Sanierung von Dach, Fenstern und Fassade sowie Einbau eines Aufzuges: „Haus Martfeld auf dem Weg ins neue Jahrhundert“

Haus Martfeld ist mit seinem bedeutsamen Regionalmuseum und seinen attraktiven Konzerten und Ausstellungen das große Schwelmer Forum für Kunst und Kultur; außerdem beherbergt Haus Martfeld Schwelms Stadtarchiv; zudem ist das historische Gebäude als Hochzeitsschloss sehr beliebt. Und im Restaurant im Nordturm lässt sich gut speisen. 

Auch in anderer Hinsicht tut sich vieles am und im Martfeld, davon zeugen seit kurzem Baugerüste am Mittelflügel und am Südflügel.

In einem Pressegespräch mit Vertreter/innen aller beteiligten Einrichtungen stellte Bürgermeisterin Gabriele Grollmann die Sanierungs- bzw. Umbaumaßnahmen vor, mit denen „dieses wunderbare Haus voller Möglichkeiten in ein neues Jahrhundert geführt wird“.

Klaus Lange vom Architekturbüro Lange, der die Maßnahmen im Auftrag der Stadt Schwelm betreut, erläuterte, dass zunächst der Mittelflügel und der Südflügel ein neues Dach erhalten werden. Auch Fenster werden erneuert und die Fassade wird saniert. Vier Parkplätze am Haus werden für den Baustellenbetrieb in Beschlag genommen, um dort z.B. Material zu lagern.

Der Südflügel wird zudem einen Aufzug erhalten, um den Bürger/innen den Besuch der ehemaligen Ritterburg barrierearm zu ermöglichen. Damit einher geht der Einbau eines neuen Treppenhauses. Es heißt also, mit etwas Wehmut Abschied zu nehmen von der stilvoll geschwungenen Treppe, die eines der ästhetischen Charakteristika des Hauses ist, jedoch den Brandschutzmaßnahmen nicht mehr genügt. Klaus Lange lobte ausdrücklich die hervorragende fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit, in die er auch den städtischen Denkmalschutz einschloss.

Von Beginn an in die Planungen einbezogen wurde auch die Schwelmer Feuerwehr, die die besonderen Gegebenheiten des historischen Gebäudes mit den Erfordernissen des modernen Brandschutzes in Einklang bringen muss, damit, so Feuerwehrchef Matthias Jansen, „dieses wichtige Schwelmer Gebäude noch lange Zeit den Menschen zur guten Nutzung zur Verfügung stehen wird“.

Wie Thomas Striebeck, Leiter des Fachbereichs Immobilienmanagement, darlegte, werden 830.000 Euro in beide Maßnahmen investiert. Sehr gern, so Anne Peter von der Städtischen Sparkasse zu Schwelm, habe zudem die Sparkasse eine Spende in Höhe von 150.000 Euro zur Verfügung gestellt, „um damit die Schwelmer Kultur nach Kräften zu unterstützen“.

Haus Martfeld ist auch eine gefragte Hochzeits-Location. „Wir informieren selbstverständlich interessierte Brautpaare über die Sanierung an Teilen des Gebäudes“, führte Ramona Fröhlecke aus. Die stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Bürgerservice, zu dem auch das Standesamt gehört, erläuterte, dass Brautpaare durch ein städtisches Schreiben bzw. im persönlichen Gespräch darauf hingewiesen werden, dass die Trauungen während der Sanierungsphase im stimmungsvollen Rittersaal stattfinden, der schon früher auch diesem Zweck diente. Wer möchte, kann sich im Vorfeld selber ein Bild von diesem schönen Raum machen.

Der Kulturbetrieb wird während der Sanierung weiter laufen. Die Konzerte der beliebten kammermusikalischen Reihe „Martfeld Klassik“ am 3. März und am 12. Mai werden in den nördlichen Veranstaltungsraum neben dem Foyer verlegt. „Natürlich werden die Gäste das Gerüst am Gebäude sehen, doch die Klänge im Inneren werden sie verzaubern“, verspricht Evalena Greif vom städtischen Fachbereich Schule, Kultur, Sport den musikinteressierten Bürger/innen. Im selben Raum werden bis zum Sommer auch die Vortragsabende der Reihe „Altes neu entdeckt“ des Vereins für Heimatkunde und der Wilhelm-Erfurt-Stiftung für Kultur und Umwelt stattfinden. Die Reihe „Matinée am Sonntag“ wird im Mai pausieren.  

Das Museum ist während der nächsten Wochen geschlossen und wird voraussichtlich im April wieder öffnen. Dr. Bärbel Jäger nutzt diese Zeit, um neue Akzente in der Ausstellung zu setzen, die sie straffen und moderner pointieren möchte. Sie wird weiterhin einmal im Monat das Museumsgespräch anbieten. Außerdem denkt Dr. Jäger an „Baustellenführungen“, wo sie in einem publikumsoffenen Bereich von Haus Martfeld z.B. ein spezielles Exponat der Ausstellungssammlung vorstellen könnte.

Einfluss hat die Sanierung, die im Frühsommer beendet sein soll, natürlich auch auf die Gastronomie am Martfeld. Deren Inhaber, Till Mundorf, selbst studierter Bauingenieur, weiß, dass gerade das Abdecken eines Gebäudedaches Staub und Lärm mit sich bringen wird und hat sich daher, in Abstimmung mit der Stadt Schwelm, dazu entschlossen, während „dieser emissionsstarken Sanierungsphase bis etwa April“ sein Restaurant im Nordturm zu schließen. Den Blick seiner Gäste, darunter auch viele Freunde des Mittagstisches, lenkt er auf sein zweites Haus, das „Fritz am Brunnen“ in der Nachbarschaft zum Martfeld. Das „Fritz“ steht selbstverständlich auch bereit für Hochzeitsgesellschaften, die nach der Trauung im Martfeld in der Nähe feiern möchten.

Schwelm, den 6. Februar 2019    

Freuen sich sehr darüber, dass das Martfeld noch attraktiver wird: Bürgermeisterin Gabriele Grollmann, Kulturausschussvorsitzende Dr. Frauke Hortolani, Architekt Klaus Lange, Thomas Striebeck, Ramona Fröhlecke, Matthias Jansen, Margit Passehl, Evalena Greif, Dr. Bärbel Jäger, Anne Peter und Till Mundorf.
Am Haus Martfeld wird eine Dach-, Fenster- und Fassadensanierung durchgeführt. Außerdem erhält das historische Gebäude einen Aufzug. Fotos: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph