Bürgermeister überreicht glücklichen Gewinner im Haus Martfeld Heimatpreis und Integrationspreis 2021

Im Jahr 2018 hatte der Rat der Stadt Schwelm die Entscheidung getroffen, die Stadt Schwelm möge jedes Jahr den Heimatpreis sowie den Integrationspreis ausloben.

Damit steht Schwelm zwar in einer noch jungen, aber – nach den stimmungsvollen Preisvergaben 2019 und 2020 - doch schon sehr geschätzten und liebgewonnenen Tradition.

In der Stadtratssitzung am 30. September dieses Jahres hatte Bürgermeister Stephan Langhard die Preisträger bekannt gegeben, nämlich den Verschönerungsverein Schwelm e.V. (Heimatpreis 2021) und das AtelierSieben e.V. (Integrationspreis 2021).

Nun erfolgte im Haus Martfeld im Rahmen einer wegen der Pandemie nur kleinen Feierstunde die offizielle Verleihung der beiden Preise. Für den Verschönerungsverein Schwelm e.V. nahmen Ralf Stoffels (Vorsitzender) und Michael Lindermann die Auszeichnung entgegen, für das AtelierSieben e.V. Heike Philipp und Tina Grams. Sowohl Heike Philipp als auch Ralf Stoffels dankten sehr herzlich für die Auszeichnungen und stellten das Wirken Ihrer Einrichtungen in eindrücklicher Weise vor.

Mit den Anwesenden wusste sich das Stadtoberhaupt einig darin, „dass herausragendes Wirken auf dem Gebiet des Heimatwesens wie im Rahmen der Integrationsarbeit nicht nur wahrgenommen werden sollte, sondern auch gewürdigt werden muss“.

Laudatio des Bürgermeisters auf den Verschönerungsverein Schwelm e.V.:

„Wir alle bemerken, wenn etwas schön ist. Doch nicht alle verfolgen die vielen Arbeitsschritte, die es erst braucht, um etwas schön zu machen. Das wussten sicher auch schon die Gründer des Verschönerungsvereins Schwelm vor 125 Jahren, und das wird heute nicht anders sein. Aus heutiger Sicht haben die damaligen Begründer mit der selbstauferlegten Aufgabe, Schwelm schöner zu machen, Aufgaben formuliert und gelöst, die wir heute sehr modern als gelungenes frühes Stadtmarketing bezeichnen würden.

Die Chronik des Vereins belegt sein vielseitiges Wirken über drei Jahrhunderte hinweg und damit im Wandel der Zeit.

Vor ein paar Jahren hat sich der Verschönerungsverein neu aufgestellt: Ein neuer Vorstand trat auch mit frischen Impulsen hervor, die unserer Stadt wirklich guttun.

Beispielhaft dafür benenne ich das Engagement für die Martfeld-Kapelle, die sich seit 1995 im Besitz des Vereins befindet und durch ihn zum Mittelpunkt für Vereinstätigkeiten sowie als Ort für Empfänge nach Hochzeiten und für kulturelle Veranstaltungen gemacht wurde.

Und mögen wir auch die flächenkleinste Kommune in NRW sein, so verfügen wir doch über ein Wanderwegenetz, das von Schwelmerinnen und Schwelmern aller Generationen genauso gerne genutzt wird wie von auswärtigen Bürgerinnen und Bürgern. Deshalb hebe ich unter den vielen gelungenen Leistungen dieses in Schwelm für Schwelm wirkenden Vereins die Verbesserung der Ausschilderung der Wanderwege hervor.

Mehr als 46 Hektar Wald gehören dem Verein - viel Fläche, die zukünftig noch attraktiver gestaltet werden soll. Hier wird auch der Schulterschluss zu weiteren Schwelmer Sportvereinen, Institutionen und Clubs gesucht, um dieses Projekt zu vollenden.

Ebenso zeichnet sich der Verein dadurch aus, dass er die im Vereinsbesitz befindlichen Waldungen, Wege, Parks, Bänke usw. erhält und erweitert und damit auch Wald und Umwelt verschönert und schützt.

Nehmen wir alles zusammen, so erfüllt der Verein nicht nur sein Leitmotiv, Schwelm schön zu machen, voll und ganz. Er wird auch zum Botschafter, der anderen zeigt, wie schön Schwelm auch im Bereich von Wald und Flur ist.

Das alles ist nur machbar durch viele Stunden des privaten Ehrenamtes.

Weil er sich seit seiner Vereinsgründung dauerhaft und nachhaltig für ein schönes und schützenswertes Stadtbild einsetzt und in seiner langjährigen Geschichte viele Veränderungen und Verbesserungen in Schwelm angestoßen hat, wird der Verschönerungsverein Schwelm e.V. mit dem beliebten Heimatpreis 2021 ausgezeichnet, der mit 5000 Euro dotiert ist und mit dem die Landesregierung in Kreisen, Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens herausragendes Engagement in den Fokus der Öffentlichkeit rückt.“

Dieselbe Jury, nämlich der Ältestenrat der Stadt Schwelm, der den Verschönerungsverein zum diesjährigen Heimatpreisträger ernannt hat, hat auch darüber entschieden, dass das AtelierSieben e.V mit dem Integrationspreis 2021 ausgezeichnet werden soll.

Laudatio des Bürgermeisters auf das AtelierSieben e.V.:

„So wie ,Heimat‘ ist auch ,Integration‘ ein weiter Begriff. Das weiß auch das AtelierSieben e.V., das von Anfang an eine klug durchdachte pragmatische und praktische Umsetzung des Themas gewählt hat. Ich behaupte zu sagen: Das AtelierSieben war plötzlich da, gut sichtbar in der Nostalgiezone positioniert. Es hat innerhalb kurzer Zeit mit zahlreichen kreativen und integrativen Projekten und Aktionen von sich reden gemacht und dabei viele Menschen zusammengeführt, die sonst kaum zueinander gefunden hätten.

Staunenswert ist die große Bandbreite an Projekten und Aktivitäten dieses Vereins. Ich erwähne nur beispielhaft Nähkurse für Frauen und die Unterstützung bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche von Menschen. Ebenso beeindruckt haben uns eine Weihnachtsfeier mit interreligiösem Austausch und das Kunstprojekt zu ,70 Jahre Grundgesetz‘.

Dem AtelierSieben e.V. gelingt es auf bewundernswerte Weise, diverse Zielgruppen zu erreichen und damit maßgeblich zu einem gleichberechtigten und friedlichen Miteinander beizutragen und Integration lebensnah zu gestalten.

Was mir und vielen anderen bis heute nicht erklärbar ist, ist die ungeheure Energie, mit der Heike Philipp und Tina Grams das AtelierSieben von der Idee zur Wirklichkeit geführt haben und der spirit, um es immer weiter zu entwickeln.

Es ist beinahe so, als würden sie Ideen, kaum, dass diese angedacht worden sind, auch schon einer passenden Lösung zuführen, zielsicher und verlässlich. Heute gedacht, heute gemacht.

An großen Einrichtungen sind oft die berühmten Think tanks angesiedelt, aber zukunftsbezogen im integrativen Sinne kann man auch in einer kleineren Stadt wie der unseren agieren.

Viele Menschen haben über und durch die zusammenführenden Projekte und Aktivitäten Wahrnehmung und Wertschätzung erfahren – für mich ist das die einzig wahre soziale Währung unserer Gegenwart. Dass wir als Menschen einander nicht fremd bleiben müssen und uns miteinander mehr gelingt als ohne einander, das zeigt auf profunde Weise die ganz nah am Alltagsleben der Menschen ausgerichtete Arbeit des AteliersSieben e.V.

Ich freue mich, heute dem AtelierSieben den Schwelmer Integrationspreis übereichen zu dürfen, der aus städtischen Mitteln finanziert wird, ebenfalls mit 5.000,00 € dotiert ist und Projekte, Maßnahmen, Initiativen oder Einzelpersonen auszeichnet, die sich in besonderer Weise ehrenamtlich für ein gleichberechtigtes und friedliches Miteinander in der Stadtgesellschaft einsetzen und so um die Integration verdient machen“.

Schwelm, den 1. Dezember 2021  

Blick ins Haus Martfeld, wo die Preisverleihung wegen der Coronapandemie nur in kleinem Rahmen stattfand.
Nach der Überreichung der Preise gab es im Innenhof von Haus Martfeld noch Fototermine mit den Preisträgern, die sich herzlich für die Auszeichnungen bedankten: Bürgermeister Stephan Langhard mit Ralf Stoffels (Vorsitzender) und Michael Lindermann vom Verschönerungsverein Schwelm e.V. ...
...sowie mit Heike Philipp und Tina Grams vom AtelierSieben e.V. Fotos: Stadtverwaltung Schwelm / Nicole van Velzen
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