Seit 1996 ist der 27. Januar offiziell der „Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus“. Eingeführt durch den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog. Auch in Schwelm wird es wieder eine Gedenkveranstaltung geben, zu der alle Bürgerinnen und Bürger sehr herzlich eingeladen sind.
Die Veranstaltung findet am Dienstag, den 27. Januar 2026, um 13.30 Uhr statt. Treffpunkt ist der Gedenkstein für die früheren Schwelmer Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens in der Südstraße 7. An dem Ort, wo ehemals die Synagoge in Schwelm stand. Im Anschluss an das Gedenken findet eine Kranzniederlegung statt.
Neben der Begrüßung und einer Ansprache durch Bürgermeister Stephan Langhard wird es auch wieder einen Beitrag der Schülerinnen und Schüler der Arbeitsgemeinschaft „Lokalgeschichte/Stolpersteine“ des Märkischen Gymnasiums geben unter Leitung der Lehrkräfte Anke Buetz und Susanne Hamm.
Zur Erinnerung:
Am 27. Januar 1945 um drei Uhr nachmittags trafen die ersten Soldaten der Roten Armee im Vernichtungslager Auschwitz ein, wo sie die wenigen Überlebenden befreiten. Über 1,5 Millionen Menschen waren hier gequält, eine Million Menschen hier ermordet worden. Kurz vor dem Eintreffen der Befreier, von denen mehrere Hundert beim Kampf getötet wurden, hatten die Nazi-Schergen tausende entkräftete Häftlinge auf Hunger- und Todesmärsche in andere Lager getrieben. Rund 7.000 Opfer befanden sich noch in Auschwitz, ausgezehrt und dem Tod näher als dem Leben. Auschwitz wurde zum Synonym für die Leiden aller Verfolgten der nationalsozialistischen Zeit. 1996 führte der damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar als „Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus“ ein, und zwar in dem Sinne, dass man den Opfern nach-denken möge. Menschen, die voller Erwartung für ihr Leben waren, wie jeder andere auch, und die lange vor ihrer Ermordung zu Opfern gemacht wurden, als die Gesellschaft sie verriet, indem sie ihnen die bürgerlichen Rechte und damit den bürgerlichen Schutz nahm.
(Schwelm, den 22. Januar 2026)

