuer wertvoll sei.

Die frühere Schülersprecherin Jelena Asceric hat eine innerschulische Unterschriftenaktion ins Leben gerufen mit dem Ziel, für Schwelms Realschule den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu erwerben. Der Impuls kam also aus den Reihen der Schüler. In der Folge wurden mehrere Projekte zu diesem Thema erarbeitet.

Schülersprecher Mirko Allermann betonte, dass mit der Siegelverleihung die Verpflichtung zum weiteren Engagement verbunden sei. So gilt für die Schüler:

·         „Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe meiner Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden.“

·         „Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, zukünftig einander zu achten.“

·         „Ich setze mich dafür ein, dass an meiner Schule einmal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierung durchgeführt wird, um langfristig gegen jegliche Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, vorzugehen.“

M. Allermann weiter: „Egal welches Aussehen, welche Religion, welche sexuelle Orientierung, welche Eigenschaften, welche Nationalität oder welche Interessen ein Mensch hat – wir sollten alles daran setzen, uns mit Respekt und Toleranz zu begegnen. Diskriminierung und Intoleranz haben an unserer Schule keinen Platz. Zeigt Zivilcourage!”

Ein Drittel der 500 Schüler der Schwelmer Realschule hat eine Zuwanderungsgeschichte. Zudem besuchen auch Kinder, die aktuell vor Bürgerkriegen flüchten mussten, die Realschule. Hier knüpfte Frau Kahraman-Brust an, die schilderte, dass diese schon ein Schicksal hinter sich hätten. Diese Kinder mit ihrer je eigenen Sprache, Religion und Welthaltung hätten Angst und Not erlebt und seien zudem von Bildung (einem Menschenrecht!) abgeschnitten gewesen. Sie hätten nicht flüchten wollen, sondern müssen und bräuchten das Verständnis und die Empathie aller anderen Menschen.

Der Bürgermeister betonte den Wert der Auszeichnung auch vor dem Hintergrund vergangener Kriege. „Damals meinten viele Menschen, nur ihre Nation zähle, anderen seien ihnen unterlegen. Das war schlimmer Nationalismus und vielfach auch unfassbarer Rassismus“. Für Jochen Stobbe steht fest, dass Dietrich Bonhoeffer, stolz auf die Schwelmer Schüler wäre. Nach ihm wurde Schwelms Realschule vor 50 Jahren benannt. Bonhoeffer war von den Nationalsozialisten ermordet wurde, weil er mit Courage für Freiheit und Würde einstand, die jedermann gleichermaßen zustehen. Denn „Niemand ist mehr wert als andere“. Stobbe: „Mit Eurer Courage kann diese Gesellschaft ihre besten Möglichkeiten ausleben – davon bin ich überzeugt!“

Schwelm, den 10. Dezember 2014

 

 

Das ist die Meinung von Schwelms Bürgermeister Jochen Stobbe über "häusliche Gewalt". Im Rahmen der kreisweiten Aktion des „Runden Tisches EN gegen Häusliche Gewalt“ wird die Schwelmer Veranstaltung am 25. November auf dem Bürgerplatz stattfinden. Foto: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph
Das ist eine deutliche Ansage: Schwelms Realschule ist nun "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Das Siegel wurde der Dietrich Bonhoeffer-Realschule von Sevge Kahraman-Brust verliehen (r.). Bürgermeister Jochen Stobbe ist "mit großer Freude" Schirmherr.
Konrektor Marco Unger bedankte sich herzlich bei allen Schülern und Lehrern für ihren Einsatz.
Die Schülerinnen und Schüler gestalteten die Feierstunde stimmungsvoll mit Tanz und Musik.
Schülersprecher Mirko Allermann betonte, dass mit der Siegelverleihung die Verpflichtung zum weiteren Engagement verbunden sei. Fotos: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph
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