50 Jahre Liebe: Im Kino sprang der Funke bei Valentina und Viktor Miller über

Im Kino haben sich Valentina und Viktor Miller kennengelernt. Die beiden verliebten sich sofort, der junge Mann zog schnell zur Familie seiner Freundin und am 26. April 1969 schlossen die beiden den Bund fürs Leben.    

Nun feierte das Ehepaar seine Goldhochzeit und nahm dazu auch die Glückwünsche des 1. Beigeordneten der Stadt Schwelm entgegen. Ralf Schweinsberg freute sich, einem glücklichen Jubelpaar gratulieren zu dürfen und ließ nicht unerwähnt, dass Valentina Miller eine langjährige Mitarbeiterin der Stadtverwaltung war.

Übrigens: Der Film, bei dem es vor einem halben Jahrhundert im Lichtspiel gefunkt hatte, war indischen Inhalts. Das ist nicht verwunderlich, denn kennen- und lieben lernten sich Millers damals im zentralasiatischen Kirgistan.

Viktor Miller (72) ist aus Kasachstan gebürtig. Seine Frau (70) stammt von den Wolgadeutschen ab, die einst von Zarin Katharina ins Land geholt worden waren und deren Nachfahren nach dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion z.T. nach Sibirien verbannt wurden. Dort ist Valentina Miller geboren worden, und bis heute verleiht der schwäbische Akzent ihr etwas Beschwingtes.

Das junge Paar bekam zwei Söhne und zwei Töchter, von denen eine, nur wenige Jahre alt, verstarb. Valentina Miller war über 40 Jahre lang berufstätig, davon 20 Jahre lang als Reinigungskraft bei der Stadt Schwelm. Ihr Mann hatte im Straßenbau gearbeitet und war mit seiner Kolonne oft Wochen unterwegs, um unter sehr harten Bedingungen (gebirgige Landschaft, eiskalte Winter, extreme Sommer) und mit einfachsten Gerätschaften zum Aufbau der Infrastruktur des Landes beizutragen.

1993 zog das Paar mit seinen Kindern als letzte des Familienverbandes nach Deutschland, wo sie sofort zurechtkamen.  

In Schwelm kamen vier der fünf Enkelkinder der Millers zur Welt, die sie weitgehend groß gezogen haben. Bis heute ist das herzliche Verhältnis auch der dritten Generation zu Oma und Opa spürbar. Natürlich half auch Enkeltochter Nicole (23), die inzwischen Linguistik und Computerlinguistik an der Uni Bielefeld studiert, bei der Goldhochzeitsfeier, die die ganze Familie für das Jubelpaar im Veranstaltungshaus der Kleingartenanlage am Ochsenkamp ausrichtete.

Valentina und Viktor Miller haben die Entscheidung, nach Deutschland zu übersiedeln, nicht bereut. Sie lieben ihre Familie und ihre Arbeit im Schrebergarten am Ochsenkamp, sind fleißig und gastfreundlich. Und während Viktor Miller der bodenständige Partner ist, der es ruhig und zurückgezogen liebt, schaut sich seine Frau hin und wieder gerne ein Stück von jener Welt an, die im „ersten Leben“ in Kirgistan unerreichbar schien („In meiner Jugend hatte ich nichts“).

Vielleicht ist es die Erfahrung eingeschränkter Möglichkeiten, vielleicht haben ihre Vorfahren ihr aber auch eine besondere Aufbruchshaltung vererbt, die sich dem Unbekannten unerschrocken stellt:  Auf jeden Fall ist Valentina Miller von einem auch Kontinente überspannenden Fernweh geprägt.

In ihr vereinen sich der Osten und der Westen der Welt. Als Mitglied des Städtepartnerschaftsclubs Schwelm-Fourqueux hat sie Frankreich besucht. Monaco und Tschechien hat sie kennen gelernt, und nachdem sie zuletzt in Polen unterwegs war, sagt sie im Herbst dieses Jahres erneut „Go west!“ – dann möchte sie sehen, wie es in den USA ausschaut.

Schwelm, den 7. Mai 2019

 

Feierten jetzt Goldhochzeit: Valentina und Viktor Miller. Herzliche Glückwünsche im Namen der Stadt Schwelm sprach der 1. Beigeordnete Ralf Schweinsberg aus. Foto: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph
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