Vom Reiz des Ungefähren und Kommenden: Ute Dagmar Schröders Kunst im Schwelmer Rathaus spricht die Menschen unmittelbar an

„Meine Freude ist besonders groß, hier und heute Ute Dagmar Schröder begrüßen zu dürfen, denn für mich ist es ein besonders schönes Wiedersehen. Frau Schröder, die in Berlin geboren wurde und seit langem in Radevormwald lebt, hat schon einmal erfolgreich im Schwelmer Rathaus ausgestellt; das war 2007 und ich erinnere mich an eine großartige Frau und ein bestechend schönes Oeuvre“: Mit diesen Worten begrüßte Schwelms stellvertretende Bürgermeisterin Christiane Sartor die renommierte Künstlerin sowie die interessierten Bürgerinnen und Bürger, die ebenfalls sichtlich angetan waren von der dargestellten Kunst. Auch Schwelms Beigeordneter Ralf Schweinsberg ließ es sich nicht nehmen, der Eröffnung beizuwohnen.

Frau Schröders Bilder eröffnen unmittelbar den Dialog mit den Betrachtern. „Ich weiß nicht, wie es Ihnen ergeht: Aber ich selbst habe im Angesicht dieser Bilder stets das erstaunliche Gefühl, auch dann zu einer Kernbotschaft zu gelangen, wenn das Gegenständliche zurückgenommen wird“, befand Christiane Sartor.

Es gäbe ja viele Menschen, die meinten, eher abstrakte Malerei sei nichts für sie und bliebe ihnen verschlossen. Dank der Werke von Ute Dagmar Schröder mache man die gegenteilige Erfahrung: Obgleich Farben und Formen weitgehend gegenstandslos seien, würden sie doch gleich auf Herz und Geist zielen und von Lebenserfahrungen erzählen, die wir alle kennen würden.

„Wir spüren diesen Bildern einen mal ruhigen, mal treibenden dynamischen Gestus ab“, so die stellvertretende Bürgermeisterin. „Etwas bewegt sich, sei es aus sich selbst heraus, sei es aufgrund der äußeren Umstände“.

Auch in Bildern, in denen Farbflächen mutmaßlich ein Eigenleben führen würden, entstünden Wechselbeziehungen und Grenzkontakte. Flächen würden sich gegenseitig beeinflussen und strenge Formen nicht unberührt von weniger statischen „Anrainern“ bleiben. Auch im ruhigsten und ausbalanciertesten System würde sich immer etwas bewegen.

 

In anderen Bildern drücke sich aus, wie wir uns als Mensch noch halb bekannten Sphären zugehörig fühlen würden, während wir doch gleichzeitig schon auf das Neue und Kommende zugehen würden. Fazit: So ist unser Leben: Wir werden bewegt und wir bewegen uns selber.

 

In einer besonders beeindruckenden dreiteiligen Arbeit spürt die Künstlerin mit ästhetischen Mitteln dem nach, was das Älterwerden in uns auslöst. In abstrakten Formen und Farbverdichtungen führt sie vor Augen, wie wir - von der Kindheit ausgehend - über die breite Lebensmitte zum Älterwerden streben. Christiane Sartor: „Noch immer arbeiten in uns die Energien der jungen Jahre, noch immer sind wir voller Pläne, gerade fürs Alter, wo man doch angeblich freie Zeit gewinnt. Doch wir müssen realistisch und ehrlich sein und feststellen: Die Kraft wird weniger und die Zipperlein sabotieren manches Vorhaben und manchen aufgeschobenen Wunsch. Sind wir zunächst unbeschriebene Blätter wie ein ungefähres Farbfeld, so verdichtet sich unser Leben später, um dann an Ereignissen, Möglichkeiten und Leuchtkraft einzubüßen“.

In den Bildern von Ute Dagmar Schröder künden Form und Farbe vom Weitergehen, vom Vorwärtsschreiten, von der Neugier aufs Leben. Lebensfreude im Sinne des leider zu selten gebrauchten Wortes übertragen diese Werke. Ihre Bilder erzählen vom inneren Werden, das sich auch als ein Aufklaren vollzieht, als Verdichtung, als Innehalten, als Aufbruch, als Nachfragen.

Ute Dagmar Schröder verzichtet auf das Darstellen eines vorläufigen Endzustandes. Denn die malerische Interpretation von Entwicklung und Reifung ist für sie weitaus spannender. So ist die Botschaft dieser Bilder eindeutig, die Motive selber bleiben bewusst in der Annäherung, im Ungefähren, lassen das Kommende ahnen.  

Schwelms stellvertretende Bürgermeisterin dankte der Künstlerin für die großartigen Werke, den Gästen für deren Interesse und Schwelms Pressesprecherin für deren Wirken für die Schwelmer „Rathaus-Galerie“, die es seit 17 Jahren gibt. C. Sartor: „Von Beginn an wird dies Unterfangen von Heike Rudolph betreut, die die Künstler auswählt und mit ihnen die jeweilige Ausstellung organisiert. Seitdem haben zahlreiche Künstlerinnen und Künstler aus Schwelm, der Region und dem weiten Umfeld hier ihr Werk präsentiert - in Einzelausstellungen oder in Gruppenschauen“.

Zu sehen bis März 2019 im Rathaus, Hauptstraße 14. Öffnungszeiten: montags 8 bis 17 Uhr, dienstags und mittwochs 8 bis 15.30 Uhr, donnerstags 8 bis 16 Uhr, freitags 8 bis 12 Uhr (kein Eintritt).

Schwelm, den 2. Dezember 2019

Die renommierte Künstlerin Ute Dagmar Schröder (4.v.r.) stellt aktuell aussagestarke Kunst im Schwelmer Rathaus aus. Schwelms stellvertretende Bürgermeisterin Christiane Sartor sprach zur Eröffnung einführende Worte. Schwelms Beigeordneter Ralf Schweinsberg, hier mit Pressesprecherin Heike Rudolph, ließ es sich nicht nehmen, der Vernissage beizuwohnen. Foto: Stadtverwaltung Schwelm
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