„Kurzum, dies Haus wird der Gemein‘ Zukunft lebendiger Mittelpunkt sein!“ Richtfest für Schwelms Haus der Kultur coronabedingt nur mit kleinem Teilnehmer/innen-Kreis

„Der Geist der Gemeinschaft, hier soll er erblühen. Der Bürger soll hier nach des Alltags Mühen Erholung, Zerstreuung und Freude erleben und fröhlich die Instrumente zum Musizieren erheben. Kurzum, dies Haus wird der Gemein‘ Zukunft lebendiger Mittelpunkt sein“.

Als Zimmerermeister Franz Lügering am Donnerstagnachmittag den Richtspruch für Schwelms Haus der Kultur sprach, da nickten die Teilnehmenden des kleinen Richtfestes zustimmend, denn immer wieder zielten seine Worte auch auf die Bestimmung des Gebäudes ab, in dem die Menschen im Zeichen der Kultur zusammenkommen werden.

Eröffnet hatte das Richtfest Bürgermeister Stephan Langhard, der „an diesem Tag großer Freude“ doch auch sehr „bedauert, dass wir zum Richtfest unseres Kulturhauses die Bürgerinnen und Bürger nicht einfach hinzubitten können“. Denn wegen der Coronapandemie hatte man den Kreis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer arg begrenzen müssen. „Ich hoffe aber sehr“, so das Stadtoberhaupt, „dass wir im kommenden Jahr zur Eröffnung ganz Schwelm an dieser Stelle umso herzlicher begrüßen dürfen. Ebenso wie die Nachbarn dieser Baustelle, die manches aushalten müssen und denen ich schon jetzt sehr herzlich danke. Denn dieses Haus wird für die Bürgerinnen und Bürger gebaut, und es lebt vom ersten Tag an von der Zustimmung und ideellen Unterstützung eines großen Teils der Schwelmer Bevölkerung!“

Erfreut waren der Bürgermeister, der Beigeordnete, die Kämmerin, die Bürgermeister-Stellvertreter/innen, der Projektleiter, die Vertreter des Generalplaners, des Prozesssteuerers, die Kulturausschussvorsitzende und natürlich die Leitungen der Kultureinrichtungen, die in das neue Gebäude einziehen werden, sehr darüber, dass Staatssekretär Dr. Jan Heinisch und Ministerialdirigent Andreas Happe aus dem Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen – wie schon zur Grundsteinlegung – nun auch zum Richtfest nach Schwelm gekommen waren.

„Mit zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern, die fast täglich den Baufortschritt verfolgen, teile ich das Gefühl, als wäre erst gestern hier der erste Bagger vorgefahren und heute hängt schon der Richtkranz!“, so der Bürgermeister, der dem Bauleiter der Firma LÜHN Bau Tobias Schücker und dem Polier Bernd Hütten herzlich für das Ermöglichen von stets hochinformativen Baustellenbesuchen dankte.

Stephan Langhard weiter: „Mit unserem Haus der Kultur verbinden sich große Erwartungen. An diesem zentralen Innenstadtstandort werden wir unsere Stadtbücherei, unsere Musikschule und das VHS-Angebot unter einem Dach zusammenführen. Damit haben große Teile unserer Schwelmer Kultur endlich einen festen Ort, ein eigenständiges Zuhause mit großer Strahlkraft. Wer Kultur als existenziellen Teil seines Lebens versteht und wertschätzt – und das sind viele Menschen in unserer Stadt –, der freut sich über das Kulturhaus, dessen Eröffnung im kommenden Jahr unter besonderen Vorzeichen steht. Denn erstens feiert dann unsere Stadtbibliothek mit ihrem ganz modernen Ausleihsystem und ihrer neuen Bestimmung als zeitgemäßer Begegnungsort ihr 150jähriges Bestehen. Das passt schon einmal sehr gut!

Zweitens wird unsere Städtische Musikschule ,50 + 1‘ Jahr alt, und verbindet das coronabedingt verschobene Festprogramms mit der Eröffnung des Kulturhauses.

Und nicht zuletzt blickt die Stadt Schwelm im November dieses Jahres auf 525 Jahre Stadtrechte zurück, und auch dieses kleine Jubiläum strahlt noch etwas Glanz ins Eröffnungsjahr des Kulturhauses ab“.

Das „Haus der Kultur“ steht nicht für sich allein, sondern ist Teil des großangelegten Projektes der „Zentralisierung der Verwaltung“, zu dem auch das ebenfalls im Bau befindliche neue Rathaus gehört.

„Nach vielen Jahren des Planens und Prüfens, Abwägens und Entscheidens wurden beide Bauten auf den Weg gebracht, die über ihre Zweckbestimmung hinaus Teil der ,Neuen Mitte‘ unserer Stadt sein und mit dazu beitragen werden, dass Schwelm den Weg in die Moderne geht“, führte Stephan Langhard aus. Er wies auf die Baukostenobergrenze von 32,6 Millionen Euro für beide Gebäude hin und verhehlte nicht, dass er „insbesondere zum Rathaus eine kritische Haltung hatte; aber jetzt sind alle Entscheidungen getroffen! Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die Zentralisierung zu einem Erfolg werden zu lassen, die unserer Stadt, unserer Innenstadt neuen Schwung verleiht“.

Ganz elementar sei für Schwelm als Stärkungspaktkommune I die Gesamtförderung durch das Land NRW mit über 7 Millionen Euro, durch die das Baukostenvolumen des Kulturhauses voll umfänglich getragen wird. Stephan Langhard bat Dr. Heinisch Ministerin Ina Scharrenbach dafür noch einmal den Dank der Stadt Schwelm zu übermitteln.  

Bevor er das Wort an Dr. Heinisch weitergab, dankte er allen an Planung und Bau Beteiligten sehr herzlich.

„Dies ist ein großer Tag für unsere Stadt, und es ist ein guter Tag, weil wir sehen, dass der Mut zu Entscheidungen uns das Tor in die Zukunft geöffnet hat – davon bin ich fest überzeugt“.

„Er habe“, so Dr. Heinisch, „bei seinem Gang durch Schwelm festgestellt, dass an vielen Stellen gebaut werde: Hier bewegt sich viel, und das muss auch das Ziel sein: Sie machen etwas aus Ihrer Stadt! Sie haben schon jetzt viel Mühe in den Bau des Kulturhauses gesteckt, doch jetzt kommt noch einmal viel Arbeit auf Sie zu, bis alles eingerichtet sein wird“, schmunzelte der Staatssekretär. Auf Kultur, die nun hier in Schwelm einen festen Ort bekomme, habe man wegen der Pandemie sehr verzichten müssen, doch er sei sich sicher, dass diese Zeit bald zu Ende gehen werde. Die 7,3 Millionen Euro für Schwelm habe man als Land sehr gerne gegeben. Die Städte würden wegen Corona eine schwere Phase durchleben, und so habe man hier, wie auch bei der Fördermittelvergabe an andere Städte - auf den Eigenanteil der Kommunen verzichtet.

Zum Schluss noch einmal ein Zitat aus dem Richtspruch: „Ein Ideal von Menschen ersonnen, hat hier Gestalt und Form angenommen. Dazu noch hat’s besonderen Wert, weil dieses Haus dann allen gehört!“

Schwelm, den 30. April 2021

Richtfest für Schwelms Kulturhaus. Unser Foto zeigt Bürgermeister Stephan Langhard und den Beigeordneten Ralf Schweinsberg, Staatssekretär Dr. Jan Heinisch und Ministerialdirigent Andreas Happe vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, Projektleiter Thomas Striebeck, vom Prozesssteuerer, der Firma Assmann, den Geschäftsführer Herrn Eric Olaf Bruske, vom Generalplaner HWGP die Architekten Felix Franke und Hendrik Potthoff und von der Firma LÜHN-Bau u.a. den Bauleiter Tobias Schücker, den Polier Bernd Hütten und den Zimmerermeister Franz Lügering.
Bürgermeister Stephan Langhard: „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die Zentralisierung zu einem Erfolg werden zu lassen, die unserer Stadt, unserer Innenstadt neuen Schwung verleiht“.
Für Staatssekretär Dr. Jan Heinisch steht fest, „dass sich in Schwelm viel bewegt“. Im Hintergrund Bürgermeister Stephan Langhard, Ministerialdirigent Andreas Happe und Büchereileiterin Jasmin Arnold. Fotos: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph
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