"Wir sitzen alle in einem Boot und können dazu beitragen, dass das Geschehen sich nicht verschlimmert!" Bürgermeisterin appelliert an Gemeinsinn und dankt Schwelmer/innen für Rücksichtnahme, Vertrauen und Stärke

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

die weltumspannende Ausbreitung des Coronavirus hat innerhalb kürzester Zeit unser Leben radikal verändert.

Viele Menschen sind verunsichert, denn die Welt zeigt sich anders, als wir es gewohnt sind – auch in unserer Stadt. Doch gerade das Wissen darum, dass wir gemeinsam einer großen Herausforderung gegenüberstehen, setzt auch Kräfte in uns frei. Diese Kräfte treiben uns alle hoffentlich an, mit dazu beizutragen, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Dies kann nur gelingen, wenn wir alle – wirklich alle - mithelfen und unsere sozialen Kontakte – beruflich wie privat – nahezu einstellen. Vertrauen Sie an dieser Stelle bitte den Verantwortlichen in Bund und Land, auf Kreisebene und in den Kommunen! Und bitte: Schützen Sie sich und andere, indem Sie unbedingt Abstand halten und die allen bekannten Hygienemaßnahmen befolgen!

Es gibt für den Umgang mit der Coronakrise keine Blaupause, auf die wir zurückgreifen könnten. Die Bundeskanzlerin hat zu Recht gesagt: „Wir lernen in der Lage“, d.h. wir können nicht anders, als das Geschehen täglich neu zu bewerten und darauf aktuell zu reagieren.

Der Satz „Wir sitzen alle in einem Boot!“ ist gültiger denn je. Jeder kann erkranken. Jeder kann aber auch dazu beitragen, dass das Geschehen sich nicht weiter verschlimmert. Denn eines ist doch auch wahr und sehr wichtig: Wir sind nicht handlungsunfähig, wir können selber etwas tun.

Daraus erwächst eine neue Verantwortung füreinander. So, wie jeder auf seine eigene Gesundheit achten muss, so hat auch jeder auf die Gesundheit seines Nächsten zu achten. Wir müssen Vorbild auch für jene sein, die den Ernst und die Gefahr der jetzigen Situation immer noch nicht begriffen haben.

Jede und jeder ist gehalten, das „WIR“ zu denken und auch danach zu handeln. Das erleichtert auch all jenen die Arbeit, die schon seit langem alles nur Mögliche tun, um die schwierige Lage zu meistern. Ich meine die Ärzteschaft und alle pflegenden Kräfte, Feuerwehr und Rettungsdienst, die Fachleute in den Krisenstäben, Verkäufer/innen und Kassierer/innen, die Mitarbeiter/innen von Post, Sparkasse und Banken, Lkw-Fahrer/innen u.v.m.

Auch in den Verwaltungen wird weitergearbeitet, wobei der Besucherverkehr zum Schutz der Bürger/innen und Mitarbeiter/innen auf das Notwendigste beschränkt wurde. Außerdem sind auch in den Verwaltungen viele Mitarbeiter/innen mit Maßnahmen befasst, die der Eindämmung des Coronavirus dienen.

Ich bin davon überzeugt, dass das beste Mittel gegen Trauer und Sorge darin besteht, dass jeder in seinem Umfeld nach Kräften für Stabilität und Normalität sorgt und damit zu einer Zuversicht beiträgt, die allen hilft.

Außerdem sind drängende Herausforderungen des Alltags zu meistern. So haben Verwaltung und Politik der Stadt Schwelm entschieden, dass Elternbeiträge in den Bereichen Offener Ganztag, Tagespflege und Kindertagesstätten inklusive der Verpflegungsgelder für alle Eltern und damit auch für diejenigen, die in kritischer Infrastruktur tätig (Schlüsselpositionen) und deshalb auf eine weitere Betreuung angewiesen sind, bis zum Ende des Kindergartenjahres/Schuljahres 2019/20 nicht weiter erhoben werden. Die Regelung gilt rückwirkend ab dem 1. März 2020. Weitere Gebührenbereiche werden in den Blick genommen, um bürgerfreundliche Lösungen zu erarbeiten.

Auch gelten ab dem heutigen Montag neue Regeln für die Notfallbetreuung. Um Eltern, die in Schlüsselpositionen arbeiten, stärker zu unterstützen, reicht es nun aus, wenn ein Elternteil dies durch den Arbeitgeber nachweisen kann.  Zudem ist der Umfang der Betreuung für Kinder von Eltern in Schlüsselpositionen ausgeweitet worden.

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

wir leben im 21. Jahrhundert und haben gegenüber Menschen, die in früheren Jahrhunderten schweren Infektionskrankheiten ausgesetzt waren, große Vorteile: Wir verfügen über ausreichend Informationen, ein stabiles politisches System, eine gute medizinische Versorgung, ausreichend Lebensmittel u.v.m. Zudem arbeiten die Wissenschaftler/innen weltweit mit Hochdruck an der Entwicklung eines Impfstoffs, der bei der Bekämpfung von Covid 19 hilft.

Der Zeitpunkt wird kommen, an dem wir wieder ein unbeschwertes Leben führen werden. Passen wir in unserer Schwelmer Stadtgesellschaft aufeinander auf!

Tun wir das mit einem typischen Schwelmer Satz, der besagt, dass wir füreinander da sind: „Vi holt bineen!“ – Wir halten zusammen!

Ich danke Ihnen für Ihr Verständnis, Ihre Rücksichtnahme, Ihre Geduld, Ihr Vertrauen und Ihre Stärke!

Ihre

Gabriele Grollmann-Mock

Bürgermeisterin Stadt Schwelm

Schwelm, den 23. März 2020

Bürgermeisterin Gabriele Grollmann-Mock: "Ich bin davon überzeugt, dass momentan das beste Mittel gegen Trauer und Sorge darin besteht, dass jeder in seinem Umfeld nach Kräften für Stabilität sorgt und damit zu einer Zuversicht beiträgt, die allen hilft". Foto: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph
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