Schwelms neues Rathaus und das Kulturzentrum nehmen Gestalt an / Stadt stellt Generalplaner für Neubauten und Projektsteuerer für Kesselhausentwicklung vor

Das renommierte Kölner Architekturbüro Heinle, Wischer und Partner wird sowohl Schwelms neues Rathaus auf der Fläche der ehemaligen Brauerei als auch das Kulturzentrum an der Römerstraße bauen. Für die Entwicklung des Kesselhauses konnte die bekannte Assmann-Gruppe gewonnen werden, die schon als Projektsteuerer für die Zentralisierung der Schwelmer Verwaltung tätig ist.

Bürgermeisterin Gabriele Grollmann und Beigeordneter Ralf Schweinsberg stellten die beiden Partner jetzt im Rahmen eines großen Pressegesprächs im Schwelmer Rathaus vor. Zuvor skizzierte das Stadtoberhaupt noch einmal die wesentlichen Etappen des Zentralisierungsprozesses, die Verwaltung und Politik gemeinsamen gegangen sind. Gabriele Grollmann: „Diese Gebäude werden unser Stadtbild stark beeinflussen!“

Mit Heinle, Wischer und Partner ist ein Architekturbüro verpflichtet worden, das seit über 50 Jahren am Markt ist, 300 Mitarbeiter / 8 Gesellschafter zählt und an 6 Standorten tätig ist. Die Spannweite der von Heinle, Wischer und Partner gebauten Objekte reicht vom Bundesministerium bis zum Universitätsklinikum.

Bis zu 90 Prozent baut man für die öffentliche Hand, so dass, wie Gesellschafter Markus Kill es ausdrückte, „das Bauen in Demokratie für uns ein Selbstverständnis ist“. Mit den nun öffentlichen Projektskizzen gewinnen die beiden Neubauten auch für die Bürgerinnen und Bürger, die sehr darauf gewartet haben, an Gestalt.   

Zwischen dem Patrizierhaus und dem Rathausbau soll es einen kleinen Platz geben, von dem aus der Zugang zum Rathaus erfolgen wird. Die Erdgeschossfläche ist laut  politischem Beschluss als Ladenpassage für Geschäfte vorgesehen. Darüber erhebt sich der eigentliche dreigeschossige Verwaltungstrakt. Das Gebäude setzt in seiner Gestaltung auf Transparenz und drückt Offenheit und spürbares Willkommen aus. „Der Ratssaal würde großzügig verglast“, so Markus Kill, „und könnte sich zum Bürgerplatz hin öffnen“. Geplant wird das neue Rathaus mit einer Tiefgarage.

Nicht nur mit ihrem Entwurf für das neue Rathaus, sondern auch mit ihren Vorstellungen für das Kulturzentrum hatte Heinle, Wischer und Partner im Bieterverfahren den Arbeitskreis Zentralisierung überzeugt. Hier besteht eine der Herausforderungen darin, drei unterschiedliche Nutzungen in einem Gebäude zu vereinen: die Musikschule, die besondere Schallschutzanforderungen erfüllen muss, die „ruhigere“ Stadtbücherei und das Angebot der VHS. Die alte Villa X-tra-Dry wird zeitnah abgerissen werden.

Bei beiden Neubauten orientieren sich Heinle, Wischer und Partner, die in Schwelm ein Baubüro einrichten werden, an der Umgebungsbebauung. Die Kostenobergrenze für beide Bauten liegt bei 30 Millionen Euro. Der Bauantrag wird bis Mitte des kommenden Jahres im Rathaus erwartet. Die Bautätigkeit wird wahrscheinlich im Jahr 2020 beginnen Es ist realistisch, mit 24 Monaten Bauzeit zu rechnen; das Kulturzentrum dürfte eher fertiggestellt werden.

„Wir haben gerade die erste Bestandsaufnahme durchgeführt“, berichtete Stefan Selle, Projektleiter der Assmann-Gruppe über den Beginn der Kesselhaus-Entwicklung. Es sei ein altes Industriegebäude, in dem über lange Zeit durch Um- und Anbauten unterschiedliche Architekturformen zusammengefunden hätten; die Spanne reiche vom Gewölbekeller bis zum Holzbalkendach. Es sei zu prüfen, was sich baulich aus diesem Befund ableiten lasse. Bekanntlich soll hier eine Gastronomie eingerichtet werden und es soll Raum für Mieter geben. Für die Entwicklung des Kesselhauses stehen 6,75 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Grundstücke der bisherigen Verwaltungsstandorte in der Hauptstraße 14 und in der Moltkestraße 24 und 26 werden zu einem späteren Zeitpunkt veräußert werden. Nach den Worten der Bürgermeisterin liegen im Rathaus bereits zahlreiche Nachfragen von Kaufinteressenten vor. 

Schwelm, den 16. November 2018

So könnte das neue Schwelmer Rathaus aussehen: Hier eine erste Entwurfsskizze des Generalplaners Heinle, Wischer und Partner.
Diese Skizze zeigt den Weg, den der Generalplaner für das Gebäude einschlagen würde, in dem das Kulturzentrum untergebracht werden soll. Skizzen: Heinle, Wischer und Partner
Pressegespräch mit Generalplaner, Projektsteuerer und Mitgliedern der Lenkungsgruppe: v.l. Markus Kill (Gesellschafter) und Felix Franke (Architekt) von Heinle, Wischer und Partner, Bürgermeisterin Gabriele Grollmann, Corinna Schwöbel (Assmann-Gruppe), Thomas Striebeck (Projektleiter Zentralisierung der Verwaltung), Stefan Selle (Assmann-Gruppe, Projektleiter für die Entwicklung des Kesselhauses), Kämmerin Marion Mollenkott, Heike Rudolph (Pressesprecherin/Leiterin des Beirates Zentralisierung), Beigeordneter Ralf Schweinsberg und Christiane Rath (Personalratsvorsitzende). Foto: Sebastian Jarych