Über 150 Bürger bei angemeldeter Versammlung „Solidarisch aus der Pandemie!“ / Bürgermeister: „Mit Vorsicht und Rücksicht gelingt uns das“

Unter dem Motto „Solidarisch aus der Pandemie“ hatte das Bündnis Ennepe-Ruhr stellt sich quer (ENSSQ) als Reaktion auf  „Spaziergänge“ im Ennepe-Ruhr-Kreis zu einer angemeldeten Versammlung in Schwelm aufgerufen.

Man wollte darauf aufmerksam machen, dass die Pandemie nur solidarisch und gemeinsam beendet werden könne, unter anderem mit gegenseitiger Rücksichtnahme und der Corona-Impfung.

Über 150 Menschen fanden sich daraufhin auf dem Bürgerplatz ein, wo sie von Alina Meuser begrüßt wurden. Sie trugen coronagerecht Masken und hielten Abstand. Der Menschenzug bewegte sich durch die Kirchstraße zum Märkischen Platz, wo unter anderem Bürgermeister Stephan Langhard als Gastredner sprach.

„Solidarität zeigt sich in schwierigen Lagen durch Haltung und Handlung! Wir sind hier, weil wir als aufgeklärte Menschen der Wissenschaft vertrauen, weil wir Solidarität leben und weil wir hoffen, dass wir durch das Impfen und die Einhaltung der Hygiene-Regeln eine neue Form der Normalität schaffen. Wir wollen gegen die aufsteigende Verunsicherung ein starkes Signal senden, dass wir, d. h. die überwiegende Mehrheit unseres Landes, den eingeschlagenen Weg weitergehen werden“.

Er wolle sich gar nicht ausmalen, so der Bürgermeister, wo wir stehen würden, wenn die Impfstoffe nicht so zügig entwickelt worden wären. Für ihn steht fest: „Wir sitzen alle in einem Boot, denn das Virus macht keine Unterschiede. Es ist kein Verhandlungspartner - es ist eine Naturkraft, die sich nicht selber stoppt“.

Man habe aber Handlungsmöglichkeiten und sollte sie auch nutzen. Die meisten Menschen täten das auch. Sie wüssten genau, dass man eine Jahrhundertbedrohung wie Corona nur loswerde, wenn man sich und andere wirkungsvoll durch Impfen, Abstand und Maske schütze.  

Man dürfe es nicht darauf ankommen, „ob uns Corona denn trifft oder nicht. Wir wollen, dass auch die wieder mehr vom Leben haben, die es uns gerade retten, ich meine die Ärzte, Sanitäter und Pfleger“. 

Der Bürgermeister weiter: „Es macht mich stolz, in einem Land zu leben, in dem wir unsere persönliche Meinung frei äußern dürfen. Das ist, wie uns ein Blick in die Welt verrät, nicht überall der Fall“. Er glaube nicht, dass unsere Gesellschaft gespalten sei oder sich auf dem Weg dorthin befinde: „Ich wünsche mir, dass es in unserem Land weiter möglich ist, unterschiedlicher Meinung zu sein, ohne dass manche Proteste gegen Coronamaßnahmen, auch in Deutschland, in Drohungen gegen Leib und Leben von Amtsinhabern münden“.

Und weiter: „Deswegen lassen Sie uns bei allen Unterschieden in den Ansichten zu Wissenschaft, Politik und Gesellschaft nicht die Gemeinsamkeiten außer Acht lassen. Wir teilen die Annehmlichkeiten eines funktionierenden starken Sozialstaats, der uns allen große Freiheiten gestattet. Ich bin froh und dankbar dafür, in dieser Zeit in diesem Land leben zu dürfen“.

Es gab Applaus, nachdem Stephan Langhard mit den Worten geendet hatte: „Wir haben zusammen schon so viel geschafft und werden mit solidarischem Verhalten Corona überwinden. Mit Vorsicht und Rücksicht gelingt uns das!“

Schwelm, den 10. Januar 2022

Über 150 Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich an der angemeldeten Versammlung "Solidarisch aus der Pandemie".
"Lassen Sie uns bei allen Unterschieden in den Ansichten zu Wissenschaft, Politik und Gesellschaft nicht die Gemeinsamkeiten außer Acht lassen", bat Gastredner Bürgermeister Stephan Langhard und fuhr fort: „Wir haben zusammen schon so viel geschafft und werden mit solidarischem Verhalten Corona überwinden. Mit Vorsicht und Rücksicht gelingt uns das!“ Fotos: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph
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