Mann der guten Tat / Würdevoller Empfang im Haus Martfeld für Schwelms Ehrenbürger

Ungewohnte Klänge ertönten im Innenhof von Haus Martfeld, als Dienstagvormittag  eine Abordnung der Bläsergruppe des Schwelmer Hegerings zusammentrat. Erfreut und gerührt nahm Schwelms Ehrenbürger diesen besonderen musikalischen Gruß entgegen, der der Auftakt zu einem heiteren und würdevollen Empfang „im Schloss“ war.

Am 18. Januar dieses Jahres war Wilhelm Friedrich Erfurt mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen geehrt worden. Schwelms Bürgermeisterin Gabriele Grollmann hatte der Feier wegen eines schweren Sturzes leider nicht beiwohnen können. Es war ihr ein Herzensanliegen, Herrn Erfurt im Namen der Stadt Schwelm noch einmal zu dieser hohen Auszeichnung beglückwünschen zu dürfen. Dies geschah nun im Rahmen eines Empfangs im Haus Martfeld, dem neben der Familie  und Vertreter/innen der Ratsfraktionen viele Freunde und Weggefährten des Ehrenbürgers beiwohnten und den die Städtische Musikschule Schwelm musikalisch begleitete.

Wilhelm Erfurt hat sich ab 1970 unermüdlich für das Martfeld stark gemacht. Er war Impulsgeber für die Rettung des traditionsreichen Gebäudes, für das sich die Stadt selbst damals kaum mehr interessierte. Doch wer sich kümmert, kann auch Erfolge erleben, und so gab es im Laufe der Zeit immer wieder Zuschüsse für die Sanierung der ehemaligen Ritterburg.  

Das Martfeld, damals für den Unternehmer Wilhelm Erfurt „ein ungeschliffener Diamant“, blieb nicht sein einziges Engagement, gründete er doch vor 21 Jahren die Wilhelm-Erfurt-Stiftung für Kultur und Natur, die inzwischen ungezählte Projekte unterstützt oder selber verwirklicht hat. Ob Verein für Heimatkunde, Hegering oder Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz, Nachbarschaften oder Lebenshilfe: Sie alle liegen dem Ehrenbürger am Herzen. Dabei hat er den Blick stets in die Zukunft gerichtet, möchte sehen, dass Pläne sich auch verwirklichen.

Bürgermeisterin Gabriele Grollmann schilderte eindrücklich Beispiele des guten Wirkens von Wilhelm Erfurt, „dessen Engagement für Haus Martfeld in die Hunderttausende geht“. Er hat den Leseraum für die Historische Bibliothek ins Leben gerufen und lädt über seine Stiftung gemeinsam mit dem Verein für Heimatkunde seit fünf Jahren zu der beliebten Kulturreihe „Altes neu entdeckt“ ins Martfeld ein.

Als Privatmann ermöglicht er den „Urlaub ohne Koffer“ für Frauen und Männer aus den Wohnstätten der Lebenshilfe. Er finanziert Bewohner/innen eines Schwelmer Seniorenheims den geliebten und therapeutisch wichtigen Malunterricht. Dank seiner Hilfe konnte die Dokumentation „Jüdisches Leben in Schwelm“ der Stolpersteingruppe des Märkischen Gymnasiums auf den Weg gebracht werden und konnten Schwelmer Schüler/innen die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Auschwitz besuchen. Nachdrücklich hob Gabriele Grollmann die Diskretion und Bescheidenheit des Ehrenbürgers hervor, dem sie einen besonderen Orden überreichte: einen runden Stuten mit Schwelmer Wappenmuster. 

In bewegenden Worten dankte Wilhelm Erfurt der Bürgermeisterin und all jenen Einrichtungen und Vereinen, die die Ordensanregung für ihn unterstützt hatten. Auf den Weg gebracht hatte die übrigens Jürgen Feldmann, Fraktionsvorsitzender der Linken und früheres SPD-Ratsmitglied, der sich schon vor vielen Jahren mit Wilhelm Erfurt über die Geschichte der Stadt Schwelm ausgetauscht hat und der Wilhelm Erfurts Heimat-Engagement hoch schätzt.

Schwelm, den 17. Mai 2017

Bürgermeisterin Gabriele Grollmann überreichte Schwelms Ehrenbürger Wilhelm Erfurt und dessen Frau Rosemarie einen besonderen Orden mit Schwelmer Wappenmuster.
Mit musikalischen Grüßen der Bläsergruppe des Schwelmer Hegerings begann der würdevolle Auftakt des Empfangs.
Mit bewegenden Worten dankte Wilhelm Erfurt jenen, die die Ordensanregung für ihn auf den Weg gebracht bzw. unterstützt hatten.
Die Städtische Musikschule Schwelm - Gabriele Weidner (Ltg.), Ann-Kristin Mertmann und Alina Mulkidzhanyan - erfreute Wilhelm Erfurt und seine Gäste mit ausgesuchten Klängen.
Viele Freunde und Weggefährten gaben Wilhelm Erfurt im Haus Martfeld die Ehre. Fotos: Stadtverwaltung Schwelm / Arno Kowalewski