Mugaffak Ogus hat sichtbare Spuren im Bild der Stadt hinterlassen: Stadtverwaltung verabschiedet Hochbau-Architekten in dritten Lebensabschnitt

Die Stadtverwaltung Schwelm verabschiedete jetzt ihren langjährigen Mitarbeiter Mugaffak Ogus, dessen Schaffen sichtbare Spuren in Schwelms Stadtbild hinterlassen hat, in den dritten Lebensabschnitt.

So hat der bekannte und beliebte Hochbau-Architekt u.a. die Mensa des Märkischen Gymnasiums entworfen und baubegleitend realisiert. Er ist zudem gestalterischer Vater des Daches des Zentralen Schwelmer Omnibusbahnhofes. Darüber hinaus hat er alle OGSsen in Schwelm geplant und war maßgeblich in alle Hallenbadsanierungen eingebunden.  

Geboren wurde Mugaffak Ogus, von den Kolleg/innen wertschätzend „Maffy“ genannt, 1954 in Istanbul. Hier ging er zur Schule, hier nahm er sein Architekturstudium auf. In den 70er Jahren spielte er als Gitarrist Rockmusik in einer Band. Damals gab es in der Türkei Unruhen zwischen Linken und Rechten und Mugaffak Ogus wurde wegen seiner langen Haare und seines Bartes oft angegriffen.

„Ich war jung und wollte die Welt sehen. Ohne es meinen Eltern zu sagen, unterbrach ich mein Studium im vierten Semester und reiste über Italien nach Deutschland. Ich hatte nur meine Gitarre, meine Mundharmonika und 150 DM bei mir. Meine Eltern waren entsetzt, konnten mich aber nicht umstimmen“, erinnert sich M. Ogus an seine jugendbewegten Jahre. Mit seiner damaligen Freundin trat er zunächst als Straßenmusiker auf und arbeitete dann in einem Zirkus beim Zeltaufbau und der Fütterung der Tiere – „ein  24 Stunden-Job für 10 DM am Tag“. Zuletzt arbeitete er als Messerwerfer: „Meine Freundin und ich waren zwar sehr unsicher, aber wir übten trotzdem gemeinsam und meisterten unsere Aufgabe“.

Mugaffak Ogus, der kein Zirkus-Star werden wollte, kam durch Zufall nach Schwelm. Hier verliebte er sich in seine Heike, mit der er bis heute glücklich ist. Er beendete in der Türkei sein Studium und arbeitete zunächst im Ingenieurbüro seines Schwiegervaters.

Er sammelte weitere Berufserfahrung als Großküchenplaner und selbständiger Architekt und gründete in Schwelm sein eigenes Ingenieurbüro. Gemeinsam mit seinem Schwiegervater führte er viele Projekte durch.

Ab 2002 arbeitete er zusätzlich als Hochbau-Ingenieur beim Bauhof der Stadt Schwelm. Als der Hochbau im Zuge einer Verwaltungsreform Teil des Immobilienmanagements wurde, bezog Mugaffak Ogus 2007 sein Büro im Rathaus in der Hauptstraße 14, wo er mit Leidenschaft und Augenmaß arbeitete. Die Arbeit, die er und seine Kolleg/innen dort leisten, ist immens.

Mugaffak Ogus ist ein Mensch mit trockenem Humor und einer klaren Haltung zu dem, was allgemein „Schicksal“ heißt. Er vertraut darauf, dass das Leben selbst die wichtigsten Weichen stellt. Eine seiner vielen Stärken besteht darin, Lösungen für schwierige Aufgaben zu finden. Sein letztes großes Projekt war die neue Lüftungsanlage, die in den Herbstferien in der Aula des Märkischen Gymnasiums installiert wurde. Außerdem begleitete er noch die Fassadensanierung, Wärmedämmung und das Anbringen von Sonnenschutz an der Katholischen Grundschule St. Marien.

„Im Grunde muss man mit einem immer begrenzten Budget die beste Lösung für ein Gebäude finden. Die Nutzeranforderungen sind ebenso zu bedenken, wie Funktion, Technik, der Umgang mit Licht, die Ästhetik, die Kosten und der Zeitplan. Ein Raum muss immer ein Lebensraum sein, der passen muss, wie angenehme Kleidung“.

Einer der schönsten Bauten aus seiner Hand ist die Mensa des Märkischen Gymnasiums. Warum sie ein Pyramidendach trägt? Um dem Raum Luft zum Atmen zu geben und das gegenüberliegende Schulgebäude so wenig wie möglich zu beschatten.

Mugaffak und Heike Ogus haben zwei erwachsene Töchter und eine Enkeltochter. Worauf sich der Neu-Rentner freut? Einmal richtig lang Urlaub zu machen. Seine Arbeit bringt Mugaffak Ogus rückblickend auf die Formel: „Es war sehr schön, etwas geschaffen zu schaffen, was vorher nicht da war und nun anderen nützt und ihnen Freude bereitet“. Gern möchte er wieder in seinem eigenen Gewerbe selbstständig tätig sein und auch endlich wieder Musik machen.

Schwelm, den 20. Dezember 2019

Beliebt und wertgeschätzt: Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen und ebenso Leiterinnen und Leiter von Schwelmer Schulen verabschiedeten jetzt sehr herzlich Mugaffak Ogus (hier mit seiner Frau Heike) in den „dritten Lebensabschnitt“. Schwelms Beigeordneter Ralf Schweinsberg dankte dem scheidenden Hochbau-Architekten für dessen langjähriges eindrucksvolles Schaffen. Für den Fachbereich Immobilienmanagement überreichte dessen Leiter Thomas Striebeck dem Neu-Rentner ein Geschenk der Kollegenschaft. Foto: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph
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