Von Meldebögen, Fundsachen und Hochzeiten

Mitglieder der Tintenklecks-Gruppe zu Gast in Bürgerbüro und Standesamt

Mit großem Interesse informierten sich jetzt Mitglieder der Tintenklecks-Gruppe der Lebenshilfe Ennepe-Ruhr-/Hagen im Schwelmer Rathaus über wichtige Aspekte der Verwaltungsarbeit. Karin Oelze-Böhmer betreut die Mitglieder dieser besonderen Gruppe mit Lese-, Schreib- und Rechenangebot seit Jahren ehrenamtlich und bereitete sie jetzt auch auf die gemeinsame Stippvisite in der Verwaltung vor. Im Zentrum des jüngsten Besuches standen das Bürgerbüro und das Standesamt.

 

Sage einer, es sei nicht spannend, etwas über die vielfältigen Aufgaben der modernen Verwaltung zu erfahren! Fachbereichsleiter Christian Rüth begrüßte und begleitete Karin Oelze-Böhmer, Martina Volkenrath, Bettina Weyer und Katharina Warstat und erläuterte ihnen alles Wissenswerte rund um das Meldewesen. Korinna Schlink legte den Gästen dar, welche grundlegenden Informationen über jeden in Schwelm angemeldeten Bürger im Bürgerbüro verzeichnet sind.  

 

Wer in Schwelm wohnt, ist mit Namen, Geburtsalter, Geschlechtszugehörigkeit und aktueller Wohnadresse im Computer gespeichert. Außerdem sind die früheren Wohnsitze, die Religionszugehörigkeit und der Familienstand registriert. Die Besucherinnen prüften nur zu gerne, ob alles stimmte, was ihre eigene Person anbetrifft. Die Damen, die im Christian-Ehlhardt-Haus bzw. im Catharina-Rehage-Haus wohnen, ließen sich erklären, dass die Daten geschützt sind, so dass nicht jedermann Wissenswertes über seine Mitmenschen beim Bürgerbüro erfragen kann. Ganz freiwillig kam beim Check im Bürgerbüro heraus, dass Karin Oelze-Böhmer einen zweiten, wenig bekannten Vornamen trägt: Einer englischen Vorfahrin verdankt sie den schönen Namen Mary.

 

Zum Bürgerbüro gehört auch das Fundbüro – ein unerschöpfliches Thema, haben doch viele Zeitgenossen schon einmal etwas verloren bzw. gefunden. Die Besucherinnen staunten nicht schlecht als sie hörten, was so alles „verschütt“ gehen kann: Korinna Schlink begann ihre Aufzählung bei Schmuck und Geldbörsen und führte den Bogen weiter über Roller und Räder bis hin zu Anoraks und Schuhen. Nicht zu vergessen Gebisse, teure Musikinstrumente und sogar eine Warnbake mit Licht sowie eine Lautsprecheranlage.

 

Wichtige Fragen stellten Martina Volkenrath, Bettina Weyer und Katharina Warstat angesichts der bevorstehenden Landtagswahl und der Bundestagswahl auch zum Thema Wahlen (direkte Wahl und Briefwahl).

 

Nicht weniger interessant gestaltete sich der Besuch des Standesamtes, wo Heidi Kappelhoff, Tanja Kohls und Ute Gläscher alle Dienstleistungen aus einer Hand vorstellten. Da ist zunächst einmal das Anmelden des neugeborenen Kindes. Anzumelden ist der neue Erdenbürger im Standesamt der Stadt, in der das Kind zur Welt gekommen ist, und da Schwelm über ein Krankenhaus verfügt, sind die dort zur Welt gekommenen Kinder geborene Schwelmer, auch wenn sie mit ihren Eltern in Nachbarstädten leben.   

 

Natürlich waren die Namen für die Neugeborenen ein wichtiges Thema für die Tintenklecks-Gruppe. Die Damen erzählten, wie z.B. ihr jungen Nichten und Neffen heißen und verglichen dies mit den Trendnamen der Gegenwart. „Heute werden auch Namen zugelassen, die vor zehn Jahren noch abgelehnt wurden“, schnitt Tanja Kohls das Thema der sehr ausgefallenen Vornamen an. Christian Rüth zeigte aber auch Grenzen auf; es zähle am Ende das Wohl des Kindes, das ja sein ganzes Leben lang mit seinem Vornamen zurechtkommen müsse.

 

Das Standesamt begleitet die Bürger von der Geburt bis zum Tod, wird hier doch auch das Ableben der Menschen registriert. Den Sterbefall würden kaum noch die Angehörigen selber anzeigen; schon seit Jahren geschehe dies durch das beauftragte Bestattungsunternehmen.

 

Nächstes und hochinteressantes Thema: Heiraten. Ute Gläscher sprach über die standesamtliche Trauung, obgleich den Besucherinnen – man merkte es wohl - die kirchliche Zeremonie auch sehr zusagte – das zum Altargeführtwerden und das weiße Brautkleid gehören nun einmal zur romantischen Phantasie.  

 

150 bis 160 Hochzeiten würden im Jahr in Schwelm stattfinden, die meisten davon als Ambiente-Trauungen im Schloss Martfeld, führte Heidi Kappelhoff aus. Die Tintenklecks-Gruppe ließ es sich nicht nehmen, den Trau-Saal im Verwaltungsgebäude Moltkestraße 24 zu besichtigen, wo der besondere Geist des Raumes Wirkung zeigte.

 

Nicht jedes Brautpaar feiert mit einer Hochzeitsgesellschaft; es gibt auch Paare, die für die ca. halbstündige Zeremonie „allein“ mit der Standesbeamtin oder dem Standesbeamten sind, denn auch die Trauzeugen sind nicht mehr vorgeschrieben – auf Wunsch des Brautpaares aber natürlich zugelassen. Der Höhepunkt des Besuches in der Verwaltung: Man stimmte gemeinsam „Ganz in Weiß“ an und Bettina Weyer wusste noch, dass dieser Schlager ein Hit von Roy Black war.

 

Die sehr wissbegierigen Besucherinnen verabschiedeten sich nach einer guten Stunde und bedankten sich für die vielen Informationen. Die Verwaltung bedankte sich ihrerseits bei den Gästen für das große Interesse an der Arbeit im Rathaus.

 

Schwelm, den 9. März 2017

Eine gute Stunde lang informierten sich Martina Volkenrath, Katharina Warstat und Bettina Weyer über die Arbeit in der Schwelmer Stadtverwaltung (hier im Bürgerbüro). Vorbereitet worden auf diesen Besuch war die Tintenklecks-Gruppe von Karin Oelze-Böhmer. Fachbereichsleiter Christian Rüth und Korinna Schlink gaben gerne Auskunft.
Nicht minder interessant war die Stippvisite im Standesamt, wo Heidi Kappelhoff, Tanja Kohls und Ute Gläscher den Besucherinnen die vielseitige Arbeit erläuterten. Fotos: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph
Serviceportal